Künstliche Intelligenz: Computer lernt Civilization durch Handbuchstudium

Forscher des Massachusetts Institute of Technology(öffnet im neuen Fenster) (MIT) haben einem Computersystem das Spielen von Civilization beigebracht. Das Besondere ist: Die künstliche Intelligenz hatte lediglich Zugriff auf Hilfs- und Handbuchtexte, ohne zuvor ein Verständnis der Sprache erhalten zu haben. Bezogen auf einen Menschen wäre das in etwa so, als ob man ein unbekanntes Spiel vor sich hat, kurz das Bedienen der Maus gezeigt bekommt und dann ein Manual in einer unbekannten Sprache erhält. Die KI musste durch Ausprobieren lernen, was die Texte bedeuten könnten und welche Strategien zum Erfolg führen.

Eine besondere Schwierigkeit war, dass Handbücher laut der Computerlinguistin Regina Barzilay dem Spieler "nicht erklären, wie er gewinnt. Sie enthalten lediglich generelle Hinweise und Vorschläge, und man muss selbst eine Menge anderer Sachen herausfinden." Trotzdem konnte ein Rechnersystem mit Handbuchunterstützung nach einiger Zeit rund 79 Prozent der Civ-Partien gewinnen. Auf lediglich 46 Prozent kam ein Computer, der sich nur durch das Spiel selbst optimierte.
Die Wissenschaftler sind der Auffassung, dass ihr System durch das antrainierte Wissen künftig sogar Spieldesignern bei der Entwicklung der KI-Routinen helfen und auch gleich die passenden Algorithmen schreiben könnte. Nur eines schaffen die Forscher des MIT vermutlich nicht: dass ein größerer Teil der menschlichen Spieler tatsächlich mal ins Handbuch guckt.



