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Echtzeit-Kernel: Linux 3.0rc7 erfolgreich gepatcht

Der Kernel-Entwickler Thomas Gleixner hat den Linux-Kernel 3.0rc7 bereits erfolgreich zu einem Echtzeit-Kernel gepatcht. Die Veränderungen konnten deutlich schneller eingepflegt werden als in den Kernel-Versionen zuvor.
/ Jörg Thoma
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Das Linux-Maskottchen Tux (Bild: Larry Ewing)
Das Linux-Maskottchen Tux Bild: Larry Ewing

Der letzte stabile Linux-Kernel, der ein Echtzeit-Pendant besitzt, ist Kernel 2.6.33 vom Februar 2010. Er wird noch mit Updates versorgt. Seitdem ist es Realtime-Kernel-Betreuer Thomas Gleixner nicht mehr gelungen, einen entsprechenden stabilen Kernel zu bauen. Sein letzter Versuch mit Kernel 2.6.38 scheiterte kläglich, schreibt Gleixner(öffnet im neuen Fenster) .

Nun ist es dem Kernel-Entwickler in kürzester Zeit gelungen, den Code der letzten Vorabversion des aktuellen Kernels in eine funktionierende Echtzeit-Variante umzuwandeln. Die Anzahl der Patches habe sich gegenüber 2.6.33 deutlich reduziert.

Zudem seien die Änderungen deutlich weniger tiefgreifend als in den Versionen zuvor. Damit könnten die Patches bald in den Hauptzweig des Kernels aufgenommen werden. Ein großer Schritt war bereits bei Kernel 2.6.39 getan. Damals hatte Thomas Gleixner Patches für die "Forced Threaded Interrupt Handlers" eingereicht, mit denen die meisten Interrupts in Kernel-Threads abgearbeitet werden, um die Latenzzeiten zu senken. Die Funktion wurde bereits in den Echtzeitversionen des Linux-Kernels verwendet.

Geschwindigkeit durch niedrige Latenzzeiten

Echtzeit-Kernel oder Real-Time-Kernel(öffnet im neuen Fenster) bilden die Basis für Real Time Operating Systems (RTOS) und sorgen für eine höhere Leistung, indem beispielsweise Speicherverwaltung und Scheduler definierte Antwortzeiten erhalten. Dadurch sollen die Latenzzeiten des Betriebssystems gesenkt werden. Echtzeitkernel werden in Embedded-Systemen sowie der professionellen Musikproduktion eingesetzt.

Weitere Betriebssysteme mit Echtzeitkernel(öffnet im neuen Fenster) sind etwa Windows CE oder QNX. QNX läuft beispielsweise auf dem Blackberry Playbook .

Die Patches für Linux 3.0rc7 stehen zum Download bereit(öffnet im neuen Fenster) . Gleixner bittet Interessierte, die Vorabversion des Echtzeit-Kernels ausgiebig zu testen.


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