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1plusV: Millionenklage gegen Google in Frankreich

Der französische Suchmaschinenbetreiber 1plusV wirft Google vor, seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt und so das französische Unternehmen geschädigt zu haben. Als Schadensersatz will 1plusV vor Gericht 295 Millionen Euro erstreiten.
/ Werner Pluta
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Handelsgericht in Paris: Es geht um viel Geld für Google. (Bild: Loic Venance/AFP/Getty Images)
Handelsgericht in Paris: Es geht um viel Geld für Google. Bild: Loic Venance/AFP/Getty Images

Das französische Internetunternehmen 1plusV verklagt Google. Das Unternehmen, das mehrere Suchmaschinen betreibt, wirft Google wettbewerbsfeindliches und unfaires Verhalten vor. 1PlusV verlangt Schadensersatz in Höhe von 295 Millionen Euro.

Eigene Suchtechnik

1plusV hat eine eigene Suchtechnik mit der Bezeichnung VSearch entwickelt, die das Unternehmen bei seinen Angeboten, darunter die juristische Suchmaschine Ejustice.fr(öffnet im neuen Fenster) , die Kultursuchmaschine Eguides.fr(öffnet im neuen Fenster) und das Angebot Musicpro.com(öffnet im neuen Fenster) , einsetzt.

1PlusV hat nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) zwischen 2007 und 2010 rund 30 solcher vertikaler Suchangebote eingerichtet, die Google alle aus seinem Suchindex verbannt habe. Durch seine marktbeherrschende Stellung habe Google damit mit unfairen Mitteln verhindert, dass 1plusV Nutzer auf seine Angebote ziehen und über diesen Traffic Werbeeinnahmen generieren konnte.

Beschwerde bei der EU-Kommission

Die Franzosen haben sich bereits 2010 an die Europäische Kommission gewandt. Im Februar reichte das Unternehmen zusammen mit der britischen Preisvergleichswebsite Foundem und der deutschen Microsoft-Tochter Ciao, die mittlerweile zu der Suchmaschine Bing gehört, Beschwerde wegen wettbewerbsfeindlichen Verhaltens ein. Im November leitete die Kommission daraufhin ein kartellrechtliches Prüfverfahren gegen Google ein.

Die Klage sei eine logische Konsequenz der Beschwerden, die das Unternehmen bei der Europäischen Kommission habe, erklärte Bruno Guillard, der Gründer von 1plusV. Vor dem Pariser Handelsgericht will das Unternehmen Ersatz für den erlittenen Schaden erstreiten. Den Schaden beziffert 1plusV auf über 30 Millionen Euro pro Jahr.


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