Folgenschwerer Einbruch: Weltwährungsfonds gehackt

Der Internationale Währungsfonds ist von Hackern angegriffen worden. Das gab IWF-Sprecher David Hawley bekannt. "Es gab einen Zwischenfall" , sagte Hawley dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) . "Wir untersuchen den Vorgang. Der IWF ist voll funktionstüchtig."
Mitarbeiter hätten per E-Mail eine Mitteilung über den Vorfall erhalten und wurden aufgefordert, die Technikabteilung zu kontaktieren, "wenn sie etwas Verdächtiges gesehen haben" . Zuvor habe der IWF bereits Vorsichtsmaßnahmen getroffen, weil Anonymous, wegen der Folgen der strikten Sparauflagen für das griechische Volk, Aktionen gegen den IWF angekündigt hatte.
Tom Kellermann, früherer Cybersecurity-Spezialist der Weltbank, erklärte dem Wall Street Journal, dass die Angreifersoftware speziell für die Aktion gegen den IWF geschrieben worden sei. "Diese Art Schadsoftware war vorher nicht bekannt." Die Weltbank unterbrach nach dem Vorfall Netzwerkverbindungen zum IWF. Die Organisationen haben ihren Sitz in Washington in direkter Nachbarschaft.
"Dies war ein sehr folgenschwerer Einbruch" , sagte ein IWF-Vertreter der New York Times(öffnet im neuen Fenster) . Es habe sich möglicherweise um einen personalisierten Phishingangriff, sogenanntes Spear Phishing, gehandelt.
Die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) berichtete, dass der Angriff von Hackern mit Verbindungen zu einer ausländischen Regierung ausgegangen sei. Der Einbruch in die IT-Systeme soll erfolgt sein, bevor IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nach Vergewaltigungsvorwürfen zurückgetreten war. In einer E-Mail von IWF-Chief-Information-Officer Jonathan Palmer vom 8. Juni 2011 an die Beschäftigten heißt es, dass ein Desktopcomputer des IWF kompromittiert wurde. Von dem Rechner seien verdächtige Zugriffe auf Dateien und auf die Systeme des IWF erfolgt.



