F1 2011 angespielt: Mit Sebastian Vettel durch Monte Carlo
Erster Versuch: Monte Carlo. Wir sitzen im blauroten Rennauto von Sebastian Vettel. Alle Fahrhilfen sind abgeschaltet, das Schadensmodell auf Maximum. Immerhin, wir schaffen es in einer Vorabversion von Codemasters ' Rennspiel F1 2011 ohne Dreher bis vor das Hotel de Paris, dann allerdings leisten wir uns den ersten und zugleich letzten Fehler. Zweiter Versuch, das Kontrastprogramm: Die relativ einfache Strecke von Monza, die meisten Fahrhilfen sind an, das Schadensmodell würde Schäden zeigen, aber hätte keine Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Und siehe da, wir schießen nach einer eher gemächlichen Runde tatsächlich vor dem restlichen Feld über die Ziellinie.

Die beiden Rennen haben – unabhängig von ihrem Ausgang – einen guten ersten Eindruck davon vermittelt, was sich bei Formel 1 2011 gegenüber dem Vorgänger verändert. Gut sichtbar ist, dass die Grafik viel farbenfroher wirkt und die Kontraste stärker sind. Bei einigen Details haben die Entwickler sogar übertrieben. In der Vorabversion leuchten metallische Flächen übernatürlich grell in der Sonne, was bis zur Veröffentlichung des Spiels aber noch angepasst werden soll.
Bei der Fahrphysik tut sich einiges. Mit den Boliden von Red Bull ist es tatsächlich etwas einfacher, an die Spitze zu brettern, als etwa mit einem Auto aus dem HRT-Rennstall, die Unterschiede sind deutlich größer als in der 2010er Ausgabe. Auch die Neuerungen im Reglement wie das Drag Reduction System (DRS) sind eingebaut: Sobald der Fahrer den Heckflügel verstellen darf, leuchtet ein Lämpchen im Cockpit. Besonders gut hat uns gefallen, wie nach einem unfreiwilligen Ausflug auf eine Rasenfläche die Pirelli-Reifen erst nach und nach Sandkörner und Grashalme verlieren und parallel dazu auch der Grip wieder spürbar besser wird.
Die künstliche Intelligenz der computergesteuerten Fahrer überarbeitet Codemasters auch in Richtung mehr Realismus. Die allzu perfekten KI-Piloten des Vorgängers sollen durch solche ersetzt werden, die einen wesentlich glaubwürdigeren Hang zu Fehlern haben und auch mal einen Unfall bauen oder sich dauerhaft aus dem Rennen schießen.

Ausführlichere Interviews
Auch neu ist die Aufbereitung des Rennalltags. In den Interviews nach den Wettbewerben gibt es künftig mehr interessante Fragen, die Antworten sollen nicht ganz so schablonenhaft wie im Vorgänger sein und mehr Auswirkungen etwa auf die Stimmung im Team haben. In vielen Menüs sind im Hintergrund Szenen aus der Boxengasse zu sehen, bei Siegen gibt es deutlich mehr jubelnde Fahrer und fliegende Champagnerkorken zu sehen als früher. Übrigens nicht nur die Sieger – wenn dem Spieler mit einem schwächeren Team mal ein Überraschungscoup gelingt, ist die Freude dort ebenfalls sichtbar groß.
Im Karrieremodus konzentriert sich das Programm auf ein fünfjähriges Rennfahrerleben, das der Spieler auf mittlerem Level beginnt und dann – hoffentlich – bis in eines der großen Erfolgsteams führt. Multiplayer-Bleifüße sollen künftig auch per Splitscreen gegen einen Kumpel antreten können. Im Internet geht es ab 2011 nicht mehr nur gegen zwölf Autos, sondern 24 Vehikel sind mit im Rennen – 16 davon können Spieler steuern, den Rest übernimmt die KI. Besonders spannend klingt ein Coop-Weltmeisterschaftsmodus, in dem zwei Spieler als Team antreten. Beispielsweise als Sebastian Vettel und Mark Webber: Wie im echten Leben müssen die beiden zusammenarbeiten, um die Team-WM zu holen – und sind doch Konkurrenten um die Fahrer-WM.
Formel 1 2011 erscheint nach Auskunft von Codemasters am 23. September 2011 für Windows-PC, Xbox 360 und Playstation 3.
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