Gema: "Unsere Server hielten DDoS-Angriff von Anonymous stand"

"Die Webserver der Gema waren aufgrund des Angriffs zwar kurzzeitig überlastet und die Services daher zeitweise nicht abrufbar, doch hielten die Server dem DDoS-Angriff stand" , gab die Verwertungsgesellschaft bekannt. Am 20. Juni 2011 hieß es im Blog der Gema(öffnet im neuen Fenster) , dass die Webserver vorübergehend nicht erreichbar seien. "Wir arbeiten an einer Lösung des Problems und versuchen, die Inhalte so schnell wie möglich wieder verfügbar zu machen."
Durch die hohen Lizenzforderungen verhindere die Gema einen freien Zugang zu Informationen, begründete Anonymous den Angriff .

Der Streit zwischen dem Videoportal Youtube und der Gema hatte sich zuvor zugespitzt . Youtube zeigt in Deutschland eine neue Begründung an, wenn ein Video auf der Plattform blockiert wird. "Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die Gema die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat." Google und Gema können sich seit 2009 nicht auf einen neuen Vertrag einigen, die Vorstellungen über Urheberabgaben liegen weit auseinander.
Die Gema bezeichnete die Aussage auf Youtube als "falsch" ; sie sei nicht für die Sperrungen verantwortlich. Als Verwertungsgesellschaft biete sie Lizenzverträge an. Wenn Youtube-Betreiber Google "konsequent" handeln würde, müsste "das gesamte Gema-Repertoire auf seinen Seiten" gesperrt werden. "Da dies aber nicht der Fall ist, handelt es sich bei den von Youtube freiwillig eingeleiteten Sperrungen der Videos wohl um reine Willkür" , erklärte die Gema.

Heiße Luft
Das Medienecho zu diesem Streit sei "nicht mehr als heiße Luft" , erklärte die Gema. Damit solle während der "Gema-Mitgliederversammlung Druck aufgebaut werden, damit die Gema die bereits 2010 gegen Youtube eingereichte Klage zurückzieht. Zumal mit einem Termin für eine mündliche Verhandlung noch in diesem Sommer zu rechnen ist."
Auch die Kritik von einigen Plattenlabels an dem Verhalten der Gema gegenüber Youtube sei bloße "Stimmungsmache" . Edgar Berger, der Chef von Sonys Musiksparte in Deutschland, sagte, es gebe "offenbar kein Interesse daran, werbefinanzierte Musik-Streamingdienste wie Vevo, Youtube und Spotify in Deutschland zuzulassen" . Dies sei schlecht für die Musiker und die Musikindustrie, weil ihnen Einnahmen entgingen. "Alles muss durch ein Nadelöhr, den Gema-Aufsichtsrat. Einige Mitglieder scheinen noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen zu sein."



