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Dido: Neue Funktechnik soll bessere Übertragungsqualität bieten

Je mehr Smartphones und andere mobile Endgeräte sich in einer Funkzelle befinden, desto langsamer werden Daten übertragen. Eine neue Funktechnik, die Sendekapazitäten besser nutzt, soll eine bessere Übertragungsqualität bieten.
/ Werner Pluta
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Mobiles Internet: Dido soll schnellere Übertragung bieten. (Bild: Jorge Silva/Reuters)
Mobiles Internet: Dido soll schnellere Übertragung bieten. Bild: Jorge Silva/Reuters

Steve Perlman, Chef des Streaming-Anbieters Onlive , hat eine Technik entwickelt, die die große Einschränkung heutiger Mobilfunknetze aufheben soll: Distributed Input Distributed Output(öffnet im neuen Fenster) , kurz Dido, bietet laut Perlman die volle Übertragungsgeschwindigkeit unabhängig von der Zahl der Nutzer.

Mehr Nutzer – weniger Brandbreite

Bei der heutigen Mobilfunktechnik meldet sich der Nutzer an einer Funkzelle an. Die Datendurchsatzrate steht dabei aber in direktem Zusammenhang mit der Zahl der Nutzer: Je mehr Geräte in einer Funkzelle angemeldet sind, desto weniger Bandbreite steht für den Einzelnen zur Verfügung – nicht zuletzt, weil sich die Signale gegenseitig stören.

Dido hingegen verfolgt einen ganz anderen Ansatz: Der Nutzer wird nicht von einer bestimmten Funkzelle aus mit Daten versorgt, sondern von verschiedenen. Gesteuert wird die Datenübertragung durch einen Cloud-Server. Ruft ein Nutzer eine Website auf, sendet sein mobiles Gerät neben dem Seitenaufruf auch Informationen über die lokalen Netzgegebenheiten wie Sendestationen oder verfügbare Frequenzen an den Server.

Verteilte Übertragung

Der Server berechnet daraus sowie aus den Daten anderer mobiler Geräte in der Nähe einen Übertragungsweg und liefert die Website über verschiedene verfügbare Sendestationen an das mobile Endgerät aus. Dido macht sich dabei ein Phänomen zunutze, das normalerweise die Übertragungsqualität beeinträchtigt: die Funkstörung. Jedes eintreffende Signal für sich ist nicht dekodierbar. Erst wenn es mit den anderen eintreffenden Signalen auf eine ganz bestimmte Weise interferiert, kann das Gerät sie dekodieren.

Funksignale zu kodieren, die mit anderen auf eine ganz bestimmte Art und Weise interferieren, und zu übertragen, erfordere eine hohe Rechenleistung, sagte Perlman dem US.Wissenschaftsmagazin Technology Review(öffnet im neuen Fenster) . Dafür werde ein Cloud-Server eingesetzt.

Neue Infrastruktur

Für die neue Mobilfunktechnik würden kleinere Basistationen als die heute üblichen gebraucht, erklärt Perlman. Diese könnten auf Dächern oder Laternenmasten angebracht werden. Die Stationen werden von den Dido-Servern gesteuert, die berechnen, wie die Daten interferieren müssen. Die Signale werden verändert, wenn sich das Gerät bewegt, etwa wenn der Nutzer im Auto fährt und sich das Frequenzspektrum ändert oder andere Sender zur Verfügung stehen.

Perlman ist überzeugt, dass Dido vor allem in großen Städten zu einer besseren Übertragungsqualität beitragen könnte. Allerdings ist dafür eine komplett neue Infrastruktur notwendig: neue Sender ebenso wie neue Empfänger für Mobiltelefone und andere Geräte und die Server, die die Datenübertragung steuern. Pilotprojekte laufen derzeit im kalifornischen Palo Alto und im ländlichen Texas.


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