Virtualisierung: Ubisoft experimentiert mit Xen

In einem Labor in Quebec in Kanada haben Entwickler von Ubisoft den Unigine-Heaven(öffnet im neuen Fenster) -Benchmark in zwei Gastsystemen im Hypervisor Xen laufen lassen – mit ordentlichen Resultaten. Laut Entwickler wurden über 40 FPS gemessen. Die beiden Windows-XP-Gäste konnten dank VGA-Passthrough dabei direkt auf jeweils eine Grafikkarte von Nvidia zugreifen.

Seit Xen 4.0 – inzwischen ist Xen 4.1 erschienen – hat der Linux-basierte Hypervisor mit VGA-Passthrough die Fähigkeit, Gastsystemen den direkten Zugriff auf die GPU einer Grafikkarte zu ermöglichen und nicht über die virtuelle Maschine, wie bei Virtual Box . Der Rechner, auf dem Xen laufen soll, muss Intels VT-d/IOMMU(öffnet im neuen Fenster) unterstützen. Außerdem muss das Gastsystem vollständig virtualisiert sein, also auf einer Hardware Virtual Machine (HVM) laufen und nicht per Paravirtualisierung. Mit VGA-Passthrough erhält das Gastsystem sowohl 2D- als auch 3D-Fähigkeiten samt Hardwarebeschleunigung.
In dem Experiment setzten die Entwickler einen Rechner mit Ubuntu 10.10 und Xen auf. In zwei Gastsystemen installierten sie Windows XP 32-Bit, die auf 4 GByte RAM und vier virtuelle CPUs zugreifen konnten. Als Grafikkarten dienten zwei Geforce GTX 460 von Nvidia . In den Gastsystemen lief jeweils eine Instanz des Benchmark-Programms Unigine Heaven 2.5 auf DirectX 9 in einer Auflösung von 1.680 x 1.050 Pixeln. Shader und Texturen waren auf High gesetzt.
Unter dem bereits Ende Mai 2011 veröffentlichten Video wird erwähnt(öffnet im neuen Fenster) , dass das Ubisoft Quebec City Studio Cloud Computing Team, das die Experimente durchführte, neue Mitarbeiter sucht. Interessant ist das Experiment nicht nur für Linux-Fans, die ohne Umschalten auch für Windows entwickelte Spiele spielen wollen. Vielmehr könnten der Versuchsaufbau und die Suche nach neuen Mitarbeitern darauf hindeuten, dass Ubisoft mit Spielen in der Cloud liebäugelt. Die in dem Video gezeigten Framerates sind zumindest vielversprechend.