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Facebook: Langsameres Wachstum durch Nutzerabwanderung

Facebook hat zwar bald die Marke von 700 Millionen Nutzern erreicht, doch gibt es laut Inside Facebook Anzeichen dafür, dass das soziale Netzwerk nicht nur langsamer wächst, sondern in einigen Ländern auch erstmals merklich Nutzer verliert.
/ Christian Klaß
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Facebooks Wachstum sinkt (Bild: Facebook/Golem.de)
Facebooks Wachstum sinkt Bild: Facebook/Golem.de

687 Millionen aktive Nutzer zählt das soziale Netzwerk Facebook(öffnet im neuen Fenster) derzeit. Laut Inside Facebook wären die 700 Millionen Nutzer bereits erreicht, wenn Facebooks rasantes Wachstum im Mai und Juni nicht eingebrochen wäre – in diesen Monaten kamen nur knapp 12 beziehungsweise 14 Millionen Nutzer dazu. Das ist immer noch recht viel, in den 12 Monaten davor konnte der Marktführer unter den sozialen Netzwerken aber in der Regel mindestens 20 Millionen Neuzugänge pro Monat verzeichnen. Zwar gab es Inside Facebook zufolge(öffnet im neuen Fenster) auch vorher mal weniger als 20 Millionen Neunutzer, doch das waren eher Ausnahmen.

Das Wachstum erzielt das soziale Netzwerk laut Inside Facebook vor allem in einwohnerstarken Entwicklungs- und Schwellenländern wie Brasilien, Indien, Indonesien und Mexiko. Im Heimatland USA und im benachbarten Kanada verliert Facebook mittlerweile wieder viele Nutzer. In den USA sollen allein im Mai 2011 fast 6 Millionen Nutzer Facebook verlassen haben – Anfang Mai waren es insgesamt noch 155,2 Millionen, Ende Mai nur noch 149,4 Millionen Nutzer.

In Kanada waren es 1,52 Millionen weniger und damit 16,6 Millionen Facebook-Nutzer. Allerdings soll sich die Nutzerzahl seit einem Jahr auf gleicher Höhe bewegen. Auch in anderen Ländern verliert Facebook mittlerweile im größeren Umfang Nutzer; in Großbritannien, Norwegen und Russland sollen die Zahlen im Mai 2011 jeweils um über 100.000 gesunken sein. Wären diese Abwanderungen nicht, läge Facebooks Wachstum in gewohnter Höhe, so Inside Facebook.

Ein Grund für die Abwanderung dürfte vor allem in den Sicherheitslücken und in der andauernden Diskussion um den Datenschutz bei Facebook liegen. Bereits im letzten Jahr wurde die Unzufriedenheit durch Projekte wie Diaspora und Openneuronet geschürt – mit dezentralen Netzwerken könnten sie für mehr Unabhängigkeit und Kontrolle über die eigenen Daten sorgen.

Inside Facebook fragt sich jetzt, wie weit Facebook gehen kann, um sein Ziel von einer Milliarde aktiven Nutzern zu erreichen. Die Expansion nach China wäre eine Möglichkeit, da die Plattform hier hunderte Millionen Nutzer ansprechen könnte – nicht ohne auf die Wünsche der Regierung einzugehen. In Anbetracht der Menschenrechtsverletzungen in China würde das nur Facebooks Zahlen, aber nicht dem Unternehmensruf zugutekommen.


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