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Recycling: Goldgrube Mobiltelefon

In Computern, Mobiltelefonen und anderen Geräten stecken ein Menge wertvoller Rohstoffe. Eine Hamburger Wissenschaftlerin entwickelt Verfahren, um diese wiederzuverwerten.
/ Werner Pluta
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Mobiltelefon: Großtechnisches Recycling frühestens in fünf Jahren (Bild: Pawel Kopczynski/Reurers)
Mobiltelefon: Großtechnisches Recycling frühestens in fünf Jahren Bild: Pawel Kopczynski/Reurers

Gold, Kupfer, Neodym – Mobiltelefone und Computer sind im Wortsinn Goldgruben. Sie würden aber noch nicht angemessen ausgebeutet, sagt Kerstin Kuchta von Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft(öffnet im neuen Fenster) der Technischen Universität in Hamburg-Harburg. Mit aktuellen Verfahren könne höchstens ein Viertel der Edelmetalle aus Elektroschrott zurückgewonnen werden.

Aus einer Tonne Schrott aus Mobiltelefonen ließen sich beispielsweise 300 Gramm Gold gewinnen, sagt Kuchta. "Beim derzeitigen Goldpreis müssen wir herausholen, was geht. Wir können es uns nicht leisten, Gold wegzuwerfen."

Derzeit gibt es zwei Verfahren, um ausrangierte Geräte wie Mobiltelefone oder Computer komplett auszuschlachten. Bei dem einen wird das Gerät zuerst geschreddert. Mit mechanischen Verfahren werden die Metalle dann vom Kunststoff getrennt. Eine andere Möglichkeit ist, das Gerät zu verbrennen. Bei Temperaturen von bis zu 2.000 Grad verbrennt der Kunststoff komplett. Die Metalle könne dann getrennt und weiterverwendet werden.

Beide Verfahren funktionieren derzeit jedoch nur unter Laborbedingungen. Kuchta arbeitet an einer großtechnischen Umsetzung. Die wird voraussichtlich nicht vor 2016 zur Verfügung stehen.

Neben der fehlenden Großtechnik gebe es aber ein weiteres Problem für die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Mobiltelefonen: Die Besitzer wollen ihre alten Geräte am liebsten behalten. "Deshalb fehlt auf dem Recycling-Markt noch die kritische Masse", erzählt die Hamburger Wissenschaftlerin. Sie hofft aber, dass sich das Bewusstsein der Nutzern ändern wird.


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