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Contributor Agreements: Project-Harmony-Vereinbarung in Version 1.0 veröffentlicht

Eine erste Version der Vereinbarungen des Project Harmony wurde veröffentlicht. Die einheitlichen Vereinbarungen zur Lizenzierung und Übertragung des Urheberrechts eines Entwicklers an Open-Source-Projekte stoßen jedoch auf starke Kritik.
/ Sebastian Grüner
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Das Project Harmony(öffnet im neuen Fenster) versucht, Contributor License Agreements (CLA) für die Welt der freien und quelloffenen Software (FOSS) zu erstellen und bereitzustellen. Nun veröffentlichte das Projekt Version 1.0 seiner Texte(öffnet im neuen Fenster) . Die Schablone der Vereinbarungen muss für jedes FOSS-Projekt individuell angepasst werden. Dazu steht ein Onlinewerkzeug(öffnet im neuen Fenster) bereit. Damit können die verschiedenen Platzhalter mit vorgegebenen Optionen ausgefüllt werden.

Gegründet wurde das Projekt Harmony im März 2010 von Amanda Brock, der Leiterin der Rechtsabteilung bei Canonical. Erklärtes Ziel ist es, eine Schablone für FOSS-Projekte bereitzustellen, die Vereinbarungen zur Lizenzierung und Übertragung des Urheberrechts eines Entwicklers an ein Projekt bietet.

Die Meinung bezüglich der Notwendigkeit solcher Vereinbarungen variiert sehr stark. Große Projekte wie die Apache Software Foundation, die FSF oder auch Firmen wie Mozilla und Red Hat besitzen entsprechende CLAs. Die Entwickler des Linux-Kernels hingegen verzichten ganz auf eine formale Vereinbarung.

Die Vereinbarungen kommen nicht gut an

In einem langen Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster) kritisiert der Free-Software-Aktivist Bradley Kuhn die veröffentlichten Texte stark. Kuhn schreibt, dass die Vereinbarungen vor allem aus der Sicht von Firmen positiv seien. So ist in dem Dokument die Wahl des Gerichtsstandortes enthalten. Eine Klausel, die "Anwälte einfach nur lieben" , so Kuhn.

Sollte ein Entwickler gegen die widerrechtliche Verwendung seines Codes unter dieser Voraussetzung vorgehen wollen, führe das zu "verwirrenden Ergebnissen" . Denn dann gilt nicht das Urheberrecht des Staates, in dem der Entwickler lebt, als Verhandlungsgrundlage. Stattdessen würde über einen Vertrag zwischen der Firma und dem Entwickler verhandelt. Wobei dann die jeweilige Rechtsprechung des gewählten Standorts gilt.

Auch der bei Red Hat als Anwalt angestellte Richard Fontana kritisiert(öffnet im neuen Fenster) die vorgestellten Texte scharf. So kommt er zu dem Ergebnis: "Trotz meiner Bewunderung, meines Respekts und meiner Zuneigung gegenüber denen, die Harmony antreiben, kann ich das Produkt ihrer Arbeit nicht befürworten. Ich glaube, Harmony ist unnütz, verwirrend und möglicherweise gefährlich für die FOSS-Entwicklung."


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