Euclideon-Chef reagiert: Unlimited-Detail-Grafikengine ist "kein Hoax"
3D-Spielegrafik mit praktisch unbegrenzten Details, das verspricht Euclideon-Chef Bruce Dell – und reagierte gegenüber Kotaku auf Skeptiker in der Spielebranche. Dell betonte, dass er in einem kürzlich veröffentlichten, imposanten Demonstrationsvideo der Unlimited-Detail-Engine(öffnet im neuen Fenster)nicht das fertige Produkt gezeigt habe.
"Wir kommen uns wie eine Mutter vor, die Kekse im Ofen hat und nun steht jeder um den Ofen herum und ruft 'Sind sie schon fertig? Sind sie schon fertig?'", sagte Dell Kotaku. "Gebt uns Zeit, und die Kekse werden einfach gut schmecken."

Auf die Vorwürfe, dass es sich um eine Ente handle, soll Dell lachend geantwortet haben: "Nein! Nein, das ist kein Hoax". Er wies zudem darauf hin, dass die australische Regierung, der eigene Aufsichtsrat und Investoren an die Technik glaubten. "Wir werden durch die Regierung gefördert – also nein, das ist kein Hoax! Wir haben Echtzeitdemonstrationen."
Alles nur Hype?
Einer der Kritikpunkte der Skeptiker ist, dass in keinem der bisher veröffentlichen Demonstrationsvideos Animationen zu sehen waren. Außerdem wird kritisiert, dass Euclideon(öffnet im neuen Fenster) zwar sagt, dass die Technik auf Punktwolken statt auf Polygonen aufbaut, wie jedoch Szenen mit beliebiger Komplexität realisiert werden und welche Schwachpunkte es gibt, bleibt noch offen.
Besonders kritisch hatte sich der Minecraft-Entwickler Marcus "Notch" Persson geäußert. Für ihn sind die Ankündigungen vom Euclideon einfach nur maßlos überzogen. Er führt in seinem Blog verschiedene Schwachstellen auf. Es sei außerdem bei weitem nicht die erste Point-Cloud-Rendering-Engine, erklärt er und nennt als Beispiele etwa die Atomontage Engine(öffnet im neuen Fenster) oder die für Voxelstein 3D(öffnet im neuen Fenster) genutzt Voxlap-Bibliothek(öffnet im neuen Fenster). "Sie hypen das als etwas komplett Neues und Revolutionäres, weil sie Fördergelder wollen. Es ist Betrug. Freut Euch nicht zu früh", schreibt Persson im eigenen Blog(öffnet im neuen Fenster).
John Carmack äußerte sich(öffnet im neuen Fenster) über Twitter weniger drastisch, sieht die Versprechungen aber offenbar ebenfalls kritisch. Es gebe keine Chance, dass ein Spiel damit auf aktuellen Systemen realisiert werden könne. Vielleicht sei es in einigen Jahren möglich. Carmack geht davon aus, dass es auch dann noch große Probleme bei der Entwicklung zu lösen gibt.
- Anzeige Hier geht es zum Handbuch für Softwareentwickler bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.