Android Market: Googles Suche versagt seit einem Monat

Google hat zahlreiche Anbieter von Android-Anwendungen gegen sich aufgebracht. Denn Anfang Juli 2011 hat der Android Market einen neuen Suchalgorithmus und seitdem werden zahlreiche Android-Anwendungen über die Suche nicht mehr gefunden. Das gilt sogar dann, wenn nach dem vollständigen Namen der Anwendung gesucht wird. Aber auch eine Suche nach Schlüsselworten liefert oftmals keine Ergebnisse. Die Folgen für Software-Anbieter sind verheerend.
Viele Softwareanbieter berichten(öffnet im neuen Fenster) , wie ihre Anwendungen in den letzten vier Wochen in der Chartplatzierung abgestürzt sind. Weil ihre Anwendungen von den Nutzern nicht mehr gefunden wurden, brachen die Downloadzahlen und damit die Verkäufe respektive Werbeeinnahmen ein. Die betreffenden Anbieter können solche Einbrüche nach eigener Aussage nicht einfach ausgleichen.
Google untersucht das Problem seit über drei Wochen – ohne Besserung
Eine Woche nach der Umstellung der Suche im Android Market und zahlreichen Beschwerden von Entwicklern hatte Google versprochen, sich um das Problem zu kümmern. Passiert ist seitdem allerdings nichts. Google hat sich seit drei Wochen nicht mehr dazu geäußert, was die Anbieter besonders verärgert. Einige wurden auch von Google mit Standardantworten abgespeist, ohne dass es eine Besserung gab.
Derzeit ist vollkommen unklar, weshalb die Suche im Android Market derart versagt. So mancher Softwareentwickler wundert sich vor allem deshalb darüber, weil Google schließlich einer der Großen im Suchmaschinenmarkt ist und es dann nicht hinbekommt, eine halbwegs funktionierende Suche nach Anwendungen anzubieten.
Unzureichende Suche im Android Market treibt Firma in die Pleite
Ein Softwareanbieter berichtet, dass er bis zur Suchumstellung im Android Market über Monate ordentliche Zuwächse mit seiner Anwendung verzeichnete. Die Anwendung war in der Top 50, seit vier Wochen verlor sie 50 Plätze. Die Menge an Downloads und damit an Umsätzen brach um 50 Prozent ein. Dadurch habe Google sein Unternehmen innerhalb von zwei Wochen in die Pleite getrieben, berichtet der Anbieter.
Ein anderer Entwickler rutschte mit seiner Anwendung aus dem Business-Bereich in den zurückliegenden Wochen von Platz 40 der Charts auf einen Platz jenseits der 100. Vor der Umstellung der Suche habe die Downloadrate bei 400 bis 500 pro Tag gelegen, nun muss sich der Anbieter mit täglich maximal 140 Downloads zufrieden geben. Ein anderer Entwickler berichtet, wie seine Anwendung vor der Suchumstellung bei 1.000 Downloads pro Tag lag und die Downloadrate dann auf gerade einmal 30 Downloads am Tag einbrach.
Schlagwortsuche findet keine Treffer
Ein anderer Softwareanbieter fragt sich, warum bei einer Suche nach "Facebook Chat" Anwendungen wie Angry Birds, Opera Mini, Firefox, Dolphin HD, Evernote, Soccer Livescore und eine H&M-Shopping-Software ganz oben in den Suchergebnissen auftauchen und seine Anwendung mit Facebook-Chatfunktion sehr weit unten in der Liste erscheint. JRT Studio hat in einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster) einige Suchergebnisse aufgelistet, die keine Treffer im Android Market liefern, obwohl es dazu passende Anwendungen geben müsste. Dazu gehören die Suchen nach "Music Social", "Music Tool", "Social Productivity" oder "Finance Tools". Dadurch erhält etwa der Android-Neuling den Eindruck, die Vielfalt im Android Market sei deutlich geringer als sie es eigentlich ist.
Ein weiterer Softwareanbieter beklagt, dass der Android Market immer kostenlose Anwendungen bevorzugen und kostenpflichtige Applikationen erst weiter unten in den Suchergebnissen anzeigen würde.
Neben dem Android Market gibt es zwar für die Android-Plattform alternative Software-Shops, allerdings ist nur die Applikation für den Android Market auf entsprechenden Geräten vorinstalliert, so dass er von den meisten Android-Nutzern verwendet wird. Dadurch führt eine unzureichende Suchfunktion dazu, dass Nutzer viele beliebte Anwendungen nicht mehr finden und somit gar nicht erst installieren. In der Folge brechen die Download- und Verkaufszahlen der Anwendungen ein. Einige Entwickler von Android-Anwendungen haben angekündigt, aufgrund der aktuellen Probleme künftig keine Android-Anwendungen mehr entwickeln und anbieten zu wollen.