Abo
  • IT-Karriere:

Kino.to

Was haben die Nutzer jetzt zu befürchten?

Die Schließung von Kino.to macht viele Nutzer nervös. Zu Unrecht, meint Rechtsanwalt Christian Solmecke. Er hält es für unwahrscheinlich, dass jetzt auch gegen die Nutzer vorgegangen wird.

Artikel veröffentlicht am ,
Christian Solmecke
Christian Solmecke (Bild: Wilde Beuger Solmecke)

Rund vier Millionen Nutzer zählte Kino.to nach eigenen Angaben. Nach der Schließung der Seite durch die Polizei und 13 Festnahmen stellen sich viele Nutzer der Plattform die Frage, ob auch sie mit strafrechtlichen oder zivilrechtlichen Konsequenzen zu rechnen haben. Rechtsanwalt Christian Solmecke aus der Kölner Medienrechtskanzlei Wilde Beuger Solmecke, der zahlreiche Nutzer von Tauschbörsen vertritt, hält es für unwahrscheinlich, dass jetzt auch gegen die Nutzer vorgegangen wird: "Aus meiner Sicht haben die Nutzer von kino.to schon keine Straftat begangen, da der reine Konsum von Streamingdiensten nicht rechtswidrig ist. Das gilt jedenfalls immer dann, wenn keine Kopie des Streams auf dem eigenen Rechner hergestellt wird", so Solmecke.

Stellenmarkt
  1. OEDIV KG, Bielefeld
  2. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg

Zudem sei die GVU, die die Ermittlungen gegen Kino.to initiiert hat, dafür bekannt, "normalerweise das Übel an der Wurzel zu packen. Das heißt, dass die Gesellschaft in der Regel gegen die großen Fische vorgeht, was sie mit den jetzigen Durchsuchungen auch bewiesen hat."

Welche Daten wurden überhaupt gespeichert?

Ganz grundsätzlich stelle sich zunächst die Frage, welche Daten auf den Servern von kino.to und den angeschlossenen Streamingplattformen überhaupt gespeichert wurden. Solmecke weist darauf hin, dass viele Server die IP-Adressen überhaupt nicht speichern. Und selbst wenn das so wäre, stelle sich die Frage, "ob die jeweiligen Internet-Zugangsprovider ebenfalls die IP-Adresse ihrer Kunden gespeichert haben. Ist das nicht der Fall, ist eine Zuordnung der IP-Adresse nicht mehr möglich." Daher könnten nach Ansicht von Solmecke, wenn überhaupt, nur Nutzer betroffen sein, die in den letzten Tagen die Plattform Kino.to genutzt haben.

Während das Anbieten der Filme auf Kino.to "höchst illegal ist", sei unter Juristen umstritten, ob das reine Konsumieren der Filme ebenfalls illegal ist: "Ich bin der Ansicht, dass sich die Nutzer nicht strafbar machen. Allerdings muss nicht alles, was nicht strafbar ist, auch redlich sein. Illegal kann allerdings bereits das Verlinken der Seite selbst sein."

Ob das Anschauen der Streams legal oder illegal ist, ist unter Juristen umstritten

Die Polizei verbreitet per Kino.to den Hinweis: "Internetnutzer, die widerrechtlich Raubkopien von Filmwerken hergestellt oder vertrieben haben, müssen mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen." Hier ist also nur von der Herstellung und dem Vertrieb die Rede, nicht vom reinen Konsum.

Allerdings vertritt die Filmindustrie die Auffassung, dass schon das Zwischenspeichern eines Films im flüchtigen Arbeitsspeicher als illegale Kopie anzusehen ist. "Da diese Frage von den Gerichten noch nicht geklärt worden ist, sind daher Abmahnungen zumindest denkbar", so Solmecke.

Solmecke vertritt dabei die Rechtsauffassung, dass es ein großer Unterschied ist, "ob sich ein User ein Video nur anschaut oder ob er den Film auch herunterlädt". Der Download offensichtlich rechtswidrig verbreiteter Filme sei auf jeden Fall illegal, das Anschauen eines Streams nicht, meint zumindest Solmecke.

Obwohl er aber persönlich der Meinung ist, dass der Konsum von Streamingangeboten legal ist, rät Solmecke dennoch davon ab.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Wolfenstein: Youngblood, Days Gone, Metro Exodus, World War Z)
  2. 149,99€ (Release noch nicht bekannt)
  3. 24,99€
  4. 29,99€

Michael_K 20. Aug 2011

Ich bin auch von so einer Abmahnkanzlei abgemahnt worden, habe mich aber dazu...

Johnny Cache 10. Jun 2011

Das ist alles schön und gut, aber wie schon gesagt müßte sich ein Kompromi...

Kminf 10. Jun 2011

Ich denke nicht, dass die Leute, welche auf kino.to gehen, dort hingehen, weil sie nicht...

Sharra 09. Jun 2011

Serien sind doch sowieso eine extreme Grauzone. Es gibt Urteile, die besagen, was im TV...

sternsche 09. Jun 2011

Die wehren sich aber nicht so massiv, wie ein Miri oder Mogols Clan. Ausserdem steht...


Folgen Sie uns
       


Teamfight Tactics - Trailer (Gameplay)

Die Helden kämpfen automatisch, trotzdem sind Dota Unerlords und League of Legends: TeamfightTactics richtig spannende Games - die Golem.de im Video ausprobiert hat.

Teamfight Tactics - Trailer (Gameplay) Video aufrufen
IT-Arbeit: Was fürs Auge
IT-Arbeit
Was fürs Auge

Notebook, Display und Smartphone sind für alle, die in der IT arbeiten, wichtige Werkzeuge. Damit man etwas mit ihnen anfangen kann, ist ein anderes Werkzeug mindestens genauso wichtig: die Augen. Wir geben Tipps, wie man auch als Freiberufler augenschonend arbeiten kann.
Von Björn König

  1. Sysadmin "Man kommt erst ins Spiel, wenn es brennt"
  2. Verdeckte Leiharbeit Wenn die Firma IT-Spezialisten als Fremdpersonal einsetzt
  3. IT-Standorte Wie kann Leipzig Hypezig bleiben?

Harmony OS: Die große Luftnummer von Huawei
Harmony OS
Die große Luftnummer von Huawei

Mit viel Medienaufmerksamkeit und großen Versprechungen hat Huawei sein eigenes Betriebssystem Harmony OS vorgestellt. Bei einer näheren Betrachtung bleibt von dem großen Wurf allerdings kaum etwas übrig.
Ein IMHO von Sebastian Grüner


    Google Maps: Karten brauchen Menschen statt Maschinen
    Google Maps
    Karten brauchen Menschen statt Maschinen

    Wenn Karten nicht mehr von Menschen, sondern allein von Maschinen erstellt werden, erfinden diese U-Bahn-Linien, Hochhäuser im Nationalpark und unmögliche Routen. Ein kurze Liste zu den Grenzen der Automatisierung.
    Von Sebastian Grüner

    1. Kartendienst Google bringt AR-Navigation und Reiseinformationen in Maps
    2. Maps Duckduckgo mit Kartendienst von Apple
    3. Google Maps zeigt Bikesharing in Berlin, Hamburg, Wien und Zürich

      •  /