Windows Phone 7: Microsoft sammelt WLAN-Daten und ermöglicht Bewegungsprofile

In einem Artikel von Cnet(öffnet im neuen Fenster) werden schwere Vorwürfe gegen Microsoft erhoben. Das Unternehmen soll in regelmäßigen Abständen die von einem Smartphone mit Windows Phone 7 gefundenen WLANs an das Unternehmen melden. Diese Informationen soll der Konzern in Datenbanken sammeln, die über den Onlinedienst live.com auch von außen zugänglich sind. Daraus lassen sich Bewegungsprofile der Smartphones und damit deren Benutzer erstellen.
Wie die Informationen zugänglich sind, und ob dazu etwa eine Sicherheitslücke ausgenutzt werden muss, geht aus dem Bericht nicht hervor. Cnet beruft sich auf die Forschungsergebnisse von Elie Burstzein(öffnet im neuen Fenster) , der am Stanford Security Lab tätig ist. Der Wissenschaftler will seine Erkenntnisse erst in der kommenden Woche auf der Black-Hat-Konferenz(öffnet im neuen Fenster) in Las Vegas ausführlich vorstellen. Beunruhigend ist, dass Cnet nach eigenen Angaben einen Zugriff auf die Daten über das API von live.com selbst nachvollziehen konnte.
Dass mobile Geräte Informationen über die WLANs in ihrer Umgebung sammeln, ist an sich nicht ungewöhnlich. Auch iPhones und Android-Smartphones tun das, um ihren Standort festzustellen. Das ist unter anderem nützlich, wenn das Gerät nicht über einen GPS-Empfänger verfügt oder die GPS-Satelliten wie in Gebäuden gerade nicht empfangen werden können. Auch eine schnellere Ortung, bevor die Satelliten gefunden sind, ist so möglich.
Die Geräte müssen für diese Dienste bekannte und unbekannte WLANs in einer Datenbank eintragen und die Empfangsstärke mit Werten an bekannten Orten abgleichen. Dazu verwendet beispielsweise Google auch die umstrittenen WLAN-Daten aus seinen Street-View-Fahrzeugen. Microsoft arbeitet Cnet zufolge für seinen Dienst Bing Maps ebenso. Google hatte sich bereits verpflichtet, in Zukunft keine WLAN-Daten mehr zu speichern.
Schlecht gesicherte Positionsdaten sind seit langem ein Kritikpunkt von besorgten Anwendern und Datenschützern. Auch Apple musste seine Behandlung dieser Informationen ändern , als bekannt wurde, dass sie nicht nur dauerhaft in den Smartphones gespeichert, sondern auch auf den heimischen Rechner übertragen wurden. Zudem sammelten die Apple-Geräte auch dann Daten, wenn der Benutzer die Ortungsdienste ausdrücklich ausgeschaltet hatte.