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Mars: Raumsonde findet eventuell Hinweise auf flüssiges Wasser

Forscher haben auf dem Mars Formationen an Abhängen entdeckt, die sich mit den Jahreszeiten verändern. Es könnten Rinnen sein, die durch flüssiges Wasser verursacht werden. Bisher war nur bekannt, dass es gefrorenes Wasser auf dem Nachbarplaneten gibt.
/ Werner Pluta
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Rinnen auf dem Mars: Jahreszeitliche Veränderungen (Bild: Nasa)
Rinnen auf dem Mars: Jahreszeitliche Veränderungen Bild: Nasa

Die US-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter(öffnet im neuen Fenster) (MRO) hat auf der Marsoberfläche Spuren entdeckt, die auf flüssiges Wasser hinzudeuten scheinen. Es handelt sich um Linien an Abhängen, die sich im Laufe der Jahreszeiten ändern.

Nasa – Möglicherweise flüssiges Wasser auf dem Mars
Nasa – Möglicherweise flüssiges Wasser auf dem Mars (02:00)

Die dunklen Linien seien zwischen 0,5 und 5 Meter breit und teilweise mehrere hundert Meter lang. Sie seien an steilen Abhängen zu finden und träten im Wechsel der Jahreszeiten auf: Die Linien zeigten sich im späten Frühjahr und im Sommer, verschwänden aber wieder, wenn es im Frühherbst kälter werde, schreiben Forscher von der Universität des Bundesstaates Arizona in Tucson um Alfred McEwen im US-Wissenschaftsmagazin Science(öffnet im neuen Fenster) . McEwen ist hauptverantwortlicher Wissenschaftler des High Resolution Imaging Science Experiments(öffnet im neuen Fenster) (HiRISE), einer hochauflösenden Fotokamera mit einem Cassegrain-Teleskop von 1,40 Metern Länge und einem Durchmesser von 50 Zentimetern.

Salzwasser

Die beste Erklärung sei, dass dieses Phänomen, das MRO in den mittleren Breiten der Südhalbkugel entdeckt habe, durch fließendes Wasser verursacht werde, sagte McEwen. Das Wasser sei wahrscheinlich salzig – darauf deute einerseits der hohe Salzgehalt des Marsbodens hin, zum anderen die Tatsache, dass Salzwasser einen niedrigeren Schmelzpunkt als Süßwasser hat. Die Oberflächen haben eine Temperatur von bis zu 20 Grad unter Null, bei der Süßwasser längst gefroren wäre.

Sollte sich die Erklärung bestätigen, dann gibt es auch heute noch flüssiges Wasser auf dem Nachbarplaneten. Bisher waren die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass es flüssiges Wasser in der Marsvergangenheit gegeben hat.

Kein Hinweis auf Wasser

Gegen die These spricht jedoch, dass die Messungen mit dem Compact Reconnaissance Imaging Spectrometer for Mars (CRISM), dem Spektrometer des MRO, keine Hinweise auf Wasser lieferten. Auch die dunkle Farbe der Rinnsale sei nicht auf Feuchtigkeit zurückzuführen. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass das Wasser an der Oberfläche schnell verdunste oder dass es unter der Oberfläche fließe.

MRO hatte 2009 bereits Eis an fünf Stellen auf dem Mars entdeckt , das Meteoriten freigelegt hatten. Das Eis war als helle Flecken in einigen der Krater erschienen. Mit der Zeit waren diese jedoch dunkler geworden – ein Anzeichen dafür, dass das Wasser in der dünnen Marsatmosphäre verdunstete. MRO hatte das Eis etwa auf halbem Weg zwischen dem Nordpol und dem Äquator gefunden. So weit südlich war bisher noch kein Wasser auf dem Mars entdeckt worden.


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