Freier Video-Standard: Zwölf Patentinhaber erheben Ansprüche auf WebM
Die MPEG LA ist bei ihrer Suche nach WebM-Patenten nach eigenen Angaben erfolgreich gewesen: Es haben sich zwölf Patentinhaber zusammengefunden, die nach Ansicht der MPEG LA für WebM essenzielle Patente halten, berichtet Jan Ozer von Streaming Media(öffnet im neuen Fenster) .
Die im Rahmen der Suche eingereichten Patente wurden von der MPEG LA dahingehend geprüft, ob sie zumindest in Teilen zur Implementierung von VP8, dem in WebM genutzten Video-Codec, notwendig sind. Patente von zwölf Patentinhabern bestanden diesen Test und könnten in einen Patentpool für WebM aufgenommen werden. Ob es wirklich zur Einrichtung eines Patentpools kommt, ist aber noch nicht entschieden.
Solche Patentpools werden gebildet, um die für eine Technologie erforderlichen Patente zu bündeln und gemeinsam zu lizenzieren. Eine Garantie, dass damit alle Patentansprüche abgedeckt werden, gibt es nicht. Die MPEG LA verwaltet unter anderem einen Patentpool für das WebM-Konkurrenzformat H.264.
Das Vorgehen der MPEG LA darf getrost als Angriff auf Googles freies Videoformat WebM betrachtet werden, denn die Idee hinter dem WebM-Projekt besteht gerade darin, einen freien Codec anzubieten, der ohne Lizenzierung von Patenten genutzt werden kann. Den Industriestandard H.264 lehnen vor allem Open-Source-Anbieter ab, da sich die Notwendigkeit des Erwerbs von Patentlizenzen nicht mit der Open-Source-Idee vereinbaren lässt.