Ärger mit AMD

Globalfoundries tauscht Unternehmensführung aus

Der Chiphersteller Globalfoundries tauscht seine beiden Spitzenmanager Doug Grose und Chia Song Hwee aus. Der Wechsel gilt ab sofort und hat offenbar Druck durch AMD als Ursache.

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Doug Grose
Doug Grose (Bild: Nico Ernst/Golem.de)

Globalfoundries tauscht mit sofortiger Wirkung seine Unternehmensführung aus. Das gab der kalifornische Halbleiterhersteller, der sich mehrheitlich im Besitz der Regierung Abu Dhabis befindet, heute bekannt. Doug Grose, der seit Gründung des Unternehmens Vorstandschef von Globalfoundries war, wird abgesetzt und auf den Posten des Senior Advisors reduziert. Chia Song Hwee, Chief Operating Officer, wird sein Büro bis August 2011 räumen, um sich danach in Singapur neuen Aufgaben zu widmen.

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AMD war im April 2011 mit der Ausbeute von 32-Nanometer-Chips bei Globalfoundries nicht zufrieden und erhöhte den Druck auf die eigene Ausgründung. Eine erweiterte Vereinbarung zwischen AMD und Globalfoundries sah eine höhere garantierte Menge von 32- und 45-Nanometer-Wafern vor, die Globalfoundries liefert und AMD abnimmt.

Ajit Manocha, zuvor Executive Vice President bei dem Flash-Speicherhersteller Spansion, wird zum Interims-CEO von Globalfoundries ernannt. Die Suche nach einem neuen Firmenchef werde sechs Monate betragen, sagte Brian Lott, Sprecher von Advanced Technology Investment (ATIC), denen 87 Prozent an Globalfoundries gehören. James A. Norling, vorher Aufsichtsratschef von Chartered Semiconducter, übernimmt die Position des Executive Chairman und Ibrahim Ajami wird als Vizechef des Aufsichtsrats von Globalfoundries agieren. Ajami ist Chef des Eigners ATIC.

Norling sagte, "die Nachfrage der Kunden nach mehr Kapazität, kürzeren Lieferzeiten und größerer Flexibilität" steige. "Die Maßnahmen des neuen Boards entsprechen dem Wunsch, diese Kundenbedürfnisse besser erfüllen zu können und gleichzeitig die operative Performance zu verbessern."

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Wie AMD auf seinem Fusion Developer Summit kürzlich sagte, soll die nächste GPU-Generation mit dem Codenamen Southern Islands in 28 Nanometern Strukturbreite in wenigen Tagen vorgestellt werden. Weder von Globalfoundries noch von AMD war bisher zu hören, dass diese GPUs nicht mehr wie bisher bei TSMC hergestellt werden.

Bereits Ende 2009 hatte Globalfoundries jedoch angepeilt, beim Wechsel zur 28-Nanometer-Technik auch GPUs mit Bulk-Silizium fertigen zu wollen. Bisher sind vor allem die Dresdner Chipfabriken nur bei SOI-Wafern, die anders als Bulk-Silizium aufgebaut sind, fähig zur Massenproduktion. Das Ziel, mit 28 Nanometern Strukturbreite auch Bulk-Fertigung anzubieten, hat das Unternehmen offenbar verfehlt. [von Nico Ernst und Achim Sawall]

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