HTC Desire S im Test: Solides Smartphone mit mehr Aluminium

HTC hat dem Desire S einen neuen Aluminiumrahmen und mehr Speicher als seinem Vorgänger spendiert. Dadurch soll es robuster und performanter sein als das HTC Desire. Während auf dem Vorgänger noch Android 2.2 läuft, hat sich HTC beim Desire S für Android 2.3 entschieden. Die neue Version der HTC-Oberfläche Sense erweitert das Applikationsmenü um zusätzliche Optionen.

Super-LC-Display mit wenig Leuchtkraft
Zwar zeigt das 3,7 Zoll große LC-Display mit einer Auflösung von 480 x 800 Pixeln kontrastreiche Farben und glatte Fonts, wirkt aber im hellen Umgebungslicht und bei direkter Sonneneinstrahlung dunkel. Gegenüber dem Vorgänger hat sich die Displaygröße nicht verändert. Auf Eingaben auf dem Display reagiert das Desire S prompt und ohne Ruckler. Auf einen Cursor, den das Desire noch mitbrachte, hat HTC beim Desire S verzichtet.

























Die Leistung des Snapdragon-ARMv7-Prozessors (MSM 8255) von Qualcomm mit 1 GHz ist die gleiche wie die des Desire. Im Sunspider-Benchmark, den wir über WLAN im Standardbrowser absolvierten, schnitt das Desire S mit 5.765 Millisekunden sogar schlechter ab als sein Vorgänger mit 5.140 Millisekunden.
Micro-SD-Karte beigelegt
Den Arbeitsspeicher hat HTC von 576 MByte im Desire auf 768 MByte im Desire S erhöht. Hatte das Desire noch 512 MByte internen Speicher, steht im Desire S das Doppelte zur Verfügung. HTC hat dem neuen Smartphone allerdings eine Micro-SD-Karte mit 8 GByte beigelegt.
Das Gehäuse ist aus einem Aluminiumblock gefräst und erstreckt sich über fast die gesamte Rückseite. Dadurch wirkt das Smartphone robust. Lediglich die Abdeckung für den Akku ist aus Plastik. Dort befinden sich auch die Schächte für die SIM-Karte und die Micro-SD-Karte. Zunächst muss zusätzlich eine Arretierung aus Plastik hochgeklappt werden, die dabei gehörigen Widerstand leistet. Das Gewicht ist trotz viel Metall identisch mit dem des Vorgängers und liegt bei 130 Gramm.
Mittelmäßige Kamera
Unter einer weiteren Plastikabdeckung am oberen Teil des Smartphones ist das Objektiv für die 5-Megapixel-Kamera inklusive LED-Blitz verbaut. Die Kamera macht allerdings nur mittelmäßige Bilder mit einer maximalen Auflösung von 2.592 x 1.552 Pixeln. Die vordere Kamera ist für die Videotelefonie gedacht und hat eine Auflösung von 640 x 480 Pixeln.
Der beigefügte Lithium-Ionen-Akku mit 1.450 mAh ist nichts für Dauertelefonierer; nach etwa 4,5 Stunden muss das Gerät wieder aufgeladen werden. Beim Telefonieren mit dem Desire S kam es beim Empfänger sowohl über das Festnetz als auch mit anderen Mobiltelefonen allerdings zu kleinen Aussetzern. Der Klang war blechern.
Gut gefallen hat das verbaute UKW-Radio mit RDS, es lieferte einen guten Klang. Der Empfang war jedoch mittelmäßig, vor allem außerhalb der Städte. Über den beigelegten Kopfhörer bietet das Desire S einen ordentlichen Sound. Das Gerät unterstützt dank Android unter anderem die Musikformate AAC, MP3 und WMA sowie das freie Musikformat OGG. Zu den unterstützten Videoformaten gehören MP4, AVI und Xvid. Videos spielt das Gerät mit einer Auflösung von 720p ab.
Netzwerk und HTC Sense
Das Desire S unterstützt HSPA, verzichtet aber auf HSPA+. Das WLAN-Modul unterstützt IEEE 802.11b/g/n. Außerdem überträgt das Gerät Daten über Bluetooth 2.1. Mit dem verbauten GPS-Modul erschöpfen sich die Netzwerkfähigkeiten aber auch schon. Daten zu einem Rechner können per USB 2.0 übertragen werden. Das Gerät hat einen Micro-USB-Anschluss, über den es auch aufgeladen wird. Ein entsprechendes Kabel, das beiliegt, kann mit dem Ladegerät ohne Adapter verbunden werden.
Die aktuelle Version 2.1 von HTC Sense bringt vor allem eine nützliche neue Funktion im Programmstarter. Am unteren Rand des Programmstarters gibt es zwei neue Ansichten: Hinter der Schaltfläche mit dem Stern werden die Apps eingeblendet, die häufig genutzt werden. Eine zusätzliche Schaltfläche links daneben listet nur die Apps auf, die nachträglich installiert wurden.
Verfügbarkeit und Fazit
Während der Händlerpreis beim Erscheinen des Desire S noch bei 499 Euro lag, ist das Smartphone inzwischen für etwa 380 Euro über herkömmliche Verkaufskanäle erhältlich. Das Desire S ist bei den meisten Mobilfunkanbietern verfügbar.
Sensationell Neues hat das Desire S nicht zu bieten. Die Ausstattung ist nur minimal besser als die des Vorgängers. Lediglich mit der jetzt beigelegten Micro-SD-Karte kann das Gerät punkten. Das stabile Gehäuse gefällt gut, ebenso wie das Design. Die Erweiterung von HTC Sense, die die Organisation der Apps übersichtlicher macht, ist ebenfalls ein Pluspunkt.
Das Desire S ist ein robuster, aber durchschnittlicher Nachfolger des Desire und zieht in etwa mit dem Desire HD gleich.