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Kohlefasermatte: Karosseriematerial und Energiespeicher
Kohlefasermatte: Karosseriematerial und Energiespeicher (Bild: wp)

Elektroauto

Das Auto wird zum Stromspeicher

Kohlefasermatte: Karosseriematerial und Energiespeicher
Kohlefasermatte: Karosseriematerial und Energiespeicher (Bild: wp)

Britische Forscher wollen aus der Karosserie eines Elektroautos einen Akku machen: Sie reichern ein Kompositmaterial mit Lithium-Ionen an und machen so einen Energiespeicher daraus.

Akkus sind eines der Hindernisse bei der Einführung von Elektroautos. Sie sind teuer, schwer und nehmen Platz weg. Forscher vom Imperial College in London haben möglicherweise eine Lösung gefunden: Sie wollen die Karosserieteile des Autos in Energiespeicher verwandeln, berichtet die New York Times.

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Karosserie aus kohlefaserverstärktem Kunststoff

Um Gewicht zu sparen, könnte die Karosserie in Zukunft nicht mehr aus Metall bestehen, sondern aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, einem sehr stabilen, aber dennoch leichten Werkstoff. Es handelt sich um ein Kompositmaterial, bei dem Kohlenstofffasern als Verstärkung in einen Kunststoff, etwa Epoxidharz, eingebettet werden.

Die Idee von Emile Greenhalgh, einem Experten auf dem Gebiet der Kompositmaterialien, und seinem Team: Sie versetzen den Kunststoff mit Lithium-Ionen. Die Kohlefasern dienen als Elektroden, und aus einem Karosserieteil - der Tür etwa oder dem Dach - wird ein Kondensator, der Strom speichert.

Mehr Reichweite

Die Speicherkapazität sei eher bescheiden, sagte Greenhalgh der Zeitung. Aber die Wissenschaftler hätten gezeigt, dass speicherfähige Karosserieteile hergestellt werden und dass diese den Akku entlasten könnten. Ein Elektroauto könnte gleich doppelt profitieren: Durch diesen Werkstoff wird Gewicht gespart, was an sich schon die Reichweite vergrößert. Karosserieteile, die elektrische Energie speichern, erweitern diese noch einmal.

Ein Problem sind allerdings die Kosten: Kohlefaserverstärkter Kunststoff ist ein sehr teures Material. Deshalb werden heutzutage nur einige Sportwagen der Oberklasse sowie Formel-1-Renner daraus gefertigt.

Europäisches Forschungsprojekt

Greenhalgh leitet ein europäisches Projekt, das sich mit dieser Form der Speichertechnik beschäftigt. Daran beteiligt ist auch Volvo. Der schwedische Automobilhersteller betrachte den Karosseriespeicher als wichtiges Element bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen, sagte der britische Forscher.

Im Rahmen des Projekts entsteht ein Elektroauto, dessen Kofferraum als Stromspeicher dienen soll. Gegenüber einem herkömmlichen Elektroauto soll die Gewichtsersparnis 15 Prozent betragen, so ein Volvo-Entwicklungsingenieur.


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SoniX 08. Jun 2011

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