Abo
  • Services:

Beobachter

700 Millionen Elena-Datensätze schnellstmöglich löschen

Der Verwalter des Elena-Hauptschlüssels Peter Schaar und die Gewerkschaft drängen zur Eile. Alle Datensätze sollen vernichtet werden, um sicherzustellen, dass sie nicht für einen neuen elektronischen Einkommensnachweis verwendet werden können.

Artikel veröffentlicht am ,
Bundesdatenschützer Peter Schaar
Bundesdatenschützer Peter Schaar (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Der Bundesdatenschützer Peter Schaar hat sofortiges Handeln nach dem Ende des Elena-Verfahrens gefordert. "In der Datenbank sind bereits über 700 Millionen Datensätze gespeichert. Ich fordere daher den Bundesgesetzgeber auf, die vollständige Löschung der Datensätze gesetzlich sicherzustellen." Schaar werde als treuhändischer Verwalter des Hauptschlüssels, mit dem gespeicherte Daten gesichert werden, weiterhin darauf achten, dass ein hohes Sicherheitsniveau gewährleistet sei, auch in der Übergangsphase bis zur endgültigen Löschung der Daten.

Stellenmarkt
  1. ThoughtWorks Deutschland GmbH, Köln
  2. Bosch Gruppe, Abstatt

Gestern hatten Bundeswirtschaftsministerium und Arbeitsministerium verkündet, dass das Elena-Verfahren für den elektronischen Einkommensnachweis schnellstmöglich eingestellt werde. Als Grund wurde die geringe Verbreitung der elektronischen Signatur angegeben.

Der elektronische Entgeltnachweis Elena sollte offiziell Anfang 2012 starten. Seit dem 1. Januar 2010 waren die Arbeitgeber verpflichtet, die Entgeltdaten ihrer Beschäftigten an eine zur Deutschen Rentenversicherung gehörende zentrale Speicherstelle zu übermitteln. Darin enthalten sind Angaben zu Gehalt, Sozialabgaben, Kündigungsgründe wie Abmahnungen und Angaben zu den Fehlzeiten auch im Falle von Streiks. Elena geht auf eine noch unter Rot-Grün eingesetzte Kommission unter Vorsitz von Peter Hartz zurück. Jedes Jahr stellen die drei Millionen Arbeitgeber in Deutschland etwa 60 Millionen Einkommensbescheinigungen in Papierform aus. Dieser Aufwand sollte durch Elena erheblich verringert werden.

Schaar erklärte weiter, dass Überlegungen zur künftigen Nutzung der Elena-Infrastruktur nicht zu einem neuen Verfahren mit einem unausreichenden Datenschutz führen dürften. Stattdessen müssten die zugrundeliegenden Strukturen kritisch überprüft werden, "damit es nicht zu einer Vorratsdatenspeicherung kommt".

Die Bürgerrechtler vom Foebud hatten eine Verfassungsklage gegen Elena geführt, an der sich innerhalb von zwei Wochen rund 22.000 Mitkläger beteiligt hätten. Rena Tangens vom Foebud: "Wir haben es geschafft - der breite Widerstand gegen die Datenkrake Elena war erfolgreich." Rechtsanwalt Meinhard Starostik, der die Verfassungsbeschwerde für den Foebud eingereicht hat: "Es ist bedauerlich, dass lediglich ein technischer Grund angegeben wurde." Nun sei höchste Wachsamkeit angezeigt, damit nicht ein ähnlich problematisches Ersatzverfahren geschaffen werde.

Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hält nicht die mangelnde Verbreitung der elektronischen Signatur für den Grund für den Rückzieher. Es sei eher zu vermuten, dass vor allem die hohen Bürokratiekosten und zu komplexe Verwaltungsabläufe hinter der Entscheidung der Bundesregierung stecken. "Verdi wird nun sehr genau darauf achten, dass die angekündigte Löschung der bislang erhobenen Daten auch tatsächlich erfolgt", kündigte Verdi-Vizechef Gerd Herzberg an.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  2. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  3. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Accolade 20. Jul 2011

Wer hat das eigentlich zu verantworten ? Was hat das gekostet ? Wer trägt hierfür...

The Ego 19. Jul 2011

gabs ja auch schon ;) http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-12/dokumente-gluecksburg

The Ego 19. Jul 2011

Anstelle eines Müllcontainers wäre ein Degausser doch ein wenig sinnvoller. Die paar Euro...

Anonymer Nutzer 19. Jul 2011

Die CXU braucht die FDP zum Regieren. Letztendlich bleibt uns ELENA ja erhalten. Nuir...


Folgen Sie uns
       


Bewerbungsgespräch mit der KI vom DFKI - Bericht

Wir haben uns beim DFKI in Saarbrücken angesehen, wie das Training von Bewerbungsgesprächen mit einer Künstlichen Intelligenz funktioniert.

Bewerbungsgespräch mit der KI vom DFKI - Bericht Video aufrufen
Varjo VR-Headset im Hands on: Schärfer geht Virtual Reality kaum
Varjo VR-Headset im Hands on
Schärfer geht Virtual Reality kaum

Das VR-Headset mit dem scharfen Sichtfeld ist fertig: Das Varjo VR-1 hat ein hochauflösendes zweites Display, das ins Blickzentrum des Nutzers gespiegelt wird. Zwar sind nicht alle geplanten Funktionen rechtzeitig fertig geworden, die erreichte Bildschärfe und das Eyetracking sind aber beeindruckend - wie auch der Preis.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Und täglich grüßt das Murmeltier Sony bringt VR-Spiel zu Kultfilm mit Bill Murray
  2. Steam Hardware Virtual Reality wächst langsam - aber stetig
  3. AntVR Stirnband soll Motion Sickness in VR verhindern

Emotionen erkennen: Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn
Emotionen erkennen
Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn

Wer lächelt, ist froh - zumindest in der Interpretation eines Computers. Die gängigen Systeme zur Emotionserkennung interpretieren den Gesichtsausdruck als internes Gefühl. Die interne Gefühlswelt ist jedoch sehr viel komplexer. Ein Projekt des DFKI entwickelt ein System, das Gefühle besser erkennen soll.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Ökostrom Wie Norddeutschland die Energiewende vormacht
  2. Magnetfeld Wenn der Nordpol wandern geht
  3. Computational Periscopy Forscher sehen mit einfacher Digitalkamera um die Ecke

Honor Magic 2 im Test: Die Smartphone-Revolution ist aufgeschoben
Honor Magic 2 im Test
Die Smartphone-Revolution ist aufgeschoben

Ein Smartphone, dessen vordere Seite vollständig vom Display ausgefüllt wird: Diesem Ideal kommt Honor mit dem Magic 2 schon ziemlich nahe. Nicht mit Magie, sondern mit Hilfe eines Slider-Mechanismus. Honor verschenkt beim Magic 2 aber viel Potenzial, wie der Test zeigt.
Ein Test von Tobias Czullay

  1. Honor Neues Magic 2 mit Slider und ohne Notch vorgestellt
  2. Huawei Neues Honor 8X kostet 250 Euro
  3. Honor 10 vs. Oneplus 6 Oberklasse ab 400 Euro

    •  /