Onlive Player App: Tablets als Konsolenersatz und für die Spielsteuerung (Upd.)

Onlive(öffnet im neuen Fenster) demonstriert auf der E3 2011 einen der Vorzüge von Cloud Gaming: Weil die Spiele auf den Servern des Unternehmens laufen und beim Spieler als Videostream ankommen, lassen sich beim Spielen auch mehrere Geräte gleichzeitig nutzen. So kann das gestreamte PC-Spiel über die Set-Top-Box von Onlive auf dem Fernseher angezeigt werden – und auch auf einem Android-Tablet oder einem iPad mit installierter Onlive Player App.

Dabei kann das Spiel entweder synchron auf dem Fernseher und dem Tablet dargestellt werden, oder beide Bildschirme als getrennte Monitore genutzt werden. Das Tablet wird dann zum zusätzlichen Bildschirm für dasselbe Spiel. Der Touchscreen und die Bewegungssensoren eines Tablets können über die Onlive Player App auch zur Spielsteuerung genutzt werden – ebenso wie Gamepad, Maus und Tastatur der Set-Top-Box, eines PCs oder Macs.
Weil die über Onlive angebotenen PC-Spiele in der Regel nicht auf die Steuerung mit Touchscreens ausgelegt sind, können Entwickler ihre Programme entsprechend anpassen. Ubisofts für 2011 angekündigtes Götterspiel From Dust soll eines der ersten sein, bei dem die Tablet-Steuerung Berücksichtigung findet.

Auch mit Smartphones soll man auf die über Onlive angebotenen PC-Spiele zugreifen können. Dieselbe Funktion wie für die Tablet-Apps für iOS und Android soll es auch in Smartphone-Apps von Onlive geben. Smartphones lassen sich damit ebenfalls als Display und Eingabegerät für simultanes oder unabhängiges Spielen nutzen.
Die von den Servern gelieferte Grafikqualität soll dabei – abhängig vom Spiel, der Kompression und der Bandbreite – die von aktuellen Konsolen und von Nintendos Wii U übertreffen. Die für 2012 angekündigte Wii U kombiniert eine Spielekonsole mit einem mit Touchscreen bestückten Eingabegerät und soll damit neue Spiele und Steuermethoden ermöglichen. Onlive will das bereits 2011 bieten: die Onlive Player App wird im Laufe des Jahres veröffentlicht.

Onlive will laut einer weiteren E3-Ankündigung mobilen Geräten zu einer besseren Leistung beim Webbrowsen verhelfen. Die angesurften Seiten werden dann nicht im mobilen Browser angezeigt, sondern als Videostream vom Server geliefert. Damit sollen dann auch aufwendige Flash-Webseiten oder zwingend benötigte Browser-Plugins kein Problem mehr für Tablets und Smartphones darstellen.
Nachtrag vom 9. Juni 2011, 3:50 Uhr
Inzwischen konnte Golem.de auf der Messe sowohl Flash im Browser auf dem iPad ausprobieren, als auch Duke Nukem Forever auf dem Motorola Xoom spielen. Abgesehen von den technologiebedingten Verzögerungen bei der Eingabe funktionierten die Tablets einwandfrei als Displays für Eingaben mit dem Onlive-Controller. Je nach Tablet werden die Inhalte in der nativen Auflösung und angepasster Bitrate übertragen. Desweiteren bestätigte Onlive im Gespräch mit Golem.de, dass der Streamingdienst im Herbst 2011 in Großbritannien, und dann auch in Deutschland den Markteintritt plant. Momentan arbeiten die Entwickler an einem Filtersystem, dass in Deutschland als nicht jugendfrei eingestufte Spiele aus dem Angebot unerreichbar macht. Die Serverkapazitäten sollen bereits für ganz Europa zur Verfügung stehen.




