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Zensur oder Wirtschaft

Zahl der Websites in China sinkt stark

Im Jahr 2010 ist nach einer aktuellen Studie die Zahl der Webpräsenzen in China um über 40 Prozent zurückgegangen. Über die Ursache gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Artikel veröffentlicht am ,
Nutzer in einem Internetcafé in China
Nutzer in einem Internetcafé in China (Bild: Jianan Yu/Reuters)

Im vergangenen Jahr sind in China viele Websites geschlossen worden. Ende 2010 gab es 41 Prozent weniger Websites als im Vorjahr, berichtet die Hongkonger Tageszeitung South China Morning Post unter Berufung auf eine Studie der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften.

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2009 hatte es 3,23 Millionen Internetpräsenzen gegeben. Ein Jahr später war die Zahl auf 1,91 Millionen gesunken, heißt es im Jahresbericht über die Entwicklung der neuen Medien der Akademie. Liu Ruisheng, einer der Autoren der Studie, führte die Entwicklung auf eine Konjunkturabschwächung zurück. Einige Betreiber seien schlicht bankrottgegangen.

Der Rückgang an Internetpräsenzen stehe nicht im Zusammenhang mit verstärkten Zensurmaßnahmen der Behörden, sagte Liu. Dafür spricht, dass zwar die Zahl der Webpräsenzen sank. Die Zahl der Webseiten aber ist laut der Studie stark gestiegen. Ende 2010 gab es 60 Milliarden Seiten. Das ist ein Anstieg von knapp 79 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Redefreiheit im Internet

Online gebe es ein hohes Maß an Redefreiheit in China, sagte Liu. Es seien in den vergangenen Jahren nur wenige Websites nur aus Gründen der Zensur geschlossen worden. Wenn Websites geschlossen wurden, dann meist wegen obszöner Inhalte, die gegen geltende Gesetze und Richtlinien verstießen. 2009 waren beispielsweise im Zuge einer Kampagne gegen unzüchtige Inhalte mehr als 1.200 Websites vom Netz genommen worden.

Kritiker hingegen sehen einen Zusammenhang mit einer verstärkten Kontrolle der Behörden. So gebe es weniger interaktive Websites und Foren. In den Foren selbst sei es deutlich ruhiger geworden, sagte Wu Qiang, Internetexperte an der Pekinger Qinghua-Universität. Vor allem nach der Jasminrevolution in einigen arabischen Staaten wurde die Kontrolle noch einmal verstärkt. Das Wort Jasmin landete auf den Filterlisten.

Ideologischer Schauplatz

Die Studie erklärte, dass das Internet inzwischen zu einem wichtigen ideologischen Schauplatz geworden sei und dass die Behörden befürchteten, dass die Gegner, vor allem die USA, China auf diese Weise infiltrieren könnten.

In diesem Zusammenhang sei auch der Rückzug Googles aus China zu sehen, sagte Liu. Dieser sei eine "von Google und der US-Regierung geplante Verschwörung" gewesen. Die USA nutzten die neuen Medien, um ihre Hegemonie zu sichern und in andere Länder hineinzuregieren. Das Internet sei wie "ein Maschinengewehr in einer politischen Attacke auf China".

900 Millionen Mobiltelefonierer

China hat laut der Studie derzeit 457 Millionen Internetnutzer. Damit nutzt etwa jeder Dritte (34 Prozent) das Internet. Chinesisch ist nach Englisch die am zweithäufigsten genutzte Sprache im Internet. Die Zahl der Mobilfunknutzer in China beträgt knapp 900 Millionen.



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watcher 14. Jul 2011

Als hätte ich es nicht erst vor kurzem prophezeit... Jetzt geht es den Amis langsam...

Thread-Anzeige 14. Jul 2011

Ein Konstruktives Forum würde Ideen fördern damit Manager mal für ihre Bürger, Aktionäre...


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