SSL-Zertifikate: Hacker legen StartSSL lahm

Der Zertifizierungsanbieter StartSSL stellt gegenwärtig keine Zertifikate mehr aus, nachdem dessen Webseite durch Hacker kompromittiert wurde. Laut StartSSL(öffnet im neuen Fenster) fand der Angriff auf die Webseite bereits am 15. Juni 2011 statt. Abonnenten und Besitzer eines bereits ausgestellten Zertifikats sollen laut StartSSL nicht betroffen sein. Auch Besucher von Webseiten, die StartSSL-Zertifikate verwenden, sollen weiterhin sicher sein. Gegenwärtig stellt StartSSL keine neuen Zertifikate aus.
StartSSL gehört der israelischen Firma Startcom. Deren Zertifikate werden vom Internet Explorer, Chrome und Firefox akzeptiert. In einem Gespräch mit The Register(öffnet im neuen Fenster) sagte Startcom-CEO Eddy Nigg, die Angreifer hätten die Zertifikate der Webseite angepeilt, die bereits bei ähnlichen Angriffen auf den Zertifizierungsdienstleister Comodo im März 2011 im Visier der Hacker standen. Darunter befanden sich unter anderem die Zertifikate der Webseiten login.live.com, mail.google.com, www.google.com, login.yahoo.com, login.skype.com und addons.mozilla.org .
Kriminelle können durch eine manipulierte URL oder andere Maßnahmen wie DNS-Spoofing Benutzer beispielsweise auf vermeintlich sichere Webseiten umleiten und ihnen Schadsoftware unterschieben. Diese Programme geben sich dann als von den legitimen Seiten signiert aus, so dass der Anwender kaum Verdacht schöpft. Auch eine Installation aus anderer Quelle, etwa durch einen Download, ist möglich.
Im Zuge des Einbruchs bei Comodo mussten zahlreiche Zertifikate für ungültig erklärt werden. Bei StartSSL soll das aber nicht nötig sein. Laut Nigg gehört StartSSL zu den zehn am meisten genutzten Zertifizierungsdienstleistern. Wann StartSSL seine Dienste wieder anbieten wird, steht noch nicht fest.