Test Fear 3: Grübeln statt Gruseln

Während viele Ego-Shooter an einer zu knappen – oder nicht wirklich vorhandenen – Hintergrundgeschichte leiden, geht Fear 3 den umgekehrten Weg: Die Story ist derart komplex, dass auch Besitzer der ersten beiden Fear-Spiele einige Probleme haben werden, ihr zu folgen. Der Großteil der Charaktere ist zwar bekannt, so schlüpft der Spieler in die Rolle des Point Man, der immer mal wieder Unterstützung von seinem schwer durchschaubaren Bruder Fettel erhält. Auch das kleine Mädchen Alma, sozusagen Fear-Aushängeschild, taucht immer wieder auf. In welchem Verhältnis alle zueinander stehen und welche Gefahren eigentlich genau drohen, ist hingegen kaum nachvollziehbar – und wird durch die Zwischensequenzen auch eher unklarer als verständlicher.

Das Spiel selbst gibt sich da deutlich unkomplizierter: In klassischer Shooter-Manier gilt es, Unmengen unterschiedliche Gegner niederzumähen – angefangen bei zahlreichen Soldaten über wütende Stadtbewohner bis hin zu unzähligen Monstern. Um des Ansturms Herr zu werden, kann sich Point Man per Knopfdruck hinter Wänden oder Objekten verstecken und dann hervorlugen, um die Feinde anzuvisieren. Oftmals wird er allerdings so schnell attackiert, dass die Deckung zu spät kommt – da empfiehlt sich Bullettime, um das Spielgeschehen zu verlangsamen.










Die Level sind meist recht lang und schlauchförmig, generell ist Fear 3 sehr linear ausgefallen. Auch die KI der Kontrahenten ist kaum der Rede wert. Oft suchen zwar auch sie Deckung, generell agieren die Feinde aber sehr vorhersehbar.
Weniger Gruselmomente als in Vorgängern
Für Abwechslung sorgen auch mal kurze Passagen in einem Mech, zudem gesellen sich wie gewohnt ruhigere Gruselpassagen zur Action. Insgesamt sind diese Momente aber deutlich seltener als in den Vorgängern, wirkliche Schockmomente gibt es in Fear 3 kaum. Auch die Atmosphäre ist, unterstützt durch die wirre Story, längst nicht mehr so fesselnd wie in der Vergangenheit. Immerhin ist neben den Multiplayeroptionen vor allem der gelungene Koopmodus, in dem dann auch Fettel gesteuert wird, online oder via Splitscreen eine nette Ergänzung.










Die Optik passt sich dem Spielgeschehen an und bietet ebenfalls mittelmäßige Texturen und einen teils enttäuschenden Detailgrad, auch die Synchronisation ist nicht immer stimmig. Immerhin kann die Soundkulisse weitestgehend überzeugen.
Fear 3 ist für PC, Playstation 3 und Xbox 360 erhältlich und kostet etwa 40 (PC) beziehungsweise 50 Euro (Konsolen). Als Kopierschutz kommt bei der PC-Fassung nur Steam zum Einsatz. Sie hat trotz massiver Änderungen gegenüber dem Original – unter anderem keine abtrennbaren Körperteile – eine USK-Freigabe ab 18 Jahren erhalten.
Fazit
Fear 3 ist ein Beispiel dafür, wie Fortsetzungen nicht aussehen sollten: Die Story ist zu wirr, die echten Schockmomente zu selten, die Action zu stereotyp. Selbst Fans der Serie dürften enttäuscht feststellen, dass das Programm von aktuellen Shooter-Highlights in jeglicher Hinsicht ein gutes Stück entfernt ist.