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Macbook Air im Test: Schnelles Ultraleichtnotebook mit langer Laufzeit

Zwei aktuelle Macbook-Air-Modelle hat sich Golem.de in die Redaktion geholt: Das 13- und das 11,6-Zoll-Gerät haben wir getestet und auch die Thunderbolt-Schnittstelle ausprobiert.
/ Andreas Sebayang
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Die neuen Macbook-Air-Modelle unterstützen die Thunderbolt-Schnittstelle (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
Die neuen Macbook-Air-Modelle unterstützen die Thunderbolt-Schnittstelle Bild: Andreas Sebayang/Golem.de

Die alten Plastik-Macbooks in weißer Farbe gibt es nicht mehr. Nun ist das Macbook Air der mobile Einsteigermac und kein Luxusrechner mehr. Ohne Laufwerk und mit wenigen Schnittstellen und einem sehr flachen und leichten Gehäuse unterscheidet es sich von anderen Notebooks. Mit dem neuen Prozessor wird das Macbook zudem für diejenigen interessant, die vor dem veralteten Core 2 Duo des Vorgängermodells zurückschreckten. Wir hatten die Gelegenheit, beide Air-Modelle zu testen: das 13,3-Zoll- und das 11,6-Zoll-Gerät.

Macbook Air (Mitte 2011) - Test
Macbook Air (Mitte 2011) - Test (02:52)

Der Formfaktor des kleinen Macbook Air stellt ein Problem dar. Das Notebook hat 11,6-Zoll-Display und müsste damit kaufmännisch eigentlich als 12-Zoll-Notebook eingestuft werden. Das Marketing hat sich allerdings auch bei Windows-Notebooks mit 11,6-Zoll-Displays so weit durchgesetzt, dass diese Geräte meist als 11-Zoll-Notebooks verkauft werden. Der dicke Rahmen um das Display macht das Gerät sogar breiter als viele 12-Zoll-Notebooks. Unser HP 2740p mit seinem 12,1-Zoll-Display ist etwa etwas schmaler und auch das Thinkpad X61s oder das iBook 12 ist nicht so breit wie das kleine Macbook Air. Subjektiv ist das kleine Air dennoch ein sehr kompaktes Notebook. Es bietet eine schön breite Tastatur, mit der sich gut tippen lässt. Die F-Tasten sind allerdings nicht sehr hoch, was mitunter stört. Beim 13-Zoll-Modell ist das anders.

Beide Notebooks bieten eine höhere Auflösung als ein Macbook Pro 13. Beim kleinen Modell sind es 1.366 x 768 Pixel. Hier stört ein wenig, dass in der Höhe weniger Pixel als beim 16:10-Display des Macbook Pro 13 vorhanden sind. Mit 1.440 x 900 Pixel bietet das 13-Zoll-Modell, fast 30 Prozent mehr als das Macbook Pro. Damit ist das Pro zwar noch besser mit Anschlüssen ausgestattet, bietet mehr Speichermöglichkeiten als das Air (RAM, HDD) und ein optisches Laufwerk, das Display ist jedoch kein herausragendes Merkmal mehr.

Die Displays beider Air-Modelle spiegeln. Ändern lässt sich das nicht. Das 13-Zoll-Modell wirft eintreffendes Licht in anderer Farbe wieder zurück. Die Spiegelungen sind leicht lila, was vor allem bei hellen Spiegelungen etwas angenehmer wirkt als die Spiegelungen des 11er-Modells. Zum Glück können beide Displays in vielen Situationen Spiegelungen überstrahlen. Draußen arbeiten bei Sonnenschein geht aber nicht.

Thunderbolt statt Firewire

An der Produktionsqualität gibt es nichts auszusetzen. Das Aluminiumgehäuse ist so stabil, dass das Notebook auch vorne an der Handballenauflage mit zwei Fingern hochgenommen werden kann. Das geht beim kleinen Modell etwas besser, aufgrund des Schwerpunkts und des geringen Gewichts von 1,07 kg. Das 13-Zoll-Air wiegt 1,35 kg. Das Notebook sollte nicht einmal Schaden nehmen, wenn es am Display gegriffen wird. Wir raten allerdings dennoch davon ab, weil die Konstruktion doch sehr filigran wirkt.

Während ULV-Prozessoren in der Windows-Welt langsam aus der Mode kommen - viele Notebookhersteller haben bestehende Designs mit schnelleren Prozessoren ausgestattet - setzt Apple auch weiter auf die Ultra-Low-Voltage-Chips. 17 Watt TDP gibt Intel als Designziel für die Kühlung vor. Das ist natürlich nicht die elektrische Leistungsaufnahme, die ein solches System erzeugt, sondern ein Richtwert für das Notebookdesign. So viel kann ein Prozessor der ULV-Serie prinzipiell verbraten. 17 Watt klingt zwar nach viel, ist aber nur die Hälfte dessen, was ein Normalspannungsprozessor an Abwärme erzeugen kann. Zudem darf nicht vergessen werden, dass neben den beiden CPU-Kernen auch ein Grafikkern mit zum Prozessor-Die gehört. Dedizierte Grafik gibt es beim neuen Macbook Air nicht.

In unseren Testmustern sind ein Core i5-2557M (13,3 Zoll) und ein Core i5-2467M (11,6 Zoll) mit 1,7 beziehungsweise 1,6 GHz, eingebaut - nominal nur ein Taktunterschied von 100 MHz, bei dem integrierten Grafikkern Intel HD 3000 sogar nur 50 MHz (1,2 vs. 1,15 GHz). Trotzdem zeigen sich recht deutliche Unterschiede, da per Turboboost bei dem schnellen Sandy-Bridge-Prozessor bis zu 2,7 GHz möglich sind. Das kleine Macbook Air muss sich mit maximal 2,3 GHz Takt begnügen.

Macbook Air hat erstmals eine schnelle Schnittstelle

Dem Macbook Air fehlte bisher die Firewire-Schnittstelle. Nur zwei USB-Anschlüsse und ein Displayport sind am Vorgängermodell. Dem 13-Zoll-Modell vorbehalten ist ein SD-Kartenleser. Selbst eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle hat es nicht. Die schnellste Möglichkeit zur Datenübertragung beim Vorgänger ist also der USB-2.0-Anschluss, über den rund 30 MByte/s netto zu Datenträgern transferiert werden können. Für heutige Verhältnisse ist das nicht viel. USB 3.0, eSata oder Firewire 800 sind deutlich schneller als USB 2.0.

Das 2011er Modell bietet nun eine Thunderbolt-Schnittstelle statt des Displayport-Anschlusses, auch bekannt unter dem Namen Intel Light Peak. Die Schnittstelle vereint Displayport-Signale und eine schnelle 10-GBit/s-Verbindung. Zumindest in der Theorie schnell genug, um so manche SSD zu überfordern.

Mit Thunderbolt findet zudem der für administrative Zwecke praktische Target Disk Mode Einzug ins Macbook-Air-Design. Wir haben Thunderbolt im Target Disk Mode und Target Display Mode ausprobiert. Bei letzterem fungierte ein iMac 2011 als externes Display für das Macbook Air.

Target-Modi per Thunderbolt ausprobiert

Im Target Display Mode konnten wir einen iMac 2011 (27 Zoll) als Thunderbolt-Display ansprechen. Allerdings waren mehrfach zwei Versuche nötig, bis das Display erkannt wurde, der Grund dafür ließ sich nicht klären. Als Displayport-Monitor meldet sich der iMac aber nicht, das können nur ältere iMacs. Alle neuen Macbooks können sowohl Thunderbolt- als auch Displayport-Monitoren ansprechen. Ein Thunderbolt-Display hat einen Vorteil: Es muss nicht am Ende des Daisy Chainings sein, was bei Displayport-Monitoren der Fall sein muss. Dafür wird der Anwender nun mit der Unterscheidung zwischen Thunderbolt- und Displayport-Monitoren verwirrt.

Daisy Chaining funktionierte mit iMac und Macbook Air übrigens nicht. Sowohl Thunderbolt als auch Displayport sehen das Hintereinanderschalten verschiedener Geräte vor. Wir haben ohne Erfolg versucht, hinter dem Macbook Air den iMac per Thunderbolt und an diesen ein Cinema Display per Displayport anzuschließen. Als Ergebnis hat der iMac das Cinema Display für sich genutzt, während die Kontrolle über das interne iMac-Display an das Macbook Air abgegeben wurde. Das Cinema Display konnte nur per Displayport direkt am Macbook Air arbeiten.

Target Disk Mode

Im Target Disk Mode können die Macbook Air nicht die Geschwindigkeit der internen SSDs ausnutzen. 45 MByte/s schreibend und rund 70 MByte/s lesend sind weit unterhalb dessen, was die SSD eines Macbook Air zu leisten vermag. Nun wird im Target Disk Mode der Rechner auch anders behandelt. Er bootet kein Betriebssystem, sondern verhält sich wie eine überdimensionierte, aber nicht intelligente Festplatte mit Akku. Der Rechner wird heißer als sonst, ein deutlicher Hinweis darauf, dass im Target Disk Mode viele Möglichkeiten der Hardware nicht genutzt werden. Das ist aber auch bei Firewire-Macs der Fall. Trotzdem ist die Verbindung per Thunderbolt nun eine Möglichkeit, Daten schnell vom oder zum Macbook Air zu transferieren.

In der Praxis wird der Target Disk Mode ohnehin nur selten genutzt. Sinnvoller ist der Anschluss externer Thunderbolt-Peripherie. Nur ist die weiterhin Mangelware und auf Spezialfälle beschränkt, so dass wir keine Tests mit einer externen Thunderbolt-Festplatte vornehmen konnten.

Leider ist Apples neue Schnittstelle recht teuer. Allein das 2-Meter-Kabel kostet 50 Euro. In den Kabeln steckt zwar erstaunlich viel Technik, inklusive einigen Chips , aber der hohe Preis alleine schreckt schon ab. Promises RAID-System, derzeit bei Apple der einzige Thunderbolt-basierende Datenträger, ist preislich mit dem Macbook Air zu vergleichen. Ein iMac als Target Display ist ebenfalls zu teuer, nur, um als Monitor verwendet zu werden, und das erste Thunderbolt-Display von Apple wird erst in einigen Wochen ausgeliefert.

Es können derzeit also nur Displayport-Monitore sowie per Adapter HDMI-, DVI- und analoge Displays angeschlossen werden. Gerade Apples Thunderbolt-Display klingt sehr praktisch, denn es ist eine vollwertige Dockingstation. Per Thunderbolt würde das Macbook Air nicht nur ein externes Display erhalten, sondern auch Gigabit-Ethernet, Firewire und weitere USB-Anschlüsse. Das ist aber erst einmal nur Theorie, da wir kein Cinema-Display der aktuellen Generation zur Verfügung hatten.

Sony verfolgt übrigens ein ähnliches Konzept. Per Light Peak wird eine Dockingstation beim Vaio Z angeschlossen. Statt einem Displays ist es aber eine externe Grafikkarte, die schnelle Schnittstellen nach außen hin anbietet, darunter auch USB 3.0. Leider ist Apples Light-Peak-Implementation nicht mit Sonys Variante kompatibel.

Leiser Lüfter

Das Macbook Air ist an sich ein sehr leises Gerät. Der Lüfter dreht in der Regel so leise, dass der Anwender das Ohr ans Macbook halten muss, um ihn zu hören. Bewegliche Teile gibt es dank SSD nicht, Zugriffsgeräusche gibt es also nicht. Nur im Lastfall wird das Macbook Air laut, subjektiv aber mit einer erträglichen Geräuschcharakteristik. Das Macbook Air leitet die entstehende Abwärme recht gut ab. Das Gehäuse wird unter Last stellenweise, vor allem links oberhalb der F-Tasten, so heiß, dass es schmerzt, das Notebook dort zu berühren. Die Unterseite wird auch recht warm, bleibt aber erträglich.

Sonstige Ausstattung

Mit drahtlosen Schnittstellen sind Apples Rechner wie üblich ausgestattet. Dual-Band-WLAN ist bei Apple selbstverständlich. Mit Ausnahme des iPhones kann jedes Gerät von Apple im 5-GHz-Band funken. Zur Geschwindigkeit macht Apple keine Angaben. In letzter Zeit hat Apple Hardware vermehrt mit einer Bruttogeschwindigkeit von 450 MBit/s verbaut, ohne das zu bewerben . Uns gelang es jedoch nicht, eine Verbindung mit 450 MBit/s mit einer Airport Extreme Base Station (erstes 450-MBit-Modell) aufzubauen. Die Verbindung blieb bei 300 MBit/s.

Neu ist Bluetooth 4.0. Das Potenzial der neuen Bluetooth-Version lässt sich aber noch nicht einschätzen. Wie immer fehlt Apples Mobilrechner ein 3G-Modem, das nicht einmal als Option angeboten wird. Gerade bei den Air-Modellen würden wir uns ein integriertes Mobilfunkmodem wünschen und dafür auch den Verlust von Akkulaufzeit hinnehmen.

Bei der Hardware gibt es sonst nur eine kleine Änderung gegenüber den alten Air-Modellen. Die Tastatur besitzt jetzt eine Hintergrundbeleuchtung und die Tastaturbedruckung wurde hier und da an Lion angepasst.

Mac OS X Lion

Zum Betriebssystem muss nicht viel gesagt werden. Wir haben Mac OS X 10.7 alias Lion ausführlich getestet . Lion ist vorinstalliert bei den neuen Macs. Gerätespezifische Unterschiede zu anderen Macs sind uns nicht aufgefallen. Die Build-Nummer des Systems ist erwartungsgemäß nicht mit der App-Store-Variante Identisch. Vermutlich sind gerätespezifische Treiber der Grund. In der Vergangenheit wurden Mac-OS-Versionen meist mit dem nächsten Update gleichgeschaltet.

Eine Besonderheit gibt es dennoch: Es gibt keinen beiliegenden Datenträger für eine Neuinstallation. Wir haben das nicht ausprobiert, aber in der Theorie sollte die Recovery-Partition ausreichen, die beim Starten mit gedrückter Option-Taste erreicht werden kann. Sollte auch hier ein Problem auftreten, beherrschen neue Modelle eine Funktion, das Betriebssystem aus dem Internet herunterzuladen.

Wir würden uns wünschen, dass bei einem so teuren Gerät zumindest ein kleiner Stick samt Betriebssystem beiliegt. Apple geht mit dem Fehlen von Datenträgern denselben Schritt, der auch in der Windows-Welt zu kritisieren ist. Internet-Recovery kann dies nur zum Teil ausgleichen.

Akkulaufzeit

Um die Laufzeit und vor allem die Unterschiede zwischen den beiden Geräten zu ermitteln, haben wir zwei unterschiedliche Tests durchgeführt. Der erste - und erwartungsgemäß zeitaufwendigste - war das Messen bei Ruhe. Wir haben dabei WLAN aktiv gelassen, die Tastaturbeleuchtung auf die kleinste Stufe vor dem Abschalten gestellt, die erste Stunde mit maximaler Helligkeit die Notebooks betrieben und für die weitere Zeit die Helligkeit auf das Minimum gesetzt, allerdings den Helligkeitssensor aktiv gelassen. Die Messung per Automatik begann um 1:30 Uhr, so dass der Helligkeitssensor mit Sonnenaufgang das Display aufhellte.

Um 8 Uhr in der Früh schaltete sich das Macbook Air 11 ab, kam also auf ziemlich gute 7,5 Stunden (6:30 + 1:00). Das Macbook Air 13 war zu diesem Zeitpunkt noch nicht leer und hielt weitere 1,5 Stunden durch, bevor es sich abschaltete. Das sind 9 Stunden bei 1,35 kg Gewicht im 13-Zoll-Formfaktor. Das Macbook Air 11 wiegt rund 280 Gramm weniger. Apple wird insbesondere an der Akkukapazität Gewicht gespart haben. Das kleine Modell hat nur einen 35-Wattstunden-Akku, das große immerhin 50 Wattstunden. Der langsamere Prozessor und das kleinere Display können die geringere Akkukapazität nicht ausgleichen.

Aus diversen Experimenten ergab sich, dass beide Notebooks recht deutlich auf Helligkeitsveränderungen ansprechen. Wer gerne im Dunkeln arbeitet und WLAN nicht braucht, kann sogar höhere Laufzeitwerte erreichen.

Wie wenig Leistung das Gerät aufnimmt, ließ sich an einem Arbeitsbeispiel erkennen. Wir hatten das Notebook am Abend auf minimale Helligkeit gestellt, die Tastaturbeleuchtung ebenfalls auf niedrigster Stufe vor der Abschaltung und WLAN aktiv. Bei 68 Prozent Akkukapazität schätzte das Macbook Air etwas mehr als 7 Stunden Laufzeit. Nur durch das Anstecken zweier USB-Sticks sank diese Schätzung zunächst auf 4 Stunden, um dann nach einigen Minuten bei 6 Stunden stabil zu bleiben. Lastsituationen sorgen entsprechend für recht deutliche Einbrüche bei der Laufzeit. Die Benutzung von Airdrop in diesem Szenario lässt die Laufzeitschätzung um ein Drittel einbrechen, Airdrop empfiehlt sich unterwegs also nur für kleinere Datenmengen, soll der Akku nicht zu sehr belastet werden.

Für einen Akkulaufzeittest im Lastfall haben wir Starcraft 2 (maximale Helligkeit, WLAN aktiv) mit einer externen Maus (Logitech VX Nano) gespielt. Der Empfänger nimmt also zusätzlich Leistung des Akkus der beiden Notebooks auf. Rund 1:35 Stunden war Starcraft 2 auf dem Macbook Air 13 spielbar. Nur 1:20 Stunden waren es beim kleinen Air. Anzumerken ist, dass die Macbooks, sobald sie in den Reservestrombereich geraten, drosseln, um Strom zu sparen. In den letzten Minuten ist Starcraft 2 dann nur noch mit Mühe spielbar.

Das Macbook Air ist ein Meister beim Stromsparen im Ruhemodus. Mitunter schlägt das Macbook Air Atom-basierte Netbooks bei der Laufzeit. Mit einem großen Unterschied: Apples Notebook bietet im Bedarfsfall gute Leistungsreserven, allerdings auf Kosten der Akkulaufzeit. Apple gibt für die beiden Notebooks übrigens Laufzeiten von 5 beziehungsweise 7 Stunden an - nach unserer Einschätzung sind das realistische Werte, wenn sich die Helligkeit nicht im oberen Bereich befindet.

Benchmarks

Die neuen Air-Modelle benutzen weiterhin Ultra-Low-Voltage-CPUs. Das lässt erst einmal befürchten, dass die Leistung drunter leidet. Ein Blick in Intels CPU-Datenbank Ark(öffnet im neuen Fenster) offenbart aber, dass diese CPUs Turboboost unterstützen. Im Bedarfsfall und solange es die Temperatur zulässt, wird auf 2,3 bis 2,7 GHz hochgetaktet. Das ist nahe an den Fähigkeiten von Normalspannungs-CPUs der zweiten Core-i-Generation.

Dementsprechend überraschten auch die Cinebench R11.5-Benchmarks mit guten Zahlen. Für einen groben Vergleich beziehen wir alte Werte unseres Macbook-Pro-13-Kurztests vom März 2011 in die Bewertung ein. Ein ein bis zwei Jahre altes Macbook Pro 13 mit Core 2 Duo kommt auf Werte zwischen 1,25 und 1,38 Punkten im CPU-Benchmark. Diese Werte schlägt das Macbook Air sehr deutlich trotz ULV-CPU mit 2,19 Punkten für das Macbook Air 13 (Core i5-2557M) und 1,93 Punkten für das kleine Macbook Air mit 11,6-Zoll-Display (Core i5-2467M). An ein aktuelles Macbook Pro 13 mit Core i7 kommen die Air-Modelle aber nicht heran, denn das schafft um die 3 Punkte.

Selbst der ULV-Prozessor unserer Testgeräte profitiert also recht deutlich vom Turboboost und Hyperthreading. Die Unterschiede zwischen den beiden ULV-CPUs erklären sich durch den maximalen Turboboost. 2,3 GHz schafft das kleine Macbook Air. Das große Modell hat 400 MHz höheren Takt.

Die ULV-CPUs der Air-Modelle schlagen alte Core-2-Duo-Prozessoren recht deutlich und damit erst recht die alten Macbook-Air-Modelle mit einem ULV-Core-2-Duo. Theoretisch drosseln die neuen Air-Modelle nach einiger Zeit, da die Kühlung für die hohe Last nicht ausgelegt ist. Wir konnten nach einer Stunde Starcraft 2 allerdings keine niedrigeren Cinebench-Werte erkennen. Da wir die tatsächliche Taktfrequenz nicht auslesen konnten, können wir aber nicht ausschließen, dass der Core i5 in der ULV-Version nicht bereits zur Benchmark-Laufzeit bereits drosselt und den Turboboost nicht mehr voll ausnutzt. Die MSR Tools zeigten leider nichts an.

Die Cinebench-GPUs-Tests decken sich weitgehend mit den Werten des Macbook Pro 13. 11,43 FPS waren es beim großen Macbook Air und damit exakt so viel, wie beim Macbook Pro 13. Das 11,6-Zoll-Modell fällt etwas ab und erreicht nur 10,12 FPS.

In der Praxis bedeutet das, dass Spiele wie Starcraft 2 in mittleren Einstellungen und bei nativer Auflösung spielbar sind. Die Bildrate liegt in der Regel oberhalb der 20 Bilder/s. Für Eve Online reicht die Bildrate eingeschränkt aus. Im Weltall hat der Spieler keine Probleme und hohe Bildraten jenseits der 30 FPS bei der nativen Auflösungen. Das Wandern in den neuen Kapitänsquartiere von Eve Online macht aber überhaupt keinen Spaß. Bildraten unter 10 FPS sind normal in den Standardgrafikeinstellungen. Manchmal und insbesondere beim Macbook Air 13 bricht die Bildrate sogar unter 4 FPS ein. Für Portal 2 wiederum reicht die Leistung des Macbook Airs aus.

Zu den SSD-Benchmarks sei angemerkt, dass Apple auch mit den neuen Geräten laut einigen Anwenderberichten unterschiedliche SSDs verbaut. Apple verspricht konsequenterweise keine konkreten Leistungswerte. Unsere beiden Modelle sind mit Toshiba-SSD-Sticks ausgestattet. Es soll auch Geräte mit Samsung-SSDs geben. Die Lese- und Schreibraten wurden kurz mit XBench gemessen. Die beiden Testgeräte gleichen sich weitgehend. Lesend sind maximal etwa 195 MByte/s möglich, schreibend 183 MByte/s. Für die meisten Anwender dürften diese hohen Zahlen kaum von Relevanz sein. Es ist vor allem Reaktionszeit des Flashspeichermediums, die für die gefühlte Leistung verantwortlich ist, und die ist hervorragend. Der Anwender wartet selbst bei großen Programmen nur kurz. Von einer SSD zurück zu einer 5400er-Festplatte zu gehen, ist prinzipiell ein schwerer Schritt.

Den SDXC-Kartenleser haben wir mit zwei SD-Karten durchgemessen. Eine 16 GByte große Sandisk Extreme Pro diente als SDHC-Karte mit UHS-1-Unterstützung. Hier konnten wir die Funktionsfähigkeit von UHS-1 bestätigen. Schreibend waren rund 28 MByte/s möglich, lesend 37 MByte/s. Eine ältere 8-GByte-Karte (Extreme III in der 30 MB/s-Version) erreicht maximal Werte von 24 beziehungsweise 30 MByte/s.

Verfügbarkeit und Fazit

Die neuen Modelle des Macbook Air sind bereits im Handel verfügbar. Die Preise für das 11,6-Zoll-Modell fangen bei 950 Euro an. Das Macbook Air mit 13,3-Zoll-Display kostet 1.250 Euro. Unsere beiden Testmuster liegen preislich bei 1.150 beziehungsweise 1.500 Euro.

Fazit

Viel Auswahl hat der Mac-Anwender nicht. Wer allerdings ein leichtes Notebook sucht, der muss mit dem Macbook Air weit weniger Kompromisse eingehen als noch vor einem Jahr. Der Core i5 der zweiten Generation kommt leistungsmäßig fast an Macbook-Pro-Modelle heran, die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur gibt es nun auch bei Air-Modellen, und mit Thunderbolt gibt es erstmals eine Schnittstelle, die deutlich höhere Geschwindigkeiten bietet als USB 2.0. Der Thunderbolt-Vorteil ist aber erst einmal theoretischer Natur. Wer 1.000 Euro für ein Notebook ausgibt, wird kaum ähnliche Preise für eine externe Festplatte zahlen wollen.

Ein großer Nachteil ist die Speicherausstattung, nicht unbedingt die Kapazität der SSDs, sondern die des RAM. Vom 2-GByte-Einstiegsmodell raten wir klar ab, auch wenn wir es nicht getestet haben. Der Speicher ist aufgelötet, was schnell für Verärgerung in der Praxis sorgen dürfte, da er nicht aufgerüstet werden kann und kaum ausreichen dürfte. Selbst die Modelle mit 4 GByte sind knapp bemessen, da Mac OS X Arbeitsspeicher recht stark auslastet. Wer mehr RAM unter Mac OS X braucht, muss zu einem Macbook Pro greifen.

Das Macbook Air ist sehr zu empfehlen, wenn ein leichtes Gerät mit langer Laufzeit gebraucht wird. Selbst der ein oder andere Windows-Nutzer dürfte neidisch auf die Air-Modelle schielen. Allerdings nicht mehr lange, denn mit den kommende Ultrabooks erhalten die Apple-Geräte zahlreiche Konkurrenten.


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