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Ultimatum: Anonymous Österreich erpresst GIS

Die österreichische Gebühreneinzugszentrale GIS muss bis 18 Uhr öffentlich über die Tragweite des Hacks von vergangener Woche informieren – andernfalls wollen österreichische Anonymous-Mitglieder die dabei erbeuteten Daten veröffentlichen.
/ Christian Klaß
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Anonymous' Countdown für die GIS (Bild: Anonymous Österreich / Screenshot von Golem.de)
Anonymous' Countdown für die GIS Bild: Anonymous Österreich / Screenshot von Golem.de

Anonymous Österreich hat die ORF Gebühren Info Service GmbH (GIS)(öffnet im neuen Fenster) aufgefordert, bis zum 25. Juli 2011 um 18 Uhr öffentlich bekannt zu geben, wie viele Daten österreichischer Bürger tatsächlich von den Aktivisten kopiert werden konnten . Andernfalls werde ein zensiertes Backup der Datenbank veröffentlicht. Auf einer eigenen Website wurde ein GIS-Countdown(öffnet im neuen Fenster) eingerichtet.

"Somit kann sich jeder Bürger selbst davon überzeugen, wie die GIS der Bevölkerung offen ins Gesicht lügt" , heißt es seitens Anonymous Österreich. "Es geht uns dabei nicht darum, den Zwangskunden zu schaden. Vielmehr wollen wir die eklatanten Verstöße der GIS gegen das Datenschutzgesetz aufzeigen."

Anonymous berichtet von ausgelesenen 211.695 Datensätzen, davon 95.954 mit Kontodaten – die Daten stammten aus Online-Änderungsanträgen aus den Jahren 2007 bis 2011. Heise Security sagte ein GIS-Sprecher in der vergangenen Woche, dass die Zahlen zu hoch gegriffen(öffnet im neuen Fenster) seien. Die GIS soll nach Informationen von Gulli bereits vor Monaten über die Sicherheitslücke informiert gewesen(öffnet im neuen Fenster) sein, sie aber konsequent ignoriert haben.

"Keinesfalls dürfen solch sensible Daten über Jahre hinweg gespeichert werden und schon gar nicht für praktisch jedermann so leicht zugänglich gemacht werden. Diese Arbeitsweise der GIS ist auf das Schärfste zu verurteilen und sollte von Seiten der Justiz verfolgt werden" , schreiben österreichische Anonymous-Mitglieder in einem offenen Brief(öffnet im neuen Fenster) . Die Aktivisten informieren im Twitter-Feed Anonaustria(öffnet im neuen Fenster) über die Entwicklung.

Die Website der GIS ist weiterhin offline, nachdem Anonymous sie wiederholt gekapert und Besucher auf eine eigene Website umgeleitet hatte.

Nachtrag vom 25. Juli 2011, 18:30 Uhr

Die GIS hat bereits am Mittag reagiert und eine Stellungnahme zum Anonymous-Hack veröffentlicht.


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