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Open Source: Microsoft will mehr Offenheit zeigen

Microsoft will mit seiner neuen Webseite Openness(öffnet im neuen Fenster) seine Strategie der Offenheit gegenüber Open Source fortsetzen. Auf der Seite sollen Informationen zu Open Data, Open Government und Open Source gebündelt werden. Das Unternehmen will die Barrieren zur Open-Source-Gemeinde abbauen.
/ Jörg Thoma
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Brücken bauen: das Logo der Openness-Webseite (Bild: Microsoft)
Brücken bauen: das Logo der Openness-Webseite Bild: Microsoft

Microsoft sieht Open Source als Ergänzung zu seinen eigenen Produkten und will gleichzeitig seine Openness-Strategie ausweiten. Eine neue Webseite(öffnet im neuen Fenster) soll Informationen darüber, mit welchen Projekten Microsoft Partnerschaften eingegangen ist, zur Verfügung stellen. Gleichzeitig soll die Webseite Praxisbeispiele von lokalen Open-Source-Startups sowie anwenderorientierte Lösungen enthalten. Aktuelle Blogbeiträge zu Microsofts Openness-Strategie werden dort ebenfalls publiziert. Openness ist Teil von Microsofts globaler Strategie, die Barrieren zur Open-Source-Gemeinde abzubauen.

Interview mit Andreas Urban, Leiter Open Source, Microsoft
Interview mit Andreas Urban, Leiter Open Source, Microsoft (01:42)

Andreas Urban, bei Microsoft verantwortlich für die Open-Source-Strategie, steht als direkter Ansprechpartner über die Webseite zur Verfügung. In einem Interview mit Golem.de erörterte Urban die Pläne Microsofts, seine Windows-Plattform für Open Source sowie für geschlossene Systeme bereitzustellen. Konkrete Partnerschaften mit Suse-Linux, dem Samba-Projekt oder PHP sollen beispielsweise Schnittstellen zwischen Open Source und Windows vertiefen. Microsoft will sich aber auch verstärkt für offene Standards einsetzen.

Open Source ist Kundenwunsch

Microsoft reagiert damit auf konkrete Wünsche seiner Kunden, die Funktionen und Anwendungen aus der Open-Source-Welt unter Windows nutzen wollen. Die Zuwendung von Microsoft an Open-Source-Produkte soll nicht nur für den Consumerbereich gelten, sondern auch für den Enterprise- und Business-Bereich. Konkreter wird James Utzschneider, Leiter der Open-Source-Abteilung bei Microsoft: Microsoft höre auf seine Kunden, vor allem auf die in Deutschland. Kunden, die Microsoft-, aber auch Linux-, Apple- oder Oracle-Produkte einsetzen, wollen sie ohne große Probleme nebeneinander verwenden können.

Interview mit James Utzschneider, Generalmanager Microsoft
Interview mit James Utzschneider, Generalmanager Microsoft (06:49)

In Deutschland ist Microsoft Mitglied der Open Source Business Foundation (OSBF). Die OSBF ist ein europäisches Netzwerk aus Unternehmen, Institutionen und Personen, deren gemeinsames Interesse an Open-Source-Entwicklungs- und Businessmodellen liegt. Laut eigenen Angaben ist das Besondere an der OSBF ihre Businessperspektive. Bei der OSBF stehe immer der geschäftliche Nutzen von Open-Source-Software im Vordergrund. Zu den Mitgliedern(öffnet im neuen Fenster) gehören unter anderem Collax, 1&1, Fujitsu und die Deutsche Post.

Zusammenarbeit bei der Interoperabilität

Microsoft hat beim OSBF die Leitung der Projektgruppe Interoperabilität(öffnet im neuen Fenster) übernommen, in der sich beispielsweise Novell, Redhat oder Openxchange um die "möglichst effiziente, reibungslose Nutzung unterschiedlicher Plattformen" kümmern. Besonders PHP will Microsoft auf seiner Plattform integrieren und setzt sich auch für das PHP-basierte CMS Drupal ein.

Kürzlich hatte Microsoft den Sourcecode seines WLAN-Scanners offengelegt , mit dem das Unternehmen im Vorbeifahren Daten von drahtlosen Netzen einsammelt. Mit der dabei entstehenden Datenbank sollen die ortsbezogenen Dienste von Windows Phone 7 und Microsofts Suchmaschine Bing verbessert werden.

Offene Quelle als Sticheleien gegen Google

Allerdings handelte es sich dabei nicht um einen Beitrag zur Open-Source-Community, sondern um eine Stichelei in Richtung Google: Der Windows-Konzern betont, bei Microsofts Produkten habe der Schutz der Privatsphäre von Nutzern oberste Priorität. Bei Google Street View hatte die Aufzeichnung von Payload-Daten offener WLANs zu einem Skandal geführt .

Auf eine Frage aus der Linux-Gemeinde, warum Microsoft den Quellcode für den Internet Explorer nicht offenlegt, um ihn dann auf Linux zu portieren, antwortete Utzschneider mit einer Gegenfrage: "Würdest du den Internet Explorer dann nutzen?" Die Antwort des Linuxers wäre "Nein" gewesen, erzählte Utzschneider. "Wir wollen den Ton entschärfen" , sagte er weiter.


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