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Elektromobilität: Der Akku zum Nachtanken

Wissenschaftler des MIT haben einen Akku entwickelt, dessen Elektrolyt aus einer zähflüssigen Masse besteht. Damit lässt sich der Stromspeicher auch von außen auftanken oder konventionell laden, was sich auch für Elektroautos nutzen lässt.
/ Nico Ernst
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Das Elektrolyt Cambridge crude (Bild: MIT)
Das Elektrolyt Cambridge crude Bild: MIT

"Cambridge crude" , in Anspielung auf das Crude-Oil der Ölwirtschaft, nennen Forscher des MIT(öffnet im neuen Fenster) ihr Elektrolyt. Es wird in einer Flussbatterie(öffnet im neuen Fenster) eingesetzt, bei der die Ladungsträger nicht, wie beispielsweise bei Trockenbatterien, in fester Form vorliegen.

Das hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen kann der Akku durch Austausch des flüssigen Elektrolyts schnell wieder mit Energie gefüllt werden. Die Forscher sehen dabei ausdrücklich auch Elektroautos als Anwendungsgebiet, deren Elektrolyt an Tankstellen ausgetauscht werden kann.

Der andere Vorteil: Die Flussbatterie kann wie ein herkömmlicher Akku durch Anlegen von Spannung geladen werden. Der Anwender hat also die Wahl, ob er schnelle Energie durch Nachtanken oder langsame durch Aufladen beziehen möchte. Da die heutige Automobilität auf einem flüssigen Energieträger basiert, suchen Wissenschaft und Industrie schon lange nach einer Alternative zum Öl in flüssiger Form. Damit ließe sich ein Großteil der bisherigen Infrastruktur weiterverwenden.

Die Materialien des auch "semi-solid flow cell" (SSFC) genannten Akkus des MIT basieren auf Lithium, die Energiedichte soll sogar höher sein als bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Zellen. In der Endentwicklung rechnen die Forscher mit der Hälfte der Größe einer bisherigen Zelle. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der Fachzeitschrift Advanced Energy Materials(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht.


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