Abo
  • Services:

Onlinedienst

France Télécom stellt Minitel 2012 ein

Anders als BTX war Minitel ein echter Renner: Weil die französische Post und später France Télécom die Terminals kostenlos zur Verfügung stellten, war der Onlinedienst in Frankreich sehr beliebt. Nun ist Minitel technisch veraltet und soll deshalb 2012 nach 30 Jahren abgeschaltet werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Konnte schon E-Commerce: Minitel-Terminal aus dem Jahr 1982
Konnte schon E-Commerce: Minitel-Terminal aus dem Jahr 1982 (Bild: Tieum/Wikipedia - CC-BY-SA)

Die France Télécom hat das Ende für Minitel eingeläutet. Grund für die Entscheidung ist die veraltete Technik. Liebhaber des Onlinedienstes bekommen aber noch einen Aufschub: Die Abschaltung sei für kommendes Jahr geplant, berichtet das Wall Street Journal.

Stellenmarkt
  1. Wirecard Service Technologies GmbH, Aschheim bei München
  2. OPERATIONAL SERVICES GMBH & CO. KG, Frankfurt am Main

Ende der 1970er Jahre hatte die französische Regierung die Einführung eines Onlinedienstes beschlossen, der unter anderem das gedruckte Telefonbuch ersetzen sollte. 1982 führte die französische Post (Poste, Téléphone et Télécommunications, PTT) Minitel ein. Um den Dienst nutzen zu können, brauchten die Franzosen ein Terminal mit einem Schwarz-Weiß-Bildschirm und einer kleinen Tastatur, das die PTT Unternehmen und Privatleuten kostenlos zur Verfügung stellte.

Elektronisches Telefonbuch und E-Commerce

Über den Onlinedienst konnten die Nutzer Telefonnummern nachschlagen, elektronische Botschaften verschicken und Nachrichten abrufen. Außerdem bot Minitel die Möglichkeit, Börsenkurse abzurufen, das Konto einzusehen sowie Zugfahrkarten, Flugtickets und anderes einzukaufen.

Anders als Bildschirmtext (BTX), den die deutsche Bundespost 1983 einführte, war Minitel sehr erfolgreich: In den späten 1990er Jahren nahm die France Télécom, die 1991 aus der Aufspaltung von PTT in Post- und Telekommunikationsdienste hervorgegangen ist, mit Minitel umgerechnet knapp eine Milliarde Euro im Jahr ein. Noch im vergangenen Jahr lagen die Einnahmen bei 30 Millionen Euro. Der Großteil davon geht an die Diensteanbieter - 2010 reichte die France Télécom etwa 85 Prozent weiter. Abgerechnet wird die Nutzung von Minitel nach Zeit. Die Bezahlung erfolgt über die Telefonrechnung.

Neun Millionen Terminals

Anfang des vergangenen Jahrzehnts hatte Minitel die meisten Nutzer: Etwa neun Millionen Terminals standen in Unternehmen und Privathaushalten. Heutzutage sind es noch etwa eine Million. Später konnte Minitel auch vom Computer aus genutzt werden. Zeitweise nutzte fast die Hälfte (25 Millionen) der 60 Millionen Franzosen Minitel. Kritiker sagen, dass die Beliebtheit von Minitel die Einführung des Internets in Frankreich verzögert habe.

Zum 30. Juni 2012 wird die France Télécom ihren Onlinedienst nach 30 Jahren einstellen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 3,82€
  2. 299€
  3. 499€ + Versand
  4. (-80%) 3,99€

Folgen Sie uns
       


Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug - Bericht

Wasserstoff statt Diesel: Der Nahverkehrszug der Zukunft soll sauber fahren. Der französische Konzern Alstom hat einen Zug mit einem Brennstoffzellenantrieb entwickelt, der ohne Oberleitung elektrisch fährt. Wir sind eingestiegen.

Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug - Bericht Video aufrufen
Thermalright ARO-M14 ausprobiert: Der den Ryzen kühlt
Thermalright ARO-M14 ausprobiert
Der den Ryzen kühlt

Mit dem ARO-M14 bringt Thermalright eine Ryzen-Version des populären HR-02 Macho Rev B. Der in zwei Farben erhältliche CPU-Kühler leistet viel und ist leise, zudem hat Thermalright die Montage etwas verbessert.
Ein Hands on von Marc Sauter


    God of War im Test: Der Super Nanny
    God of War im Test
    Der Super Nanny

    Ein Kriegsgott als Erziehungsberechtigter: Das neue God of War macht nahezu alles anders als seine Vorgänger. Neben Action bietet das nur für die Playstation 4 erhältliche Spiel eine wunderbar erzählte Handlung um Kratos und seinen Sohn Atreus.
    Von Peter Steinlechner

    1. God of War Papa Kratos kämpft ab April 2018

    NUC8i7HVK (Hades Canyon) im Test: Intels Monster-Mini mit Radeon-Grafikeinheit
    NUC8i7HVK (Hades Canyon) im Test
    Intels Monster-Mini mit Radeon-Grafikeinheit

    Unter dem leuchtenden Schädel steckt der bisher schnellste NUC: Der buchgroße Hades Canyon kombiniert einen Intel-Quadcore mit AMDs Vega-GPU und strotzt förmlich vor Anschlüssen. Obendrein ist er recht leise und eignet sich für VR - selten hat uns ein System so gut gefallen.
    Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

    1. Crimson Canyon Intel plant weiteren Mini-PC mit Radeon-Grafik
    2. NUC7CJYS und NUC7PJYH Intel bringt Atom-betriebene Mini-PCs
    3. NUC8 Intels Mini-PC hat mächtig viel Leistung

      •  /