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IMHO: So wird das nichts mit Light Peak, Thunderbolt & Co.

Da entwickelt Intel seit Jahren das Universalkabel und was machen die ersten, die es zusammen mit ihren Geräten anbieten? Sie versuchen, ihre eigenen Standards aus dem zu machen, was längst standardisiert ist. Dazu gehören auch Apple und Sony .
/ Nico Ernst
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Sonys proprietäre Variante von Light Peak (Bild: Golem.de, Nico Ernst)
Sonys proprietäre Variante von Light Peak Bild: Golem.de, Nico Ernst

Woran erkennt man ein proprietäres Kabel? Richtig, der Hersteller hat es fest an das Gerät geklebt. Ein Austausch durch den Anwender ist nicht nur nicht vorgesehen, sondern auch gar nicht erwünscht: Soll der Kunde das Ding doch gefälligst beim Hersteller reparieren lassen. Verlängerungskabel? Bitte auch vom Originalhersteller, der dafür jeden Preis verlangen kann.

Apple macht das seit Jahren so und verdient gut daran. Da kostet dann ein einfaches Dock-Kabel(öffnet im neuen Fenster) , der einzige Weg, um Daten auf iPod und iPhone zu bekommen, schon mal 19 Euro. Chinesische Nachbauten sind bei Versendern für ein Zehntel erhältlich – aber deren Hersteller kümmern sich auch nicht um die Patente, die es sonst für solche proprietären Lösungen zu bezahlen gilt.

Intel zeigt Thunderbolt in Aktion
Intel zeigt Thunderbolt in Aktion (03:19)

Dass Apple seine Thunderbolt-Kabel , die Intels Light-Peak-Technik befördern, mit einigen Transceiver-Chips vor Nachbauten schützt, war zu erwarten. Dass aber Sony aus Light Peak noch einen weiteren proprietären Anschluss bastelt, ist nicht nur frech, sondern völlig unnötig.

Dabei hat Sony mit dem neuen Vaio Z von der externen Grafikkarte bis zu Netzwerk und USB 3.0, und das alles über ein optisches Kabel, alle Versprechen von Light Peak eingelöst. Nur die Erwartung der Anwender nicht, dass es sich dabei um eine Universalschnittstelle handeln würde. Zur Erinnerung: Der erste Buchstabe im omnipräsenten USB steht für "universal".

Universell ist aber an dem, was Apple und Sony bisher aus Light Peak gemacht haben, rein gar nichts. Dabei hatte vor gut einem Jahr auch noch Kevin Kahn , einer von Intels Vordenkern, die Hoffnung, Light Peak werde "das letzte Kabel, das man je braucht" .

Nun muss sich neben Apple und Sony aber auch Intel als Erfinder und alleiniger Lizenzvergeber den Vorwurf gefallen lassen, nicht für einen klaren Standard gesorgt zu haben. Dabei weiß dieses Unternehmen, nach leidvollen Erfahrungen auch mit USB, eigentlich, wie das geht: Die Technik gehört in ein industrieweites Konsortium, das über Standards wacht und Lizenzen vergibt. Das ist bei USB so, bei allen PCI-Varianten, und sogar beim stark von der Medienbranche beeinflussten HDMI.

Wenn Light Peak sich noch durchsetzen und nicht als gut gemeinte, aber schlecht gemachte, Lösung im Papierkorb für obsolete Technik landen soll, muss dieser Schritt schnell vollzogen werden. Das richtige Gremium liegt auf der Hand: Der Präsident des USB Implementors Forum(öffnet im neuen Fenster) ist – rein zufällig – seit Jahren ein Intel-Mitarbeiter.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).


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