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(N)Onliner Atlas: Internetnutzung ist weiter eine Einkommensfrage

Nur 53 Prozent der Haushalte mit einem Nettoeinkommen von unter 1.000 Euro leisten sich einen Internetanschluss. Zugleich nimmt die Internetnutzung in der deutschen Bevölkerung insgesamt weiter zu.
/ Achim Sawall
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Älterer Mann im Plattenbau in Prenzlau (Bild: John Macdougall/AFP/Getty Images)
Älterer Mann im Plattenbau in Prenzlau Bild: John Macdougall/AFP/Getty Images

74,7 Prozent der deutschen Bevölkerung nutzen das Internet. Das geht aus dem neuen (N)Onliner Atlas (PDF)(öffnet im neuen Fenster) der Initiative D21 hervor, der am 7. Juli 2011 vorgelegt wurde. Laut der Studie zeigt sich damit 2011 im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 2,7 Prozentpunkten. Zugleich bleibt "das Internet für knapp 18 Millionen Menschen über 14 Jahren kein selbstverständliches Medium" . Der typische Offliner ist eher weiblich, 66,8 Jahre alt, nicht mehr berufstätig, lebt in einem Haushalt mit 1 bis 2 Personen und hat ein Haushaltsnettoeinkommen von rund 1.560 Euro.

Der typische Internetnutzer ist dagegen eher männlich, 41,5 Jahre alt, berufstätig, lebt in einem Haushalt mit 2 bis 3 Personen und hat ein Haushaltsnettoeinkommen von etwa 2.380 Euro.

Internetnutzung ist weiter eine Kostenfrage. Aktuell nutzen nur 53 Prozent der Haushalte mit einem Nettoeinkommen von unter 1.000 Euro das Internet. Die Einkommensschicht zwischen 2.000 und 3.000 Euro ist dagegen zu 83,1 Prozent online und der Teil der Bevölkerung mit über 3.000 Euro Einkommen sogar zu 92,3 Prozent.

Hohe Zuwächse bei der Internetnutzerschaft gab es bei Menschen mit Volksschulabschluss und ohne Berufsausbildung. Erstmals liegt hier das Wachstum bei 4,9 Prozentpunkten. Der Anteil der Befragten mit Internetzugang aus der Gruppe erreichte 51,4 Prozent. 4,4 Prozent planen, sich einen Internetzugang einzurichten.

Die Gruppe der Schüler liegt unter den Internetnutzern weiter ganz vorne. Hier werden in diesem Jahr 97,7 Prozent erreicht. Doch ist an der geringen Wachstumsrate von 0,2 Prozentpunkten bereits ein Sättigungsgrad erkennbar.

Mit 11,8 Prozentpunkten hat der Abstand bei der Internetnutzung zwischen den Geschlechtern einen erfreulichen Tiefstand erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr gehen 4,1 Prozent mehr Frauen online und liegen jetzt bei einer Nutzungsquote von 68,9 Prozent. Männer nutzen zu 80,7 Prozent das Internet. Das sind 1,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Auch Menschen über 50 nutzen verstärkt das Internet. Mit einem Wachstum von 2,9 Prozentpunkten überschreitet diese Gruppe erstmals die 50-Prozent-Marke und kommt auf 52,5 Prozent. Diese Steigerung findet hauptsächlich in der Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen statt. Die Gruppe ab 70 Jahren ist am wenigsten online. Bei einem Wachstum von 1,3 Prozentpunkten nutzen hier nur 24,6 Prozent das Internet.

Zum Vergleich: In der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen gibt es dagegen kaum noch Offliner. Hier sind 97,3 Prozent online. Bei den 30- bis 49-Jährigen werden 89,7 Prozent erreicht.

15,9 Prozent der Bevölkerung gehen weiter mit Analogmodem oder ISDN-Anschluss ins Internet. Seit 2009 ist dieser Anteil nur geringfügig zurückgegangen.


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