Android-Smartphone: Gingerbread gibt es nur für mutige Desire-Besitzer

HTC hat das angekündigte Android 2.3 alias Gingerbread für das Desire veröffentlicht. Allerdings richtet sich das Update plötzlich ausschließlich an Entwickler. Normale Endkunden sollten das Update besser nicht verwenden, empfiehlt HTC ausdrücklich. Damit hatte HTC dann doch recht, als der Hersteller Mitte Juni 2011 verriet, dass Gingerbread doch nicht für das Desire erscheinen würde. Nach einigem Protest hatte es dann geheißen, dass das Desire doch das Gingerbread-Update erhalten würde , allerdings mit Einschränkungen.
Update führt zum Garantieverlust
Dieses Versprechen kann HTC aber im Grunde nicht halten, denn mit der Installation des Gingerbread-Updates auf dem Desire verliert der Gerätebesitzer alle Garantieansprüche. Wenn das Gerät also nach der Updateeinspielung nicht mehr funktioniert, heißt es nur: Pech gehabt. Für die meisten Besitzer eines Desire wird das Risiko zu hoch sein und sie werden damit Gingerbread doch nicht von HTC erhalten. Es bleibt unklar, weshalb HTC so viel Zeit benötigt hat, um das Gingerbread-Update in diesem Zustand zu veröffentlichen.
Denn das Update verteilt HTC nicht wie sonst üblich über eine drahtlose Verbindung. Stattdessen gibt es das Update nur für Windows-Computer(öffnet im neuen Fenster) . Darüber kann es auf dem Desire installiert werden. Eine Update-Routine für Mac OS oder Linux bietet HTC nicht an. Bei dem Update werden alle Daten auf dem Desire gelöscht, von HTC gibt es keine Anleitung, wie Anwender ihre Daten sichern können.
HTC schweigt weiter zu den wegfallenden HTC-Anwendungen
Noch immer fehlen von HTC klare Angaben dazu, welche HTC-Funktionen mit dem Update verloren gehen. Im entsprechenden Facebook-Eintrag(öffnet im neuen Fenster) heißt es nur lapidar, dass mit dem Update "einige HTC-Applikationen beseitigt" werden. Die fehlenden Anwendungen könnten dann auf HTC Entwicklerseite bei Bedarf nachinstalliert werden - vorausgesetzt, der Speicher genügt dafür.
Ansonsten ist die Facebook-Anwendung nicht mehr im Update enthalten und muss bei Bedarf aus dem Android Market nachinstalliert werden. Von den Desktop-Hintergründen wird nur noch eines mitgeliefert, alle anderen müssen sich die Nutzer von HTCs Webseite laden. Außerdem werden alle providerspezifischen Anwendungen mit dem Update deinstalliert. Ob sich diese nachinstallieren lassen, verrät HTC nicht.
Wer auf die nicht näher spezifizierten HTC-Anwendungen und sowie die Facebook-Applikation verzichten kann, bekommt von HTC noch keine Entwarnung. Denn HTC warnt ausdrücklich davor, dass nach der Update-Einspielung einige Basisfunktionen des Mobiltelefons nicht mehr funktionieren könnten. So könnte der Desire-Besitzer etwa keine SMS oder MMS mehr empfangen. Welche anderen Basisfunktionen ebenfalls mit dem Update außer Kraft gesetzt werden könnten, wollte HTC nicht verraten.
Update eignet sich nicht für alle Desire-Modelle
HTC bietet das Update allerdings nicht für alle Desire-Modelle an. Wer sein Desire bei der Deutschen Telekom gekauft hat, kann das Update gar nicht verwenden. Es ist nicht damit zu rechnen, dass diese Kundengruppe jemals ein Update auf Gingerbread von HTC erhält.



