Nintendo Wii U ausprobiert: Spekulationen und Spielspaß

Zumindest bei der Präsentation der kommenden Wii U hat Nintendo auf der E3 wohl fast alles richtig gemacht. Das Interesse von Entwicklern und Medien war riesig: Auch kurz vor Ende der dreitägigen Spielemesse standen Neugierige rund um den riesigen Stand von Nintendo(öffnet im neuen Fenster) Schlange, um die Konsole und den Touchscreen-Controller wenigstens kurz ausprobieren zu können.

Die meisten Brancheninsider äußerten sich positiv über das neuartige Eingabegerät, das trotz seiner Größe erstaunlich gut in der Hand liegt und auf seinem 6,2-Zoll-Display eine sehr gute Grafikqualität bietet. Auch Branchenprominenz wie Mark Rein von Epic Games und eine Reihe deutscher Fachjournalisten haben sich im Videointerview mit Golem.de positiv über die Konsole geäußert.

Allerdings: Was die Wii U bei ihrer Veröffentlichung genau können wird, ist noch längst nicht klar. Die Ingenieure von Nintendo arbeiten weiter an der Entwicklung der finalen Spezifikationen, viele Details sind noch offen. Die Meldungen in einigen US-Medien, wonach Touchscreen-Controller nicht einzeln verfügbar sein werden und die Wii U nur eines dieser Eingabegeräte gleichzeitig verwenden kann, sind Spekulation.
Von Golem.de zu dem Thema befragte Entwickler, die bereits über eine erste Version des Devkits verfügen, haben die Aussagen von Nintendo bestätigt, dass über diesen Punkt schlicht noch keine Entscheidung getroffen sei. Am wahrscheinlichsten ist, dass einige Spiele mehrere Controller verwenden können und andere nur einen – wie bei jeder anderen Konsole.
Angeblich bessere Texturen möglich
Unklar ist ebenfalls, wie genau der Controller mit Strom betrieben wird und wie lange Akkus oder Batterien halten. Auf der Messe wurden die Eingabegeräte per Kabel mit Strom und Daten versorgt – was zum Teil erklärt, warum sie sich zwar stabil und fest, aber auch sehr leicht anfühlen. Ein Insider berichtet, dass die Wii U vermutlich mit deutlich mehr Haupt- oder Grafikspeicher als Xbox 360 und Playstation 3 ausgestattet wird, was unter anderem Gesichtstexturen in der gleichen hohen Qualität wie bei sehr guten PC-Spielen ermöglichen würde.












































Dass die Konsole trotz der nicht gerade brandneuen Prozessortechnologie über jede Menge Grafikpower verfügt, hat auf der E3 insbesondere ein in Echtzeit ablaufender Demolevel gezeigt. Darin konnte der Spieler die Zelda-Hauptfigur Link in einem atemraubend schönen Saal in einem Kampf gegen eine fantastisch animierte Spinne steuern.
Mit einer Reihe von weiteren Demospielen hat Nintendo vor allem die Multiplayermöglichkeiten der Wii U vorgeführt. In einem der Programme konnte ein Spieler per Touchscreendisplay ein Raumschiff durch einen Innenlevel steuern, und zwar wahlweise mit den Analogschiebern oder durch Bewegung des Eingabegeräts in die gewünschte Richtung. Der virtuelle Pilot feuerte mit den Schultertasten auf zwei Spieler, die per Wiimote und Nunchuk jeweils einen Kämpfer am Boden kontrollierten und tüchtig zurückschossen. In einem weiteren Programm mussten vier Spieler mit der Wiimote zu Fuß einen vom fünften Spieler per U-Controller gesteuerten Mario fangen.
Die Premiere der Wii U scheint also gelungen. Allerdings: In Europa kommt die neue Konsole möglicherweise erst im Herbst oder Winter 2012 auf den Markt. Es wäre verwunderlich, wenn nicht mindestens einer der Konkurrenten Microsoft oder Sony bis dahin auch eine neue Konsole vorgestellt hätte – wahrscheinlich auf der E3 2012.



