Stürzende Linien: Apple-Patentantrag für iPhone-Kamera mit Bildkorrektur

Der Patentantrag beschreibt eine Funktion in der Kamera-App, mit der automatisch erkannt werden soll, wenn in einem Foto stürzende Linien auftauchen. Der Effekt soll dann ausgeglichen werden.


Der Effekt stürzender Linien(öffnet im neuen Fenster) entsteht, weil die Objekt- und Projektionsfläche nicht parallel zueinander angeordnet sind. Besonders bei hohen Gebäuden und niedrigen Aufnahmestandorten tritt der Effekt auf. Zwar gibt es für Spiegelreflexkameras auch sogenannte Tilt-Shift-Objektive(öffnet im neuen Fenster) , mit denen die Parallele hergestellt werden kann, doch sind diese teuer und nur bei Kameras mit Wechseloptiken einsetzbar.
Die beschriebene iPhone-Software analysiert die aufgenommenen Bilder und sucht dabei nach geraden Linienstücken und Kanten vertikaler Richtung. Diese praktisch bei allen Architekturaufnahmen anzutreffenden Bereiche versucht die Software so anzuordnen, dass möglichst viele davon parallel verlaufen.
So können auch leicht schräg aufgenommene Bilder automatisch korrigiert werden – dann werden die im ersten Schritt parallel zueinander angeordneten Bildinhalte auch noch zu den Bildrändern parallel ausgerichtet.
Diese Technik benutzt auch die Windows-Software ShiftN, die Architekturaufnahmen ebenfalls von stürzenden Linien bereinigt. Sie kann jedoch darüber hinaus Verzeichnungen beseitigen, die aufgrund der Objektive mehr oder minder stark entstehen.
Apple hat den Antrag 20110149094(öffnet im neuen Fenster) schon Ende Dezember 2009 eingereicht. Er wurde am 23. Juni 2011 veröffentlicht. Apples Patente und Patentanträge müssen wie üblich nicht in konkreten Produkten münden. Viele wurden bisher eingereicht und erteilt, ohne genutzt zu werden.



