i2R E-Paper: Mehrfach bedruckbares elektronisches Papier aus Taiwan
Wissenschaftler vom taiwanischen Industrial Technology Research Institute(öffnet im neuen Fenster) (ITRI) in Hsinchu haben ein wiederbedruckbares Papier entwickelt. Es wird mit Hitze beschrieben und mit elektrischem Strom gelöscht.
Als E-Paper bezeichnet das ITRI seine Entwicklung. Der Name ist aber irreführend, denn tatsächlich handelt es sich bei i2R E-Paper um eine Kunststofffolie, die mit cholesterischen Flüssigkristallen beschichtet wird. Das sind Flüssigkristalle, deren Struktur der von Cholesterin(öffnet im neuen Fenster) ähnelt, erklären(öffnet im neuen Fenster) die ITRI-Forscher.
Hitze und Strom
Zum Bedrucken des i2R E-Paper wird eine Temperatur von 86 Grad Celsius benötigt. Dazu nutzen die Taiwaner einen herkömmlichen Thermodruckkopf aus einem Faxgerät. Wird elektrische Spannung an das E-Paper angelegt, verschwinden die Inhalte wieder.
Eine cholesterische Flüssigkristallanzeige(öffnet im neuen Fenster) (Cholesteric Liquid Crystal Display, ChLCD) habe einige Vorteile gegenüber aktuellen Displays, sagen die Wissenschaftler. Anders als ein herkömmliches LCD brauche es keine Hintergrundbeleuchtung. Die Inhalte bleiben auch ohne Stromzufuhr erhalten.
Farbiger E-Book-Reader
Im Gegensatz zu den Bildschirmen der E-Book-Reader kann das i2R E-Paper auch farbig bedruckt werden. Das mache es laut ITRI zu "einem der künftigen Bildschirmmaterialien für farbige E-Books."
Einsatzmöglichkeiten von i2R sehen die ITRI-Forscher etwa bei Werbeplakaten, Fahrkarten oder Namensschildern, also Schildern, die nur zeitweise gebraucht werden. Der Einsatz des wieder beschreibbaren E-Papers könne helfe, die Umwelt zu schonen, sagen die Entwickler. Das i2R selbst bestehe aus umweltfreundlichen Materialien, die wiederverwertet werden könnten.
260 Mal bedrucken
Derzeit ist das E-Paper noch zu teuer und nicht leistungsfähig genug: Ein i2R-Blatt im A4-Format kostet in der Herstellung noch rund 60 Taiwan-Dollar, umgerechnet knapp 1,50 Euro. Außerdem lässt es sich momentan nur rund 260 Mal beschreiben und löschen – deutlich zu wenig, um als Bildschirm in einem E-Book-Reader eingesetzt zu werden. Die Forscher wollen das i2R weiterentwickeln. In etwa zwei Jahren soll das elektronische Papier marktreif sein.
Für ihre Entwicklung haben die Forscher kürzlich einen der renommierten R&D 100 Awards(öffnet im neuen Fenster) erhalten.
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