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Reaktion auf Abhörskandal: Lulzsec verkündet frech den Tod von Rupert Murdoch

Die Crackergruppe Lulzsec hat am Montag den Tod von Rupert Murdoch verkündet. Die fiktive Nachricht erschien direkt auf der Homepage der Boulevardzeitung "The Sun", die zu Murdochs Medienimperium gehört.
/ Christian Klaß
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Lulzsecs gefälschte Murdoch-Todesnachricht auf The Sun (Bild: freze.it/Screenshot von Golem.de)
Lulzsecs gefälschte Murdoch-Todesnachricht auf The Sun Bild: freze.it/Screenshot von Golem.de

Lulzsec ist wieder aktiv, nicht nur unter der Anonymous-Flagge. Am Montag hackten Mitglieder der Gruppe die Website von Rupert Murdochs Boulevardzeitung The Sun(öffnet im neuen Fenster) . Die Cracker veränderten die Homepage(öffnet im neuen Fenster) , so dass sich die Topstory von The Sun um den angeblichen Drogentod des Medienmoguls drehte. Später leitete die gehackte Website auch auf den Twitter-Kanal von Lulzsec(öffnet im neuen Fenster) weiter, wo sich auch verschiedene Beleidigungen gegen Murdoch richteten.

Der von den Crackern ausgerufene #MurdochMeltdownMonday traf auch die ebenfalls zu Murdoch gehörenden Webseiten der Zeitungen The Times und News International, die zeitweilig nicht erreichbar oder ebenfalls mit der fingierten News verziert waren. Zumindest beim The-Sun-Hack hat Lulzsec eigenen Angaben zufolge auch Zugriff auf Mitarbeiterdaten erlangt.

Die Angriffe sind eine Reaktion auf den Abhörskandal der von Murdoch eingestellten Publikation News of the World. Deren Redaktion soll dabei jahrelang zugunsten einer guten Story fremde Telefonate abgehört haben, darunter den Handy-Anrufbeantworter eines entführten und getöteten Mädchens. Dabei sollen auch Polizisten bestochen worden sein.

Der Abhörskandal zieht entsprechend weite Kreise – auch Mitarbeiter von Scotland Yard(öffnet im neuen Fenster) und Regierungspolitiker stehen in der Kritik(öffnet im neuen Fenster) . Der Tippgeber, ein früherer Reporter von News of the World, wurde laut Presseberichten tot aufgefunden(öffnet im neuen Fenster) . Die Todesursache wurde noch nicht bekanntgegeben – einen Verdacht auf eine Gewalttat soll es laut Polizei nicht geben. Allerdings berichtet die britische Zeitung The Guardian von Drogen- und Alkoholproblemen.

Rupert Murdoch muss heute gemeinsam mit seinem Sohn James und Rebekah Brooks, der ehemaligen Chefredakteurin von News of the World, vor dem Medienausschuss des Unterhauses Rede und Antwort stehen.


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