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Piratenpartei: Abschaltung von Kino.to war vollkommen sinnlos

Statt Millionen potenzieller Kunden zu verschrecken, sollte die Filmindustrie von Angeboten wie Kino.to lernen, empfiehlt die Piratenpartei .
/ Achim Sawall
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Reverse Graffiti der Piratenpartei (Bild: Piratenpartei Deutschland / Anonymous)
Reverse Graffiti der Piratenpartei Bild: Piratenpartei Deutschland / Anonymous

Ein Vertreter der Piratenpartei(öffnet im neuen Fenster) hat das Vorgehen der Generalstaatsanwaltschaft(öffnet im neuen Fenster) Dresden gegen das Filmportal Kino.to scharf kritisiert. "Diese Aktion war vollkommen sinnlos. Schon bald werden andere kommen und die Lücke füllen" , sagte Andreas Popp, Urheberrechtsexperte und Exbundesvorstand der netzpolitischen Partei. "Wahrscheinlich hatten die Betreiber von Kino.to einfach nur Pech. Wären sie in den USA mit ihrer Idee gestartet, hätten sie anstelle von Haftbefehlen eher ein Milliardenangebot von Google erhalten, so wie einst Youtube."

Christian Solmecke - Kino.to-Stream legal (April 2011)
Christian Solmecke - Kino.to-Stream legal (April 2011) (03:42)

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden geht dem "Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von Urheberrechtsverletzungen" nach. Die Kriminalisierung von Millionen potenziellen Kunden führe sicher nicht zu mehr Einnahmen an der Kinokasse, sagte Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Piratenpartei. "Vielleicht sollte sich die Content-Industrie überlegen, den Betreibern einen Job anzubieten, statt sie zu verfolgen" . Portale wie Kino.to zeigten, welche große Nachfrage es nach einem solchen Angebot gebe. Das Portal sei täglich von rund vier Millionen Menschen besucht worden. Auf der deutschsprachigen Video-on-Demand-Plattform wurden Kinofilme, Serien und Dokumentationen ohne Einverständnis der Rechteinhaber gezeigt.

"Die Medienindustrie hat die Europäer von allen existierenden Streamingportalen ausgesperrt, ein lizenziertes deutsches Streamingportal gibt es nicht. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn Alternativangebote entstehen" , erklärte Nerz. Nötig sei eine echte Reform des Urheberrechts.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Dresden sind am 9. Juni 2011 12 der 13 Festgenommenen weiterhin in Haft. Insgesamt werde gegen 21 Personen ermittelt.


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