Test Bastion

Kleiner Held, großer Erzähler

Manchmal reicht ein Detail, um ein Spiel zu etwas Besonderem zu machen: Im Falle von Bastion ist es ein scheinbar allwissender Erzähler, der fast jede Aktion des Helden kommentiert. Schade nur, dass ausschließlich Spieler mit guten Englischkenntnissen in den ganzen Genuss des über Xbox Live verfügbaren Titels kommen.

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Bastion
Bastion (Bild: Supergiant Games)

"The kid's in trouble", sagt der Erzähler - und ja, der Held in Bastion hat tatsächlich ein paar Probleme. Er erwacht eines Tages nach einer Katastrophe, die seine Welt vernichtet hat, in einer heruntergekommenen Hütte. Dann macht er sich auf den Weg ins Abenteuer. Der Held: Das ist in Bastion ein kleiner, trauriger Junge, der selbst nicht spricht. Stattdessen kommentiert ein weise und alt klingender Erzähler so gut wie alles, was der Spieler gemeinsam mit Kid erlebt. Nach und nach wird immer deutlicher, was in der düsteren Welt passiert ist und was Kid dagegen tun kann.

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Nach ein paar Spielminuten steht der Spieler vor dem tatsächlich graubärtigen, alles andere als jugendlichen Erzähler und zwar in der Bastion, einem zentralen Level, der als Hub fungiert und in den Kid immer wieder zurückkehrt. Dort kann er Gebäude an festgelegten Stellen freischalten, etwa einen Waffenladen oder eine Schmiede, um sein Kriegsgerät nach eigenen Vorstellungen einzurichten.

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Die meiste Zeit verbringt Kid mit dem Erkunden von Plattformen. Das besondere an den Plattformen ist, dass der Untergrund an den meisten Stellen erst dann aus der Dunkelheit auftaucht, sobald der Spieler in der Nähe des richtigen Weges ist - was so gut wie immer intuitiv erkennbar ist. Kid liefert sich regelmäßig Kämpfe mit unterschiedlichen Monstern, die Palette reicht von kleinen geisterähnlichen Wesen bis hin zu riesigen Biestern.

Das Kampfsystem erinnert entfernt an Diablo und ähnliche Titel. Mit einer Nahkampfwaffe in der einen Hand vermöbelt Kid die Gegner direkt in der Nähe, mit einer Fernkampfwaffe schaltet er weiter entfernte Opponenten aus. Beide lassen sich in mehreren Stufen und mit ausreichend eingesammelten Credits verbessern. Wichtig ist auch der Schild, der etwa die Geschosse von Geschütztürmen zurückwirft und so eine der wichtigsten Waffen ist. Die Steuerung ist ganz unkompliziert gehalten, aber in größeren Feindgruppen - in denen Kid öfter steht - funktioniert die Zielaufschaltung nicht sehr gut. Gelegentlich fühlt sich das Ganze dann fummelig an.

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Das vom kalifornischen Entwicklerstudio Supergiant Games produzierte Bastion ist nur als rund 560 MByte großer Download in Xbox Live verfügbar. Der Preis liegt bei 1.200 MS-Punkten, also rund 14 Euro. Das Spiel hat keine Alterskennzeichnung der USK, die amerikanische ESRB hat ein "E10" (Everyone 10+) vergeben. Eine PC-Version soll noch 2011 erscheinen. Von Plänen für eine Portierung auf die Playstation 3 ist nichts bekannt.

Fazit:

Eigentlich ist Bastion ein echtes Kleinod: Die düstere Grafik und der lakonische Erzähler ergeben eine wunderbar stimmige Atmosphäre. Das grundsätzliche Gameplay ist zwar eher simpel gestrickt, macht aber Spaß und bietet genug Abwechslung. Schade, dass das Kampfsystem zwar durchdacht wirkt, aber ein bisschen zu hakelig ausgefallen ist und sich nicht rund anfühlt. Schade auch, dass Publisher Warner Bros. dem Titel keine alternativ verfügbare deutsche Sprachausgabe gegönnt hat - selbst Spieler mit guten Englischkenntnissen dürfen in Bastion gelegentlich Probleme haben, im Kampfgetümmel den Kommentaren zu folgen. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, sollte den Abenteuern von Kid eine Chance geben.

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