Baidu Browser: Chinesische Suchmaschine macht Internet Explorer Konkurrenz

Eigene Suchmaschine und eigener Browser: Das chinesische Internetunternehmen Baidu tritt in die Fußstapfen von Microsoft und Google und hat einen eigenen Browser herausgebracht, berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) . Das Programm, das Baidu im April 2011 angekündigt hatte, heißt schlicht Baidu Browser und kann in einer Betaversion kostenlos von der Website des Anbieters heruntergeladen(öffnet im neuen Fenster) werden. Eine aktualisierte Version des Programms will Baidu in den kommenden Monaten bereitstellen.
Nur für Windows
Vom Design her erinnert der Baidu Browser, der ausschließlich für das Betriebssystem Windows (ab XP) zur Verfügung steht, an Googles Browser Chrome. Baidu hat nach eigenen Angaben den Browser mit Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet, um die Nutzer vor Schadsoftware zu schützen.
Der Browser verfügt über eine Art App Store, über den Nutzer Anwendungen im Browser öffnen können. Die Apps sind derzeit kostenlos. Baidu erwäge aber, den Entwicklern auch die Möglichkeit zu geben, kostenpflichtige Apps anzubieten, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. Baidu solle dann einen Anteil am Verkaufspreis erhalten.
Baidus Musiksuche
Außerdem hat Baidu Abkommen mit One Stop China (OSC) geschlossen, einem Joint Venture der Musikunternehmen Universal, Warner und Sony. Die Musikunternehmen stellen Baidu 500.000 Musikstücke aus ihrem Repertoire zur Verfügung, die die Nutzer der Suchmaschine durchsuchen und kostenlos herunterladen dürfen. Baidu zahlt für die Songs Lizenzabgaben an OSC. Zudem soll OSC einen Teil von den Werbeeinnahmen erhalten, die Baidu über das Musikangebot Baidu Ting(öffnet im neuen Fenster) generiert. Baidu Ting steht allerdings nur Nutzern in China zur Verfügung.
Mit dem Baidu Browser und Baidu Ting will Baidu seine Stellung auf dem chinesischen Markt festigen. Bei der Suche hat das 2000 von Robin Li gegründete Unternehmen einen Marktanteil von gut 75 Prozent. Den Browsermarkt in China beherrscht nach wie vor Microsoft: Über 80 Prozent der 457 Millionen Internetnutzer surfen mit dem Internet Explorer. Daneben werden noch einige inländische Produkte genutzt. Im Westen verbreitete Browser wie Opera, Firefox oder Chrome spielen in China kaum eine Rolle.