Boot to Gecko

Mozilla arbeitet an eigenem Betriebssystem

Was Google mit Chrome OS vormacht, will Mozilla mit Boot to Gecko (B2G) auf Basis der in Firefox verwendeten Browserengine Gecko umsetzen: ein Betriebssystem fürs Web. Dabei zielt Mozilla auf Handhelds, Tablets und mobile Geräte.

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Boot to Gecko: Mozilla arbeitet an eigenem Betriebssystem
Boot to Gecko: Mozilla arbeitet an eigenem Betriebssystem (Bild: Mozilla)

Unter dem Namen Boot to Gecko (B2G) arbeitet Mozilla an einem eigenen Betriebssystem fürs Web. Darauf laufen sollen ausschließlich Web-Applikationen, die dank neuer APIs in der Lage sein sollen, es in jeder Hinsicht mit nativen Applikationen aufzunehmen. Das kündigt Mozilla-Entwickler Andreas Gal an und nennt Schnittstellen für Telefoniefunktionen, SMS, integrierte Kameras, USB, Bluetooth und NFC als Beispiele. Allerdings will Mozilla diese neuen Schnittstellen zur Standardisierung einreichen, um das Web voranzubringen und mit seinem Betriebssystem komplett auf Webstandards aufbauen zu können.

Betriebssystem für Handhelds und Tablets

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Mozillas Betriebssystem soll in erster Linie auf Handhelds und Tablets zum Einsatz kommen und Systemen wie iOS, Android und Windows Phone 7 Konkurrenz machen. Die Mozilla-Entwickler gehen davon aus, dass sie in diesem Bereich am meisten bewirken können. In erster Linie richten die Entwickler ihr Augenmerk auf Geräte mit Nvidias Tegra 2, da der Chip umfassende Hardwarebeschleunigung zur Verfügung stellt und beispielsweise auch den freien Codec VP8 beschleunigen kann, der in dem von Mozilla unterstützten Videoformat WebM zum Einsatz kommt.

Android als Basis

Als Basis für das Mozilla-Betriebssystem soll neben der in Firefox verwendeten Browser-Engine Gecko Googles Android zum Einsatz kommen. Dabei sollen nur der Kernel, die Treiber und die libc von Android verwendet werden, andere Teile von Googles Betriebssystem will Mozilla weglassen. Das gilt beispielsweise für das in Java umgesetzte Grafik-API von Android. Das X Window System hält Shaver nicht für eine Alternative.

Neben den neuen APIs für Web-Applikationen soll Mozillas Web-Betriebssystem ein Rechtemodell bieten, um sicherzustellen, dass die neuen Möglichkeiten auf sichere Art und Weise zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen parallel Web-Applikationen entwickelt werden, die die Möglichkeiten des Systems aufzeigen. Als bereits existierendes Beispiel für dieses Vorgehen nennen die Entwickler den in Javascript realisierten PDF-Renderer pdf.js.

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Entwickelt wird Boot to Gecko in Mozillas typischer Offenheit, der Source Code soll bei Github unter github.com/andreasgal/B2G für jeden zur Verfügung gestellt werden. Sinnvolle Ergänzungen für das System nimmt Mozilla nicht nur an, sondern will sie auch in die entsprechenden Standardisierungsgremien tragen, denn, so sagt Gal, es geht nicht darum, tolle Applikationen zu haben die unter Firefox laufen, sondern darum, dass diese im Web funktionieren.

Erweiterter Web Stack für Android als Zwischenschritt

Noch steht das Projekt Boot to Gecko ganz am Anfang. Einige Teile existieren nur in den Köpfen der Entwickler, andere sind noch gar nicht durchdacht. Dennoch geht Mozilla mit den Plänen früh an die Öffentlichkeit, um Expertise von außen einzubeziehen. Denkbar ist zudem, dass zunächst Zwischenschritte hin zu einem Betriebssystem veröffentlicht werden, beispielsweise eine erweiterte Version von Firefox, die zusätzliche lokale APIs bereitstellt und auf bestehenden Android-Smartphones installiert werden kann.

Neben Andreas Gal und Mik Shaver sind bei Mozilla derzeit der Javascript-Erfinder Brendan Eich und Chris Jones dabei, der zusammen mit Gal pdf.js entwickelt hat.

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