Zweite Jahreshälfte: Festplatten werden weltweit knapp

Im zweiten Halbjahr 2011 könnten Festplatten weltweit knapp werden. Das berichtet die IT-Zeitung Digitimes(öffnet im neuen Fenster) aus taiwanischen Auftragsherstellerkreisen und von Komponentenzulieferern.
Die Lieferengpässe würden auftreten, obwohl die Festplattenchiphersteller Texas Instruments aus den USA und die japanische Renesas Electronics die Fertigung in ihren Fabriken in Japan seit dem Erdbeben am 11. März 2011 wieder aufgenommen haben. Doch die Fabriken müssen nach den Schäden durch die Katastrophe ihre Produkte erneut zertifizieren lassen, weshalb sie ihre frühere Produktionsmenge nicht schnell wieder erreichen würden.
Die weltweite Festplattenproduktion ist üblicherweise im dritten Quartal am stärksten.
Japan ist nach dem asiatisch-pazifischen Raum und den USA nach Angaben des Branchenverbandes SIA der drittgrößte Halbleiterhersteller der Welt. Durch die jüngsten Übernahmen wird die Zahl der großen Festplattenhersteller von fünf auf drei reduziert. Im März 2011 kündigte Western Digital die Übernahme von Hitachi Global Storage Technologies (HGST) an. Seagate erklärte im April 2011, die Festplattensparte von Samsung Electronics kaufen zu wollen. Die Konzerne werden noch einige Zeit mit den aufwendigen Fusionen beschäftigt sein.
Toshiba beherrscht circa zehn Prozent des Weltmarktes. Wie die Digitimes(öffnet im neuen Fenster) berichtet, fürchten Notebookhersteller wie Hewlett-Packard (HP) und Dell, sich von einem Hersteller abhängig zu machen, der die Preise in die Höhe treiben könnte. Toshiba habe darum die Chance, mehr Aufträge auf sich zu ziehen.
Nach Angaben der Marktforscher TSR wurden 2010 weltweit 650 Millionen Festplatten gefertigt. Ein Zuwachs um 17,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 24 Prozent der Festplatten gingen in den Serverbereich.