Abo
  • Services:

GPRS-Hacking

Netzbetreiber müssten nur die Verschlüsselung einschalten

Karsten Nohl und Luca Melette haben mit Wardriving your Country demonstriert, dass Mobilfunkverbindungen so unsicher sein können wie ein offenes WLAN. Die Netzbetreiber könnten jedoch mit wenig Aufwand die Sicherheit verbessern, heißt es.

Artikel veröffentlicht am ,
Auf dem Chaos Communication Camp 2011 demonstrierte Karsten Nohl die Angreifbarkeit von GPRS.
Auf dem Chaos Communication Camp 2011 demonstrierte Karsten Nohl die Angreifbarkeit von GPRS. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Dass GSM-Gespräche unsicher sein können, ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Karsten Nohl und Luca Melette von den SR Labs haben allerdings entdeckt, dass auch Datenverkehr auf der Basis des neueren GPRS mitunter sehr unsicher ist. Wie angekündigt, wurde der GPRS-Hack im Vortrag GPRS Intercept: Wardriving Phone Networks erklärt und demonstriert. Es ist zwar grundsätzlich eine Verschlüsselung bei GPRS vorgesehen, allerdings nutzen einige Netzbetreiber den rund zehn Jahre alten Standard einfach offen (GEA/0, ohne Verschlüsselung). Für den Netzbetreiber hat das Vorteile. So kann etwa leichter beurteilt werden, ob die eigenen Netze für Skype oder Chatprogramme genutzt werden, sagte Nohl. Netzbetreiber verbieten oftmals die Nutzung von alternativen Kommunikationsanwendungen.

  • Karsten Nohl empfiehlt Anwendungsentwicklern auch bei mobilen Apps die Verwendung von SSL.
  • Wunschliste: Mobilfunknetze können sicher gemacht werden.
Karsten Nohl empfiehlt Anwendungsentwicklern auch bei mobilen Apps die Verwendung von SSL.
Inhalt:
  1. GPRS-Hacking: Netzbetreiber müssten nur die Verschlüsselung einschalten
  2. GPRS ist prinzipiell abhörbar
  3. GPRS-Datensicherheit hätte längst verbessert werden können

Ein Grundproblem bei GPRS: Der Anwender kann den GPRS-/Edge-Verbindungen kaum ausweichen. Sobald ein 3G-Netzwerk nicht mehr verfügbar ist, wird auf das ältere Netzwerk umgeschaltet. Manuelle Einstellungen, dass nur 3G-Netzwerke genutzt werden, gibt es meist nicht. In ländlichen Umgebungen ist das auch nicht sinnvoll. Dort kann der Anwender nur auf 2G-Netze zugreifen.

Offenes GPRS ist so unsicher wie ein offenes WLAN

Wenn der Anwender also das Netz eines Betreibers verwende, das nicht verschlüsselt ist, sei er so sicher wie in einem offenen WLAN. Verbindungen zur Außenwelt sollten also zusätzlich per SSL abgesichert werden. Allerdings "vergessen" einige Anwendungen auf Mobiltelefonen SSL zu aktivieren, so Nohl. Etliche mobile Anwendungen, wie etwa die mobile Facebook-Webseite, nutzten SSL nicht. Nohl forderte Anwendungsentwickler auf, im Internet gängige Verschlüsselungen zu benutzen. E-Mail-Programme und kritische Anwendungen benutzen meist SSL.

Aber auch Netzbetreiber, die GPRS-Datenströme verschlüsseln, bieten nicht per se sichere Netzwerke. Die alte Technik ist anfällig für Angriffe. Zudem setzen Netzbetreiber in der Regel niedrige Sicherheitsstufen ein. Namentlich sind das GEA/1 und GEA/2 mit einer Schlüssellänge von 64 Bit und einer Proprietary Stream Cipher mit 96 oder 125 Bit. Wenige Netze setzen laut Nohl auf das sicherere GEA/3. Die Schlüssellänge ist gleich, die Cipher wird aber in einer 128-Bit-Ausführung benutzt.

Stellenmarkt
  1. Bertrandt Ingenieurbüro GmbH, Tappenbeck bei Wolfsburg
  2. Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main

Einen 128-Bit-Schlüssel gibt es erst mit GEA/4, doch das benutzt bisher kein einziger Netzbetreiber. Laut Nohl hinken Netzbetreiber mit ihren Einstellungen damit "zwei Schritte hinter normaler Sicherheit" hinterher.

GPRS ist prinzipiell abhörbar 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 34,99€

Stiffler 12. Aug 2011

Aha, "Netzbetreiber müssten nur die Verschlüsselung einschalten"! Hmm, und für IPv6 muss...


Folgen Sie uns
       


Battlefield 5 Open Beta - Golem.de live

Ein Squad voller Golems philosophiert über Raytracing, PC-Konfigurationen und alles, was noch nicht so funktioniert, im Livestream zur Battlefield 5 Open Beta.

Battlefield 5 Open Beta - Golem.de live Video aufrufen
Lenovo Thinkpad T480s im Test: Das trotzdem beste Business-Notebook
Lenovo Thinkpad T480s im Test
Das trotzdem beste Business-Notebook

Mit dem Thinkpad T480s verkauft Lenovo ein exzellentes 14-Zoll-Business-Notebook. Anschlüsse und Eingabegeräte überzeugen uns - leider ist aber die CPU konservativ eingestellt und ein gutes Display kostet extra.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Thinkpad E480/E485 im Test AMD gegen Intel in Lenovos 14-Zoll-Notebook
  2. Lenovo Das Thinkpad P1 ist das X1 Carbon als Workstation
  3. Thinkpad Ultra Docking Station im Test Das USB-Typ-C-Dock mit robuster Mechanik

Sky Ticket mit TV Stick im Test: Sky kann's gut, Netflix und Amazon können es besser
Sky Ticket mit TV Stick im Test
Sky kann's gut, Netflix und Amazon können es besser

Gute Inhalte, aber grauenhafte Bedienung: So war Sky Ticket bisher. Die neue Version macht vieles besser, und mit dem Sky Ticket Stick lässt sich der Pay-TV-Sender kostengünstig auf den Fernseher bringen. Besser geht es aber immer noch.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Videostreaming Wiederholte Sky-Ausfälle verärgern Kunden
  2. Sky Ticket TV Stick Sky verteilt Streamingstick de facto kostenlos
  3. Videostreaming Neues Sky Ticket für Android und iOS verspätet sich

iPhone Xs, Xs Max und Xr: Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?
iPhone Xs, Xs Max und Xr
Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?

Apples neue iPhones haben neben dem Nano-SIM-Slot eine eingebaute eSIM, womit der Konzern erstmals eine Dual-SIM-Lösung in seinen Smartphones realisiert. Die Auswahl an Netzanbietern, die eSIMs unterstützen, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber eingeschränkt - ein Überblick.
Von Tobias Költzsch

  1. Apple Das iPhone Xr macht's billiger und bunter
  2. Apple iPhone Xs und iPhone Xs Max sind bierdicht
  3. Apple iPhones sollen Stiftunterstützung erhalten

    •  /