Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Julian Assange: Wikileaks protestiert gegen Hausarrest-Bedingungen

Seit einem halben Jahr steht Wikileaks-Gründer Julian Assange unter Hausarrest in der britischen Provinz. Die Organisation hat ein Video veröffentlicht, das die Bedingungen dokumentiert, unter denen Assange steht. Wikileaks versteigert unterdessen ein Essen mit Assange.
/ Werner Pluta
6 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Assange meldet sich auf der Polizeistation in Beccles. (Bild: Paul Hackett/Reuters)
Assange meldet sich auf der Polizeistation in Beccles. Bild: Paul Hackett/Reuters

Wikileaks hat ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie Gründer Julian Assange derzeit lebt. Damit protestiert die Organisation gegen den Hausarrest, unter dem Assange seit nunmehr einem knappen halben Jahr steht.

Halbes Jahr Hausarrest

Seit seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft Mitte Dezember 2010 steht Julian Assange unter Hausarrest in der ostenglischen Grafschaft Norfolk. Er hatte sich Anfang Dezember in London der Polizei gestellt , nachdem ihn die schwedischen Behörden international zur Fahndung ausgeschrieben hatten. In dem skandinavischen Land werden ihm zwei Sexualdelikte zur Last gelegt, die Assange jedoch bestreitet .

div style="display: table; margin: 10px auto; clear: both;">
 
Video: House Arrest

Das Gericht hatte Assange nur unter strengen Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Assange stehe "unter einem ziemlich zudringlichen Regime" , kritisiert sein Gastgeber Vaughan Smith, Gründer der Londoner Journalistenvereinigung Frontline. So muss sich der Wikileaks-Gründer täglich beim Polizeiposten in Beccles in der benachbarten Grafschaft Suffolk melden. Abends darf er nach 22 Uhr das Haus nicht mehr verlassen. Dass er dort war, dokumentiert er mit seiner Unterschrift auf einer Liste. Da die britischen Behörden seinen Pass eingezogen haben, kann er ohnehin nicht ausreisen.

Drei Übertragungseinheiten

Zudem trägt er eine elektronische Fußfessel, die erfasst, wo sich Assange gerade aufhält. In seinem Haus seien drei Übertragungseinheiten aufgestellt worden, erzählt Smith. Jede der Boxen habe zwei Antennen, erklärt eine Wikileaks-Mitarbeiterin. Die eine empfange die Signale der Fußfessel und die andere diene zur Datenübertragung. So können die Behörden stets feststellen, wo sich Assange gerade aufhält.

Die ganze Überwachungsmaschinerie wird indes nicht von den Behörden betrieben, sondern von einem privaten Sicherheitsunternehmen. Das hat Assange die Fußfessel angelegt. Ihm gehören die Übertragungseinheiten, es empfängt die Daten und gibt sie an die Behörden weiter.

Mittagessen mit Assange

Um Geld für weitere Aktivitäten zu sammeln, versteigert Wikileaks derzeit über eBay ein Mittagessen mit Assange und dem slowenischen Philosophen Slavoj Žižek(öffnet im neuen Fenster) in einem schicken Londoner Restaurant am 2. Juli 2011. Zwei von acht Plätzen sind noch zu haben. Das Gebot für Platz 6(öffnet im neuen Fenster) steht derzeit bei 4.600 britischen Pfund, umgerechnet rund 5.200 Euro, das für Platz 7(öffnet im neuen Fenster) bei knapp 1.900 Pfund, rund 2.100 Euro. Die Auktionen enden am 20. Juni. Nach dem Lunch nehmen Assange und Žižek an einer vom Frontline Club veranstalteten Podiumsdiskussion(öffnet im neuen Fenster) teil.

Assange wird zumindest noch bis Juli 2011 in Großbritannien bleiben: Im Februar 2011 hatte ein Londoner Gericht entschieden, dass Assange an Schweden ausgeliefert wird. Assange hat dagegen Berufung eingelegt, die im Juli verhandelt wird.


Relevante Themen