General: USA setzt im Cyberwar auf gezielte Schläge zur Abschreckung

Die USA propagieren eine aggressivere Strategie im Cyberwar. Das hat US-General James Cartwright dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) erklärt. Das Militär setze statt auf Verteidigung künftig auf Angriffe zur Abschreckung, um dem Feind deutlich zu machen, dass die USA bereit seien, mit ihren eigenen virtuellen Waffen oder mit militärischer Gewalt zurückzuschlagen. Cartwright ist Vizevorsitzender der Joint Chiefs of Staff, des Generalstabs der Befehlshaber der US-Streitkräfte.
"Es gibt keine Strafe für Angriffe auf uns. Wir müssen einen Weg finden, dies zu ändern" , sagte Cartwright. Die Strategie müsse im Laufe dieses Jahrzehnts geändert werden. Die Cyberstrategie des US-Militärs sei jetzt zu 90 Prozent defensiv, müsse aber 90 Prozent Abschreckung umsetzen.
Cartwright wies darauf hin, dass die USA nicht routinemäßig Schläge gegen staatlich geförderte, ausländische Hacker führen würden, weder mit Cyberwaffen, noch mit üblichen Waffen.
Der stellvertretende Verteidigungsminister William Lynn sagte, dass die Gesetze des bewaffneten Konflikts auch im Cyberspace gelten würden, was bedeutet, dass die USA sich in einigen Fällen das Recht vorbehalten, mit Bomben auf virtuelle Angriffe zu reagieren. Das US-Verteidigungsministerium hatte diese neue Cyberstrategie im Mai 2011 angekündigt . "Wenn ihr unser Stromnetz lahmlegt, dann feuern wir vielleicht eine Rakete auf eure Industrieanlagen ab" , so ein US-Offizier.
Das US-Verteidigungsministerium ist nach eigenem Bekunden im März 2011 Opfer eines schweren Cyberangriffs geworden, hatte Lynn jetzt bekanntgegeben . Unbekannten war es gelungen, sich Zugang zu den Computern eines Zulieferers des Ministeriums zu verschaffen, der ein militärisches System für das Pentagon entwickelt. Von dort kopierten sie 24.000 geheime Dokumente.