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Bithack: "Amazon Appstore ist ein Desaster"

Bithack vertreibt das Android -Spiel Apparatus nicht mehr über den Amazon Appstore. Dieser sei "ein Desaster" , um den nicht nur Indie-Entwickler, sondern auch die Kunden einen Bogen machen sollten.
/ Christian Klaß
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Bithack verkauft Apparatus nur noch über den Android Market (Bild: Android Market/Bithack)
Bithack verkauft Apparatus nur noch über den Android Market Bild: Android Market/Bithack

Das schwedische Bithack-Team(öffnet im neuen Fenster) wird sich künftig auf den Android Market(öffnet im neuen Fenster) konzentrieren und seine Android-Spiele nicht mehr über den Amazon Appstore(öffnet im neuen Fenster) vertreiben. Bithack hat das auf seiner Webseite begründet und heftige Kritik an Amazon(öffnet im neuen Fenster) geübt. Der Review-Prozess von Amazon sei zu langsam, es würde trotz dafür existierender Rubrik gar nicht auf neue Apps hingewiesen, es gebe unabgesprochene Sonderangebote und Amazon verkaufe auch an Kunden, deren Geräte gar nicht kompatibel sind.

Apparatus für Android – Trailer (Gameplay)
Apparatus für Android – Trailer (Gameplay) (01:10)

Da die Gerätefilter des Amazon Appstore nicht funktionieren, würden Apps mit schlechten Rezensionen bestraft – obwohl laut Bithack gegenüber Amazon klar angegeben würde, welche Geräte kompatibel seien. Im Android Market, wo diese Filterung funktioniert, hat Apparatus überwiegend positive Wertungen(öffnet im neuen Fenster) . Amazon macht es Kunden und Entwicklern Bithack zufolge auch zu schwer, sich gegenseitig zu erreichen, so dass es deutlich weniger direktes Feedback gebe als im Android Market.

Laut Bithack war es beispielsweise nicht möglich, auf Kommentare im Amazon Appstore zu antworten – Bithack hätte das Spiel dafür erst selbst kaufen müssen, um wie ein regulärer Nutzer zu antworten, sitzt aber in Schweden und der Einkauf ist derzeit nur in den USA möglich. Das Ergebnis sei gewesen, dass eine negative Bewertung mit falschen Behauptungen zum Datenschutz und gar nicht vorhandener Ingame-Werbung die Verkaufszahlen drückte. Von Amazon fühlte sich Bithack dabei alleine gelassen.

"Wenn ihr ein kleines Indie-Entwickler-Team seid, oder sogar alleine, dann macht euch keine Mühe mit dem Amazon Appstore. Entwickelt eine großartige App, veröffentlicht sie im Android Market und sorgt für tolle Kundenbetreuung" , heißt es seitens Bithack. "Im Amazon Appstore werdet ihr niemals ohne große Geldbörse oder zumindest einen etablierten Ruf [...] erfolgreich sein."

Wer das Physik-Spiel Apparatus über Amazons Appstore gekauft hatte und dies nachweist, bekommt bei einem Neukauf im Android Market die Kaufsumme von derzeit 1,31 Euro zurückerstattet. Dazu müssen Kunden eine E-Mail mit der "Google Transaction ID" an die eigens eingerichtete E-Mail-Adresse amazonfail@bithack.se senden.

Eine Rückerstattung bekommt nicht, wer das Spiel über eine Amazon-Aktion ("Free App of the Day") kostenlos heruntergeladen hatte – die Entwickler müssten sonst etwa 180.000 manuelle Erstattungen durchführen, was ihre Kapazitäten übersteigen würde. Das Spiel wird bei Amazon-Kunden zwar weiterhin funktionieren, aber im Amazon Appstore nicht mehr angeboten oder aktualisiert.

Über den Android Market wird das Spiel laut Bithack-Blog ständig gewartet – es gibt dort laut den Entwicklern einen regen Austausch mit den Käufern. Die erhalten dann auch mal eine Gutschrift, wenn sie einen Bugreport liefern. Und es sei möglich, innerhalb von einer halben Stunde einen Fehler zu beheben. Das liegt allerdings auch daran, dass Google im Android Market nicht testet, ob eine Anwendung schädlich ist oder nicht.

Bithack: "Aus Entwicklersicht sehe ich keinen Grund, warum jemand sich entscheiden sollte, eine App über den Amazon Appstore zu veröffentlichen. Gleichfalls verstehe ich nicht, warum Nutzer vom Android Markt zum Amazon Appstore wechseln sollten" .

Mit ihrer Kritik steht Bithack nicht alleine da. So hatte auch die IGDA(öffnet im neuen Fenster) , eine Vereinigung unabhängiger Spieleentwickler, vor dem Amazon Appstore gewarnt. Eine Partnerschaft mit dem Onlinehändler könnte weitreichende negative Folgen für App-Entwickler und ihre Einnahmen haben.


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