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100 Jahre IBM: Von Lochkarten zum intelligenten Planeten

Von der Festplatte bis zum Rastertunnelmikroskop: Seit genau 100 Jahren prägt IBM durch Innovationen die Welt – und hat sich dabei ständig verändert. Nur positiv ist die Firmengeschichte allerdings nicht.
/ Jens Ihlenfeld
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IBM-Logo, geschrieben mit Hilfe eines Rastertunnelmikroskops (Bild: IBM)
IBM-Logo, geschrieben mit Hilfe eines Rastertunnelmikroskops Bild: IBM

Als Computing Tabulating and Recording Company, kurz C-T-R, wurde IBM am 16. Juni 1911 mit rund 1.300 Mitarbeitern gegründet. Es entstand aus dem Zusammenschluss der von Herman Hollerith gegründeten Tabulating Machine Company, der Computing Scale Corporation und der International Time Recording Company. Durch Hollerith entstand der deutsche Ableger der heutigen IBM in Berlin, die Dehomag (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH)(öffnet im neuen Fenster) , sogar schon ein Jahr vor der C-T-R-Gründung 1911.

IBM-Technik half den Nazis

Erst seit 1924 trägt das Unternehmen den Namen IBM. Das Kürzel für International Business Machines sollte die internationalen Ambitionen des Unternehmens ausdrücken, das heute mit rund 400.000 Mitarbeitern in 170 Ländern der Welt aktiv ist. Zudem passte der Name besser zu den Produkten, die vor allem für Geschäftskunden gedacht waren, darunter Tabelliermaschinen(öffnet im neuen Fenster) , Locher und Lochkartensortierer(öffnet im neuen Fenster) .

Auch die Nazis nutzten die Lochkarten – während der Hitlerzeit lieferte IBM sie weiter an die Dehomag. Sie wurden unter anderem dafür verwendet, die Erfassung der Juden in Deutschland – und später im besetzten Europa – und die Organisation des Holocaust effektiver zu gestalten. Nach dem Erscheinen eines Buchs über IBMs Kollaboration(öffnet im neuen Fenster) mit den Nazis 2001, versprach das Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) Unterstützung für die wissenschaftliche Aufklärung dieser Zusammenarbeit.

Nicht nur mit politischen Vorwürfen aus der Vergangenheit sieht sich IBM konfrontiert, sondern aktuell auch mit Klagen(öffnet im neuen Fenster) ganz anderer Art: 2008 reichten die Anwohner einer IBM-Fabrik in dem als IBMs "Geburtsstadt" bekannten Ort Endicott Sammelklage gegen das Unternehmen ein. Sie werfen IBM vor, Luft, Wasser und Boden der Umgebung mehr als 80 Jahre lang mit Chemikalien vergiftet zu haben – unter anderem mit der krebserregenden Chemikalie Trichloroethylen (TCE).

Made by IBM

In 100 Jahren wurden IBM insgesamt rund 76.000 Patente erteilt. Das Unternehmen wurde wiederholt Patentweltmeister mit der größten Zahl an gewährten Patenten. Allein im Jahr 2010 kamen über 5.000 Patente hinzu, mehr als in den ersten 50 Jahren der Unternehmensgeschichte zusammen.

Bereits 1956 entwickelte IBM die erste magnetische Festplatte, RAMAC (Random Access Method of Accounting and Control) genannt. Die Geräte speicherten 10 MByte und wogen stolze 10 Tonnen. 1964 folgten mit der Serie S/360 die ersten Großrechner und 1975 der erste tragbare Computer: Der IBM 5100(öffnet im neuen Fenster) wog 25 kg, verfügte über 16 KByte RAM und ein Display, das 16 x 64 Zeichen anzeigte.

Der IBM-PC

1981 brachte IBM dann den PC auf den Markt. IBMs Antwort auf den Apple II war aus frei am Markt erhältlichen Komponenten zusammengesetzt, so dass er auch von anderen Unternehmen nachgebaut werden konnte. Das Betriebssystem kam von einer kleinen, unbekannten Firma namens Microsoft. Später wandte sich IBM Linux zu und kündigte 2000 an, eine Milliarde US-Dollar in das freie Betriebssystem zu investieren. 2001 folgte eine Werbekampagne unter dem Titel " Peace, Love and Linux ".

OS/2: ein Fehlschlag

IBM war aber nicht nur erfolgreich. Zu den bekanntesten Fehlschlägen zählt sicherlich OS/2. Als Nachfolger für DOS von IBM zusammen mit Microsoft entwickelt, konnte sich OS/2 nie auf breiter Front durchsetzen – auch, weil Microsoft 1991 aus der Kooperation ausstieg, um sich der Weiterentwicklung von Windows zu widmen, was für Microsoft zum großen Erfolg wurde. 2005 verkündete IBM dann das langsame Ende von OS/2 und wollte das System später nicht als Open Source freigeben .

War der Name IBM noch vor zehn Jahren eng mit dem PC und der Marke Thinkpad verbunden, hat sich IBM 2001 von seinem PC- und Notebookgeschäft getrennt und ist heute eher ein Dienstleistungskonzern mit großer Forschungsabteilung, die einige prägende Entwicklungen und insgesamt fünf Nobelpreisträger hervorgebracht hat. Das Unternehmen beschäftigt sich derzeit besonders mit Strategien für einen und in diesem Zusammenhang vor allem mit der Analyse großer Datenmengen.

Deep Blue und Watson

Um seine technischen Fortschritte zu demonstrieren, bediente sich IBM wiederholt medientauglicher Inszenierungen. Zuletzt war es der Supercomputer Watson, den IBM in der US-Quiz-Sendung Jeopardy gegen Menschen antreten ließ. Watson schlug am Ende seine menschlichen Konkurrenten deutlich.

Ähnlich lief es schon 1997 ab: Damals spielte der Supercomputer Deep Blue Schach gegen Garri Kasparow und besiegte den Weltmeister.


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