Galaxy Tab 10.1 im Test: Schlankes Tablet mit Android 3.1 und guter Ausstattung

Vier verschiedene Galaxy Tabs sind derzeit das Thema von Nachrichtenseiten, doch nur eines davon steht kurz vor dem Verkaufsstart. Das Galaxy Tab 10.1 ist der Nachfolger des 10-Zoll-Geräts Galaxy Tab 10.1V, einem gewissermaßen plötzlich unerwünschten Gerät, das wir erst im Mai 2011 getestet haben . Ein Auslaufmodell, das Vodafone Deutschland nicht mehr lange anbieten wird und von Samsung auch nicht mehr produziert wird. Neben diesen beiden Geräten gibt es noch das Galaxy Tab aus dem Jahr 2010 und das kommende Galaxy Tab 8.9.

Das Galaxy Tab 10.1 hat eine interessante Vorgeschichte. Es ist eigentlich eine Reaktion auf Apples iPad 2, das im Test als dünnes und leichtes Gerät aufgefallen ist . Das 10.1V wurde – damals noch als 10.1 – kurz vorher auf dem Mobile World Congress im Februar 2011 vorgestellt und wirkte mit der Vorstellung des iPad 2 Anfang März plötzlich dick. Das konnte Samsung nicht auf sich sitzen lassen. Mitte März wurde dann eiligst nachgelegt und das hier getestete Galaxy Tab 10.1 und das kleinere 8.9 vorgestellt.

































Galaxy Tab 8.9 ist noch kleiner
Neben dem 10.1 soll innerhalb eines Monats auch noch das kleinere Tablet mit 8,9 Zoll in der Bildschirmdiagonalen auf den Markt kommen. Testen werden wir es voraussichtlich nicht, da das Galaxy Tab 8.9 bis auf den Formfaktor identisch ist. Wir haben uns kurz eine Vorversion von dem Gerät angeschaut. Wenn die beiden Größen nicht direkt nebeneinander liegen, kann es schon passieren, dass sie verwechselt werden. Das 8.9er ist zwar handlicher, aber der Unterschied zum alten Galaxy Tab mit 7-Zoll-Display ist bei weitem nicht so deutlich. Es ist eher eine Geschmackssache, ob man lieber ein 9- oder 10-Zoll-Tablet haben möchte. Auffallend ist aber, dass das 7-Zoll-Gerät plötzlich doch ziemlich klobig wirkt.
Vermutlich gibt es kleinere Unterschiede bei den Akkulaufzeiten. Zwar ist das Display kleiner und dürfte den kleineren Akku entlasten, aber Dinge wie Prozessor, RAM oder Funkeinheiten verändern sich selbstverständlich nicht durch das kleinere Gehäuse. Bevor wir uns der Hardware widmen, betrachten wir im Test aber zunächst einmal die Anpassungen, die Samsung an Android 3.1 vorgenommen hat. Davon gibt es einige:
Angepasste Oberfläche
Ein großes Unterscheidungsmerkmal zur Android-Konkurrenz ist die Anpassung des Systems durch Samsung selbst. Touchwiz nennt sich diese und fällt vor allem durch die praktischen Minianwendungen auf. Ein Antippen auf den Pfeil in der Mitte der unteren Leiste lässt fünf kleine Anwendungssymbole auftauchen, sogenannte Miniapps. Diese sind fest, können also nicht ausgetauscht werden. Dafür kann der Anwender diese Miniapps über laufende Anwendungen benutzen. Sogar in Spielen. Sie verdecken dann einen kleinen Teil des Bildschirms. So bekommt der Anwender beispielsweise einen Taschenrechner, den MP3-Player oder den Kalender zu Gesicht, ohne Multitasking zu bemühen. Des Weiteren gehören ein Notizzettel und eine Weltuhr dazu.

































Besonders praktisch fanden wir den einblendbaren Task Manager. Aktive Anwendungen können geschlossen oder der Speicher geleert werden. Das ist vor allem für Android-Anfänger hilfreich, die sich ein bisschen mehr mit dem Betriebssystem auseinandersetzen wollen. Die Minianwendungen Taschenrechner und Task Manager sind die beiden einzigen, die kein Vollbildgegenstück haben. Die Notizanwendung als Beispiel ermöglicht auch als normale Anwendung die Bedienung und damit die Verwaltung verschiedener Notizen. Zudem lohnt sich für diese Anwendung eventuell ein kapazitiver Stift, da Notizen auch handschriftlich sein können. Es gibt aber keine Handschrifterkennung.
Die anderen Anpassungen fallen zunächst kaum auf. Die Startbildschirme besitzen eine Zahlenreihe oben. Darüber kann der Anwender schnell direkt jeden einzelnen Startbildschirm anspringen, ohne die einzelnen Seiten durchwischen zu müssen. Auch beim Programmstarter gibt es praktischerweise eine solche Zahlenreihe. Leider ist die Sortierung alphabetisch und lässt sich nicht ändern. Es wäre wünschenswert, wenn Samsung das per Update noch ändern würde. Die Widgets können dank Android 3.1 in der Größe angepasst werden, damit der Platz besser ausgenutzt wird.
Zahlreiche Programm- und Einstellungssymbole entsprechen vom Design her dem, was Anwender von anderen Samsung-Geräten kennen. Vor allem knallige Farben werden verwendet. Wer Samsungs 7-Zoll-Galaxy-Tab kennt, wird sich durch das Design schnell heimisch fühlen.
In die Kategorie nett, aber eigentlich nutzlos gehört Samsungs Möglichkeit, den Lagesensor für das Verkleinern oder Vergrößern von Inhalten zu nutzen. Das geht etwa in der Galerie oder im Browser. Dazu berührt der Anwender den Bildschirm mit zwei Fingern und kippt das Tablet nach vorne oder hinten, um Inhalte zu vergrößern. Das ist aber bei weitem nicht so präzise wie das Nutzen der Spreizgeste mit zwei Fingern, so dass wir uns im Test nicht an diese Funktion gewöhnen konnten.
Zur Anpassung gehört auch Samsungs Softwareinfrastruktur, die genutzt werden kann, aber nicht muss. So wird etwa ein Social Hub zur einfachen Verknüpfung der eigenen Onlineaktivitäten angeboten und ein Musikshop alias Music Hub. Der ist zum Teil aber recht teuer, mit Preisen bis hin zu 1,49 Euro je Titel. In den Top 10 sind nur wenige Songs für 99 Cent zu finden. Im Laufe der kommenden Wochen und Monate soll zudem ein Filmangebot mit Leihmöglichkeit starten und ein Games Hub eröffnet werden. Samsung plant also noch einiges. Das erinnert ein wenig an HTC, das mit dem Tablet Flyer auch erst noch die Infrastruktur aufbaut.
Neben dem Android Market von Google gibt es auch von Samsung einen Shop für Anwendungen. Der ist spärlich bestückt und soll vor allem Samsung-exklusive Titel beherbergen. Rund zwei Dutzend Titel sind bisher in dem Samsung-Apps-Angebot. Das dürfte sich in den kommenden Monaten sicherlich erhöhen, aber nicht an den Android Market herankommen. Interessanterweise benötigen Samsung-Apps besondere Rechte, da sie von einer fremden Quelle installiert werden. Wer den Haken für ein Update setzt, sollte ihn danach wieder entfernen, damit nicht versehentlich Anwendungen aus anderen Quellen installiert werden. Außerdem muss für Samsung-Apps die SIM-Karte unverständlicherweise aktiv sein. Das war allerdings auch beim ersten Galaxy Tab der Fall. Wer keine SIM-Karte hat, kann Samsung-Apps gar nicht benutzen.
Dünnes und leichtes Tablet mit guter Hardware
Obwohl das Galaxy Tab 10.1 mit gemessenen 8,5 mm ziemlich dünn ist und eine Kunststoffschale auf der Rückseite hat, ist es ziemlich verwindungssteif. Der Anwender muss also nicht befürchten, dass ihm das Tablet zerbricht. Wir haben schon dickere Geräte in der Hand gehabt, die nicht so stabil gebaut sind. Wenn das Gerät abgeschaltet ist, merkt der Anwender aber eventuell einen Konstruktionsnachteil. Wir konnten auf dem Display mit leichtem Druck interessante Muster erzeugen, die offenbar durch das Zusammendrücken von Displayschichten entstehen.

































Glücklicherweise sieht der Anwender die Muster bei normaler Displayhaltung nicht immer. Es fällt bei dunklen Bildern aber durchaus auf. Die Tragweite des Effekts ist schwer zu beschreiben und auch fotografisch nicht einfach einzufangen, so dass wir auf die Szene in unserem Video verweisen.
US-Seriengeräte sollen auch betroffen sein
Unser Testmuster ist ein Vorseriengerät von Samsung. Der Effekt tritt offenbar aber auch bei US-Seriengeräten auf, die bereits verkauft werden. Newton-Ringe(öffnet im neuen Fenster) kennt beispielsweise die US-Seite Androidpolice.com von mehreren Seriengeräten. Betroffen ist aber anscheinend nur ein kleiner Teil der Produktion. Ob die deutschen Seriengeräte davon auch betroffen sein werden, lässt sich noch nicht sagen. Aufgrund des späteren Marktstarts in Deutschland stehen aber zumindest die Chancen gut, dass Samsung das Problem bis dahin in den Griff bekommt. Samsung kennt das Phänomen und sagte Golem.de, dass nur ein kleiner Teil der US-Geräte betroffen sei. Wer sich ein Galaxy Tab 10.1 kauft, der weiß aber immerhin, worauf er achten muss.
Übrigens ist das Phänomen temperaturabhängig. Nachdem wir das Tablet in einen normalen Kühlschrank gelegt hatten, verschwand der Fleck vorübergehend.
Gutes Display mit PLS-Technik
Beim Display setzt Samsung auf PLS-Technik und einen kapazitiven Touchscreen. Genauso wie beim Galaxy Tab 10.1V, bei dem die Technik erstmals im großen Stil zum Einsatz kam. Später soll es auch Monitore mit PLS-Paneln geben.
Die PLS-Technik bietet gegenüber IPS-Paneln weder große Vor- noch Nachteile im normalen Betrieb. Samsungs Panel ist schön hell und bietet knallige Farben. Nur bei flachen Einblickwinkeln ist es vernachlässigbar dunkler als beispielsweise ein iPad 2 mit IPS-Panel.
In der Redaktion konnten wir uns nicht einigen, welches Display besser wirkt. Subjektiv störten sich einige an dem recht kühlen Bild des Galaxy Tabs. Gefallen haben dafür einigen die deutlich stark wirkenden Farben. Sie sind aber nicht so überbetont wie bei einigen Amoled-Displays. Insgesamt sollte die PLS-Technik nicht überbewertet werden, die Darstellung ist doch eine Frage des Geschmacks. Wenn Galaxy Tab und iPad nicht nebeneinander liegen, fallen die Unterschiede nur einem geschulten Auge auf.
Die Helligkeit des Displays kann automatisch an das Umgebungslicht angepasst werden. Dabei bietet das Galaxy Tab eine Grundeinstellung der Helligkeit im Automatikbetrieb. Wie bei vielen anderen Android-Geräten lässt sich die Grundhelligkeit leider nicht nachträglich manipulieren. Das Galaxy Tab gehört aber zu den Tablets, bei denen dieses Manko kaum stört.
Deutliche Gewichtsreduktion
Samsung hat es geschafft, das 10-Zoll-Tablet mit nur 566 Gramm Gewicht zu konstruieren. Rund 40 Gramm weniger als Apples iPad 2 oder das Galaxy Tab 10.1V mit vergleichbarer Ausstattung.

































Samsungs Tablet ist funktechnisch wie das iPad 2 3G ausgestattet. WLAN gibt es auf zwei Bändern (802.11a/b/g/n), ein 3G-Modem (HSPA+ auf vier Bändern) ist dabei und auch Bluetooth 3.0 besitzt das Tablet. Alle Funkeinheiten lassen sich per Offlinemodus schnell abschalten. Das gezielte Einschalten von Bluetooth oder WLAN im Offlinemodus ist auch möglich, so dass bei deaktiviertem Mobilfunk auch Bluetooth und WLAN getrennt voneinander zugeschaltet werden können. Der Prozessor ist ein Dual-Core Tegra 2 (1 GHz) mit internem Grafikkern, dem 1 GByte RAM zur Seite steht. Die Speicherkapazität liegt bei 16 oder 32 GByte. Später soll noch ein 64-GByte-Modell erscheinen. Unser Testmuster hat 16 GByte. Weitere technische Daten gibt es im Datenblatt(öffnet im neuen Fenster) .
SIM-Karteneinschub braucht geschickte Hände
Der SIM-Kartenschacht ist eine ziemlich fummelige Angelegenheit. Wer zu kurze Fingernägel hat, bekommt eine SIM-Karte eventuell nicht vernünftig hereingedrückt. Zum Glück werden die meisten Anwender die Karte nicht allzu häufig wechseln. Die SIM-Karte ist hinter einer Klappe gut geschützt.
Anschlüsse nur per Adapter
Mager ist die Anschlussausstattung des Galaxy Tab 10.1. Bei einem so schlanken Gerät wundert das allerdings nicht. Entsprechende Steckplätze und Leitungen neben dem Akku, dem Display und der Hauptplatine zu verlegen, dürfte keine einfache Aufgabe sein. Hier zeigt sich ein Nachteil einer solchen Bauweise, Anschlüsse gibt es nämlich nur per Adapter, und die sind teuer. Vorweg: Zubehör konnten wir nicht testen, da es nicht zur Verfügung stand.

































Das USB-/SD-Karten-Adapter-Set kostet rund 30 Euro und erlaubt das Anschließen von USB-Geräten oder SD-Karten. Das HDMI-Kabel kostet rund 40 Euro. Nicht nur preislich orientiert sich Samsung an Apples Adaptern, auch die Funktion ist praktisch dieselbe. Das normale Verbindungskabel wird am HDMI-Adapter mit angeschlossen, damit das Galaxy Tab bei der Ausgabe von Videoinhalten mit Strom versorgt werden kann. In der Regel reicht aber die Akkulaufzeit für solche Ausgaben locker aus.
Ferner plant Samsung verschiedene Schutzhüllen und Tastaturdocks.
An Macs verhält sich das Galaxy Tab 10.1 anders
Per USB angeschlossen, braucht das Android-Tablet die Unterstützung des Media Transfer Protocoll (MTP). Es gibt auch Honeycomb-Tablets, die sich als Wechseldatenträger melden. Das Galaxy Tab gehört leider nicht dazu. Die Nachteile sind vom Motorola Xoom hinlänglich bekannt . Unter Windows kann nicht jeder Dateimanager damit umgehen und es bedarf zuweilen eines Plugins. Der Windows-Explorer arbeitet aber korrekt.
Mac-OS-Anwender brauchen theoretisch den Android File Transfer. Der war allerdings im Test nicht in der Lage, sich mit dem Tablet zu verbinden. Es muss also die Kies-Software von Samsung installiert werden. Diese wiederum wurde noch nicht an Lion angepasst. Linux-Nutzer müssen sich mit Udev-Beschreibungen beschäftigen(öffnet im neuen Fenster) . Wir haben diesen Weg allerdings nicht durchgetestet.
Updates des Betriebssystems können beim Galaxy Tab 10.1 laut Samsung auch Over the Air, also beispielsweise über WLAN, eingespielt werden. Die Kies-Software ist dazu nicht notwendig, bleibt aber eine Option. Vor allem wer häufig synchronisiert und das Tablet nicht eigenständig oder über Internetdienste verwendet, wird wohl Kies installieren.
Einordnung der Konkurrenz
Die Auswahl der Honeycomb-Tablets ist mittlerweile recht groß ausgefallen. Selten gab es in so kurzer Zeit so viele interessante und doch unterschiedliche Geräte. Viele der Tablets mit Android 3.0 haben wir dieses Jahr testen können. Trotz der geringen softwareseitigen Unterschiede ist es überraschenderweise vielen gelungen, sich auf positive Art und Weise von Konkurrenzgeräten abzusetzen. Zu Android-2-Zeiten war dies kaum einem Gerätehersteller gelungen.
Allen voran Samsung durch sein dünnes und leichtes Modell. Asus hat mit dem Eee Pad Transformer eine clevere und stabile Tastatur mit Akku als Dock dazugepackt und schafft so Rekordlaufzeiten.
Langweilig, aber dafür preislich attraktiv ist Acers A500 , wäre da nur nicht die geringe Akkulaufzeit. Motorola hatte es mit dem Xoom als Erstgerät schwer . Eigentlich gibt es keinen Grund mehr, zum Xoom zu greifen, das zwar ordentlich ist, aber kaum Alleinstellungsmerkmale bietet. Allenfalls der SD-Kartenschacht wäre ein Merkmal, der dummerweise immer noch deaktiviert ist.
In die Kategorie Sammlerstück wird wohl Samsungs Galaxy Tab 10.1V fallen. Anpassungen gab es für das Tablet nicht, das über Vodafone angeboten wird. Eigentlich ein ordentliches Gerät, in Anbetracht des aktuellen Galaxy Tab 10.1 aber nicht mehr empfehlenswert.
Außen vor sind Geräte, die wir zwar getestet haben, für die Android 3.x aber erst noch kommt oder die Ankunft eines Updates noch unklar ist. HTCs Tablet Flyer fällt als 7-Zoll-Gerät unter die Geräte, für die Android 3.x versprochen wurde. Durch den Formfaktor und den echten Digitizer-Stift sowie weitreichende Anpassung von Android ist es bereits jetzt ein sehr gutes Tablet. Es bleibt aber abzuwarten, ob das Android-Update all diese Anpassungen übernehmen kann.

































Mit Acers A100 ist ein weiteres Honeycomb-Tablet angekündigt worden. Auch Huawei hat ein Android-3.2-Tablet in Aussicht gestellt , das ein 7-Zoll-Display bietet. Die Auswahl der 7-Zoll-Tablets steigt also.
Fast alle interessanten Honeycomb-Geräte der vergangenen Monate sind fertig
Unklar ist derzeit, was mit Samsungs erstem Galaxy Tab passiert. Es ist zwar prinzipiell möglich, Android 3.2 auf das Tablet zu bringen , Samsung hat sich aber noch nicht entschieden, was dieses Thema angeht. Vielleicht gibt es auch ein neues Tablet im 7-Zoll-Formfaktor.
Mit dem Galaxy Tab 10.1 sind damit fast alle interessanten Android-Tablets fertiggestellt, die in letzter Zeit angekündigt wurden. Es fehlt noch der kleine Ableger Galaxy Tab 8.9 und das vor allem aus Geschäftskundensicht hochinteressante Lenovo Thinkpad Tablet , das einen Stift und zahlreiche Funktionen speziell für den Unternehmenseinsatz bietet.
Akkulaufzeit und Tonwiedergabe
Samsung gibt rund 9 Stunden Akkulaufzeit im normalen Betrieb an. Derartig lange Zeiten sind in der Praxis kaum messbar, insbesondere wenn die Messungen wiederholt werden müssen. In mehreren Tagen der Benutzung erschien uns die Laufzeitangabe realistisch. Zudem fiel auf, dass die Standby-Verluste, also bei eingeschaltetem, aber nicht benutztem Tablet, geringer sind als beim iPad 2. Allerdings gab es Situationen, in denen sich die Akkukapazität schneller reduzierte als es hätte sein sollen. Offenbar haben einige Hintergrundanwendungen den Akku entleert.
Beim nicht unbedingt praxisrelevanten Nichtstun, also angeschaltetes Display im Automatikbetrieb mit aktivem WLAN und 3G-Modem in Bereitschaft, entleert sich der Akku eines iPad 2 nahezu gleich schnell verglichen mit unserem Galaxy Tab.
Wer das Tablet unter Last setzt, beispielsweise beim Spielen des Flugsimulators X-Plane oder Anschauen von Youtube-HD-Videos, der leert den Akku natürlich schneller. Laufzeiten liegen dann eher bei 4 bis 5 Stunden. In der Standardeinstellung unseres Galaxy Tabs waren Browser-Plugins übrigens dauerhaft deaktiviert. Damit wird zwar der Akku geschont, aber der Nutzer muss die Browseroption erst einschalten, damit sich Flash-Inhalte überhaupt abspielen lassen. Sinnvoller wäre hier die Option, Flash nur bei Bedarf zu laden und abzuspielen. Dann sieht der Nutzer, wenn eine Seite Flash-Inhalte hat und kann dann entscheiden, ob diese geladen und wiedergegeben werden sollen. Wir beobachteten, dass das Anschauen von Youtube-Videos auf der Webseite die Laufzeit in etwa halbiert.

































Youtube-Videos in HD fordern das Tablet recht deutlich. 720p-Videos sind noch gut abspielbar. Bei 1080p-Videos ruckelt das Tablet aber schon deutlich. Die Hardwarebeschleunigung kommt offenbar nicht mit. Auch bei Golem-Videos ließ sich dies bestätigen. Unsere 720p-Videos laufen in der Regel noch gut. Bei 1080p hakt es aber. Für den Test des Rundenstrategiespiels Civilization 5 haben wir zur Darstellung der vielen Details eine Aufnahme in 1080p gemacht . Dieses Video lässt sich auf dem Galaxy Tab nicht ohne starkes Ruckeln abspielen.
Samsungs Tablet bietet zwei Lautsprecher, die links und rechts oben (Querformat) angeordnet sind. Durch diese Anordnung bieten sie einen deutlicheren Stereoeffekt, als dies beispielsweise bei HPs Touchpad der Fall ist. Bei der Tonqualität kann das Galaxy Tab aber nur überzeugen, wenn die Lautstärke gering bleibt. Bei höheren Lautstärkeeinstellungen wirkt der Ton blechern und klingt schlechter als beim Touchpad und auch beim iPad 2, das nur einen Monolautsprecher hat.
Die Nutzung von Kopfhörern oder externen Boxen ist vor allem bei Umgebungsgeräuschen sinnvoll. Nur in leisen Umgebungen macht die Nutzung der Lautsprecher Spaß.
Verfügbarkeit und Fazit
Das Galaxy Tab 10.1 wird es vorerst nur in Varianten mit 3G-Modem geben. Der Anwender kann sich voraussichtlich Mitte August 2011 zwischen dem weißen oder schwarzen 16-GByte-Modell entscheiden. Samsung rechnet erst dann mit einer breiten Verfügbarkeit. Laut Samsung werden aber schon vorher einige wenige Geräte hierzulande angeboten. Ein 32- und 64-GByte-Modell, wie es Apple vom Start weg anbot, ist erst später in der Planung. Preislich liegt Samsung offiziell 30 Euro oberhalb des iPad 2 mit vergleichbarer Ausstattung. Rund 630 Euro sind es laut Samsung für das kleinste Modell in Schwarz oder Weiß. Bei Samsung wird diese Preisempfehlung häufig unterboten und so liegen die Preise bei einigen Händlern bereits im Bereich von 570 Euro.
Wer auf das Galaxy Tab 8.9 bis Ende August 2011 warten möchte, zahlt laut Preisempfehlung rund 600 Euro. Die Straßenpreise bei Vorbestellung liegen hier bereits unter 550 Euro.
Fazit
Samsung hat es geschafft, nicht nur ein gutes Android-Tablet fertigzustellen, sondern durch das Design auch eine optische Konkurrenz zu Apples iPad 2 zu bieten. Das war letztlich auch Samsungs Intention mit dem Redesign des doch eher langweiligen Galaxy Tab 10.1V. So schlank und leicht bei gleichzeitig guter Ausstattung ist derzeit kein Tablet.
Einfach hatte es Samsung nicht. Die Android-Konkurrenz ist dieses Mal stärker und nicht zu vergleichen mit der Situation, als das erste Galaxy Tab mit 7-Zoll-Bildschirm den Wettbewerbern zeigte, wie ein Android-Tablet auszusehen hat. Wirklich schlechte Bildschirme gibt es nicht mehr und Hersteller wie Asus zeigen, dass sich mit Android auch ausgefallene Konzepte umsetzen lassen.
Es gibt derzeit aus Sicht eines Android-Interessenten nur zwei große Argumente, die gegen das Galaxy Tab 10.1 sprechen. Das eine ist das Format, das manchem zu groß sein kann. Hier liefert Samsung selbst mit dem kommenden 8,9-Zoll-Gerät eine kompaktere Alternative. Das andere ist die Anschlussproblematik. Wer aber mit Docking- und Adapterlösungen kein Problem hat, bekommt ein sehr gutes, wenn auch teures Android-Gerät, das sich von typischen Tablets deutlich abhebt.