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Freies BIOS: Coreboot für SB900-Southbridge-Chipsätze

AMD hat dem Coreboot-Projekt weiteren Code zur Verfügung gestellt. Darunter befinden sich auch Teile für die Southbridge-Chipsätze der Serie SB900. Der Chipsatz unterstützt unter anderem Fusion-APUs und Brazos CPUs.
/ Jörg Thoma
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Bild: Coreboot

AMD hat das Coreboot-Projekt(öffnet im neuen Fenster) mit neuem Code unterstützt. Künftig soll Coreboot auf dem AMD-Mainboard Torpedo(öffnet im neuen Fenster) laufen, das als Referenzplatine für die 12h-Prozessor-Familie gilt. Weitere Codeteile aktivieren die Unterstützung für die SB900-Southbridge-Chipsätze(öffnet im neuen Fenster) , samt der entsprechenden Northbridge, und sie unterstützen CPUs.

Interview mit Peter Stuge zum Coreboot-Projekt
Interview mit Peter Stuge zum Coreboot-Projekt (08:30)

Erste Mitte Mai hatte AMD angekündigt, man werde zukünftig die freie BIOS-Alternative Coreboot(öffnet im neuen Fenster) auf allen Chips unterstützen. Dies betrifft nun auch die Llano-APU, den ersten Chip der Fusion-Linie, der ähnlich wie Intels Sandy-Bridge-Prozessoren CPU und GPU vereint.

Für AMD sei das Open-Source-Projekt Coreboot wichtig, denn der Prozessorkonzern sieht vor allem im Embedded-Bereich deutliche Vorteile von Coreboot gegenüber herkömmlichen BIOS-Implementierungen, sagte Peter Stuge Golem.de. Zu einem starte Coreboot deutlich schneller und zum anderen könne Coreboot nach der Initialisierung der Hardware eine beliebige Nutzlast starten, etwa ein komplettes Betriebssystem.

Da Coreboot quelloffen ist, kann der Code jederzeit auch auf Sicherheitsaspekte hin überprüft werden. Zudem kann Coreboot einfacher programmiert werden, denn Coreboot besteht größtenteils aus C-Code, im Gegensatz zu dem herkömmlichen BIOS, das oft ausschließlich in Assembler geschrieben wird.

Struge hofft, dass weitere Mainboardhersteller auf Coreboot setzen. Gerade das Konzept der Nutzlast bringe den Herstellern zahlreiche Vorteile. Gegenwärtig versuchen die Coreboot-Programmierer, mit Hilfe der oftmals minimalen Informationen der Hardwarehersteller, die Unterstützung für ihr alternatives BIOS zu erweitern. Da Coreboot selbst ein Framework darstellt und einige Werkzeuge hat, reduziert sich zwar der Aufwand, Coreboot für spezielle Chipsätze und Prozessoren anzupassen, die meiste Zeit verbringen die Entwickler jedoch damit, die entsprechenden Hardwareinformationen in Erfahrung zu bringen.

Im Rahmen des Google Summer of Code arbeiten Entwickler auch an Erweiterungen für Coreboot, etwa einem Payload, welches das Spice-Protokoll(öffnet im neuen Fenster) von Red Hat für dessen Virtual Desktop Infrastructure (VDI) enthält.

Das Coreboot-Projekt ist eines der Projekte der Free Software Foundation mit höchster Priorität(öffnet im neuen Fenster) . Denn häufig ist das proprietäre BIOS das einzige, was einem komplett freien System im Wege steht.

Eine Liste unterstützter Hauptplatinen(öffnet im neuen Fenster) und Chipsätze(öffnet im neuen Fenster) findet sich im Wiki des Coreboot-Projekts.


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