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Open-Source-Software

Shuttleworth befürwortet Contributor License Agreements

In seinem Blog bekräftigt Canonical-Gründer Mark Shuttleworth die Notwendigkeit von "Contributor License Agreements" für Open-Source-Projekte. Die Ausführungen sind eine Antwort auf die Kritik des Harmony-Projekts, das von Canonical initiiert wurde.

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Mark Shuttleworth setzt sich für Contributor License Agreements ein.
Mark Shuttleworth setzt sich für Contributor License Agreements ein. (Bild: foobarbaz/Flicker.com CC-BY 2.0)

Mark Shuttleworth plädiert in seinem Blog für Lizenzvereinbarungen für Beitragende in Open-Source-Projekten. Mit solchen CLAs (Contributor License Agreements) treten Entwickler ihre Rechte am Code an das jeweilige Projekt ab. Canonicals Projekt Harmony will Vorlagen zu solchen CLAs anbieten und deren Einsatz fördern. CLAs spalten seit jeher die Open-Source-Community.

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Im Streit um die Verwendung von CLAs argumentiert Shuttleworth, dass es schon bei der Einreichung eines Patches sinnvoll wäre, die Rechte des Codes an ein Projekt zu übertragen. Damit würde auch die Pflege des Patches bei dem Projekt landen. Canonical selbst unterzeichne häufig CLAs und übergebe damit seine Rechte an Patches an die jeweiligen Projekte.

Gegründet wurde das Projekt Harmony im März 2010 von Amanda Brock, der Leiterin der Rechtsabteilung bei Canonical. Erklärtes Ziel ist es, eine Schablone für FOSS-Projekte bereitzustellen, die Vereinbarungen zur Lizenzierung und Übertragung des Urheberrechts eines Entwicklers an ein Projekt bieten.

Das Projekt war in die Kritik geraten, weil die Vereinbarungen angeblich vor allem die Rechte der Firmen stärke und nicht die der Entwickler. Denn dann gilt nicht das Urheberrecht des Staates, in dem der Entwickler lebt, als Verhandlungsgrundlage. Stattdessen würde über einen Vertrag zwischen der Firma und dem Entwickler verhandelt werden, wobei die jeweilige Rechtsprechung des gewählten Standortes gilt.

Der Linux-Kernel verlangt dazu im Gegensatz keine Beitragsvereinbarung seiner Entwickler und dessen Code steht vollkommen unter der GPLv2. Die beiden Kritiker des Harmony-Projekts, der Free-Software-Aktivist Bradley M. Kuhn und der von Red Hat als Anwalt angestellte Richard Fontana befürworten diese sogenannte Inbound-Outbound-Regelung. Entwickler erklären sich dabei mit der Lizenz einverstanden, die das jeweilige Projekt verwendet, für das sie ihren Quellcode schreiben.

Der leitende Entwickler des Open-Source-Spiels The Battle for Wesnoth, David White, hatte hingegen vor einem Jahr das Problem, dass der Source-Code unter der GPL stand und das Copyright bei den jeweiligen Entwicklern lag. Er gab die Erlaubnis zur Entwicklung einer iPhone-App, ohne sich die Zustimmung der anderen Entwickler eingeholt zu haben. Daraufhin wurde eine Liste aller Entwickler erstellt, deren Arbeit auch in die iPhone-Version geflossen war, um dann weitere Diskussionen und eine Abstimmung zu ermöglichen.

Letztendlich kam es nie zu einer Abstimmung: Die Anwendung ist immer noch im App-Store erhältlich und kostet dort etwa 3 Euro. Einige Entwickler kritisierten die restriktive Lizenz durch Apple und sahen sie als unvereinbar mit der GPL, unter der das Spiel steht - seitdem haben sie sich aus der Entwicklung für The Battle for Wesnoth zurückgezogen. Über eine Portierung in Apples Mac Store wurde ohne Ergebnis diskutiert.

Damals sagte White, dass, wenn er jemals wieder ein Open-Source-Projekt gründen würde, dann werde er eine Lizenzvereinbarung für Beitragende von den Entwicklern einfordern. Damit würden sie dem Projekt das Recht übertragen, den Code nach eigenem Ermessen zu nutzen. Noch besser sei aber die komplette Abtretung des Copyrights an das gemeinnützige Projekt, so White. Dann könne der Quellcode auch unter weitere Lizenzen gestellt werden.

Andere Projekte wie etwa Apache verwenden ebenfalls CLAs, allerdings verzichten sie auf die sogenannte Choice-of-Law-Klausel.

Unter dem Blogeintrag von Shuttleworth argumentierten einige Entwickler, es reiche, weniger restriktive Lizenzen zu verwenden, etwa die BSD- oder MIT-Lizenz, die eine Relizenzierung erlauben würden. Canonical selbst nutze die BSD-Lizenz, etwa für die Übersetzungen, die bei Launchpad eingereicht werden.



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